So lernt Ihr Kind schlafen!

 

Sobald sich der heißgeliebte Nachwuchs eingestellt hat, wird das Leben aller Eltern gründlich auf den Kopf gestellt. Nicht nur der Tagesablauf, sondern ganz besonders natürlich die Nächte. So klagen gerade junge Mamas und Papas darüber, dass die Nacht viel zu kurz war und schauen mit müden Augen in den Tag, der vor ihnen liegt. Vermutlich stellen sich viele von ihnen auch immer wieder die Frage, wie Kinder schlafen lernen. Wir verraten Ihnen, worauf es dabei ankommt.

 

Warum müssen Kinder schlafen lernen?

 

Der Schlaf sollte den Kindern doch eigentlich so rein funktional mit in die Wiege gelegt sein, oder? Ist er prinzipiell auch, doch der Schlaf-Wach-Rhythmus ist nach der Geburt noch nicht ausgereift beziehungsweise alltagstauglich.

Deswegen müssen Kinder schlafen lernen. Doch, um es vorweg zu nehmen: Jedes Kind kann schlafen lernen.

So werden die ersten Tage im Leben eines Babys eher dahingehend ablaufen, dass das Kind mit einem trockenen Popo und einem vollen Bäuchlein fast ständig und in jeder erdenklichen Lage schlafen kann.

Für viele junge Eltern eine faszinierende Vorstellung, die jedoch schon nach einigen Wochen zum Wunschdenken wird. Denn dann wird sich der Schlafrhythmus des Nachwuchses ganz allmählich verändern.

Der Schlaf wird jedoch gerade für die Jüngsten unter uns ungeheuer wichtig sein. Zum einen, weil während des Schlafes Wachstumshormone ausgeschüttet werden, die das Kind nun einmal braucht, um sich gut und gesund auf körperlicher Ebene entwickeln zu können.

Auf der anderen Seite ist ein gesunder Schlaf wichtig, damit sich die geistigen und kognitiven Fähigkeiten entwickeln können.

So fördert ein gesunder Kinderschlaf unter anderem:

  • die Aufmerksamkeit
  • die Lernfähigkeit
  • das Wachstum
  • die Gedächtnisleistung

Die Folgen eines mangelhaften Schlafes machen sich natürlich auch bei Kindern in Form von Gereiztheit, Aggression, Tagesmüdigkeit oder Entwicklungsstörungen bemerkbar.

 

Wieviel Schlaf brauchen Kinder?

 

Der Schlafbedarf bei Kindern ist vom Alter abhängig und ist immer sehr individuell.

So wird es immer Abweichungen von der nachfolgenden Übersicht geben, die nur als Orientierungshilfe dient:

  • 0 bis 3 Monate: 14 bis 17 Stunden
  • 4 bis 12 Monate: 12 bis 15 Stunden
  • 12 Monate bis 24 Monate: 11 bis 14 Stunden
  • 3 bis 5 Jahre: 10 bis 13 Stunden
  • 6 bis 12 Jahre: 9 bis 12 Stunden
  • 13 bis 18 Jahre: 8 bis 10 Stunden

Das Schlafen lernen Kinder jedoch nicht erst im Kindergartenalter. Vielmehr sollte der Grundstein hierfür bereits bei Babys und Kleinkindern gelegt werden.

Da kommt es natürlich darauf an, wie die Eltern den Nachwuchs an den gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus heranführen und in welcher Weise sie darauf Einfluss nehmen, wenn es dem Kind schwerfällt, sich in diesen neuen Rhythmus hineinzufügen.

 

Was braucht es, um dem Kind das Schlafen-Lernen zu erleichtern?

 

Zunächst einmal muss man sich immer vor Augen halten, dass jedes Kind anders ist. Ebenso wird es unter Umständen völlig andere Schlafgewohnheiten entwickeln wie beispielsweise das Geschwisterkind oder das Kind der Nachbarn.

Zudem wird es Kinder geben, denen fällt es überhaupt nicht schwer und andere haben entweder keine Lust, kommen nicht zur Ruhe oder haben Angst vor der Nacht.

Eltern müssen also ihren Nachwuchs bestens kennen, um hier genau den richtigen Punkt zu treffen, um Einfluss nehmen zu können.

So sollten in die elterlichen Gewohnheiten immer folgende Fragen mit einfließen:

  • Wann ist das Kind üblicherweise müde?
  • Ist das Kind ein Frühaufsteher oder ein Langschläfer?
  • Ist das Kind nachts mehrere Stunden oder eine längere Zeit wach?

Die innere Uhr tickt bei Babys im Übrigen noch nicht in einem guten Rhythmus. Hier muss man wenig nachhelfen, damit die Kleinsten am Ende nicht den Tag zur Nacht machen und umgekehrt.

Veränderungen brauchen aber ihre Zeit. Sie werden den Schlaf-Wach-Rhythmus nicht innerhalb von einigen Stunden oder Tagen umgestellt haben.

Es braucht also optimale Schlafenszeiten, gute Schlafgewohnheiten, eine passende Schlafumgebung und einen geregelten Tagesablauf. Dann kann das Abenteuer schlafen lernen beginnen.

 

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Was tun, damit es mit dem Schlafen besser klappt?

 

Um dem Kind, und natürlich auch Ihnen, die Umstellung auf einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus zu erleichtern, haben wir einige Tipps für Sie.

Nehmen Sie sich in jedem Fall Zeit dafür, den Nachwuchs langsam und liebevoll an die neuen Gewohnheiten heranzuführen.

Denken Sie dabei immer daran: Sie werden es Ihrem Baby nicht erklären können, denn es kann natürlich nicht verstehen, warum nun manches ein wenig anders wird.

  • legen Sie Ihr Kind erst dann ins Bett, wenn es wirklich müde ist
  • geben Sie dem Tagesablauf eine Struktur mit festen Zeiten
  • nutzen Sie Rituale, die bereits bei jedem Baby helfen, um Körper und Geist zur Ruhe zu bekommen
  • gestalten Sie die Schlafumgebung so, dass Ihr Kind weder gestört wird, noch zu sehr schwitzen muss

Ganz wichtig ist es auch, dass Ihr Kind ein eigenes Bettchen hat, das auf seine kindlichen Bedürfnisse angepasst und ausgestattet ist. Bevorzugen Sie das Co-Sleeping im Familienbett, sollten Sie dennoch auf eine sichere Lagerung des Kindes achten.

 

Woran erkennt man, ob ein Kind wirklich müde ist?

 

Gerade für junge Eltern ist es beim ersten Kind vielleicht nicht immer so deutlich erkennbar, ob das Baby müde ist oder einfach nur quengelt, weil es sich vernachlässigt fühlt oder die Windeln voll hat.

Erfahrungsgemäß sind Babys und Kleinkinder um die Mittagszeit und zwischen 17 und 19 Uhr müde. Das kann individuell abweichen und kann auch erst regelmäßig so sicher gesagt werden, wenn sich ein Schlaf-Wach-Rhythmus entwickelt hat.

Man erkennt ein wirklich müdes Kind daran, dass es:

  • den Blick abwendet und ins Leere blickt
  • aufhört zu spielen und ganz still wird
  • kein Interesse mehr an Spielsachen oder Zuwendungen durch die Eltern hat
  • wackelig auf den Beinchen ist (sofern es schon in dem Alter ist, wo es sich zum Stehen hochzieht oder im Lauflernalter ist)
  • überaus agil ist und extrem aktiv wird (das tritt meist bei älteren Kleinkindern auf, die dann wie aufgedreht durch die Wohnung sausen oder sich nicht länger als einige Minuten mit etwas beschäftigen können)

Wer sein Kind dann zum Schlafen hinlegt, wird sicherlich keine Probleme damit haben, dass der Nachwuchs nicht einschlafen kann.

Tipp: Sollte das ältere Kind wie aufgedreht durch die Wohnung sausen, ist es ratsam, es erst wieder so weit zu beruhigen, dass das Einschlafen keine Schwierigkeiten macht. Eine Kuscheleinheit, sanftes im Arm wiegen oder eine vorgelesene Geschichte können hier wahre Wunder wirken.

 

Fazit

 

Babys und kleine Kinder schlafen zwar von Anfang an, dennoch müssen sie das Schlafen erst lernen. Damit ist immer gemeint, dass sich bei ihnen erst ein Schlaf-Wach-Rhythmus entwickeln muss und die innere Uhr noch nicht im Takt ist. Doch jedes Kind kann schlafen lernen!

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