Hilft ein Wasserbett gegen Rückenschmerzen?

 

Rückenschmerzen gelten allgemeinhin als Volkskrankheit, denn nahezu jeder ist davon hin und wieder betroffen. Alle kennen sie, doch nur die wenigsten wissen, dass es nicht zuletzt am Bett liegen kann, weswegen es mitunter nicht besser wird mit den Schmerzen im Rücken.

Nicht zuletzt leidet die Schlafqualität massiv, wenn man aufgrund von Rückenschmerzen nicht störungsfrei ein- und durchschlafen kann. Wenn also jede Drehung zur Qual wird oder das Aufstehen nur unter Schmerzen geschieht, sollte man durchaus über ein Wasserbett nachdenken.

 

Wie ist ein Wasserbett konzipiert?

 

Das Grundkonzept des modernen Wasserbettes geht auf die alten Nomadenvölker aus Wüstenregionen zurück. Diese füllten Ziegenleder-Säcke mit Wasser, um sich bequemer betten zu können.

In den heutigen Wasserbetten befinden sich natürlich keine zusammengenähten Ziegenhäute mehr. Dennoch ist das Prinzip weitestgehend gleich geblieben.

Moderne Wasserbetten gibt es zwei grundlegenden Ausführungen:

  1. Softside-Ausführung: dabei liegt die wasserbefüllte Matratze in einer wärmedämmenden Wanne aus Schaumstoff
  2. Hardside-Ausführung: die mit Wasser befüllte Matratze wird von einem stabilem Holzkonstrukt gehalten

Für beide Ausführungen braucht es jedoch einen sogenannten Sockel, in welchem entweder die Schaumstoffwanne oder der Holzrahmen eingebaut wird. Der Sockel selbst wird am Ende von einem typischen Bettgestell umschlossen.

Nahezu alle Wasserbetten neuerer Bauart verfügen zudem über ein Heizsystem, durch welches das Wasser in der Matratze temperiert werden kann.

Ein sehr wichtiger Faktor ist zudem die Wasserberuhigungsstufe. Logischerweise gerät das Wasser in der Matratze in Bewegung, sobald man sich auf das Bett setzt oder sich im Schlaf umdreht.

Wer nun denkt, dass man immer wie auf einem schaukelnden Kahn schlafen muss, der irrt jedoch gewaltig. Denn diese Beruhigungsstufe des Wassers wurde bei der Konzeptionierung moderner Wasserbetten natürlich bedacht. So hat man in den Wasserkernen Vliese integriert, die je nach Anzahl die natürliche Nachschwingzeit des Wassers regulieren.

Insgesamt gibt es fünf verschiedene dieser Stufen:

  • die Stufe 1 gilt als unberuhigt, da hier kein Vlies integriert ist und das Wasser etwa 10 Sekunden nachschwingt
  • in der Stufe 2 kommt es aufgrund zweier Vliese zu einer Nachschwingzeit von drei bis fünf Sekunden
  • die Stufe 3 wird als stark beruhigt bezeichnet, da hier 3 Vliese dafür sorgen, dass das Wasser nur ein bis zwei Sekunden nachschwingt
  • in der Stufe 4 ist die Nachschwingzeit stark beruhigt, da hier 5 Vliese integriert wurden
  • die Stufe 5 ist aufgrund 6 Vliese zu 100% voll beruhigt, sodass es zu keiner Schwingung beim Umdrehen kommt

 

Wie hilft ein Wasserbett gegen Rückenschmerzen?

 

Warum ein Wasserbett gegen Rückenschmerzen hilft, erschließt sich aus dem Vorteil der wasserbefüllten Liegefläche. Denn diese passt sich jeder Liegeposition und jeder Körperkontur an.

Dadurch werden nicht nur die Bandscheiben sowie die gesamte Wirbelsäule entlastet, sondern auch die Gelenke. Zudem wird das Gewicht des Schlafenden gleichmäßig verteilt und führt nicht zu punktuell tieferem Einsinken, wie es bei herkömmlichen Matratzen der Fall sein kann.

Schlussendlich sorgt das wohltemperierte Wasser in der Matratze für eine angenehme Wärme im Bett. Diese Wärme ist gerade bei Rückenschmerzen sehr wohltuend, da sie die Muskeln leichter entspannen lässt.

Hinweis: Um Rückenschmerzen durch ein Wasserbett zu lindern ist es jedoch nicht nur wichtig, den Füllstand der Matratze optimal zu wählen, sondern auch ein Bett zu kaufen, bei dem Wasserberuhigungsstufe den eigenen Bedürfnissen entspricht.

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Welche Arten von Rückenschmerzen lassen sich durch ein Wasserbett lindern?

 

Der Begriff Rückenschmerzen ist sehr allgemein gehalten, doch tatsächlich gibt es natürlich sehr unterschiedliche Schmerzen im gesamten Rückenbereich.

Die folgenden Arten von Rückenschmerzen lassen sich durch ein Wasserbett aber recht gut lindern, damit der Schlaf wieder erholsam und ungestört verläuft.

  • Nackenschmerzen à da die Schultern in einem Wasserbett gut einsinken, können die Nackenwirbel gerade liegen und Verspannungen können sich lösen beziehungsweise entstehen gar nicht erst wieder
  • Schulterschmerzen à trotz des tiefen Einsinkens in die Matratze des Wasserbettes, erhalten die Schultern eine optimal Stütze, wodurch sich Schmerzen in diesem Bereich lindern lassen
  • Kreuzschmerzen à durch die optimale Anpassung der Matratze an die Körperkontur in der jeweiligen Liegeposition wird die gesamte Wirbelsäule entlastet, was schlussendlich auch den Lendenwirbeln sehr gut bekommt
  • Bandscheibenvorfall à die sehr anpassungsfähige Matratze des Wasserbettes entlastet nicht nur Wirbelsäule und Gelenke, sondern sorgt gleichermaßen für eine gut gestützte Liegeposition, ohne das weiterhin zu viel Druck auf die Zwischenwirbel ausgeübt wird
  • Rheuma à hierbei spielen viele Faktoren eine Rolle, sodass die wasserbefüllte Matratze gleichzeitig gegen Druckbeschwerden sowie steife oder entzündliche Gelenke hilft. Denn die Temperaturregelung des Wassers kann Wärme erzeugen, die gut gegen steife Gelenke hilft, während eine kühlere Liegefläche enorm wohltuend auf entzündliche Gelenke wirkt
  • Rückenschiefstand à Verformungen der Wirbelsäule führen zu Schmerzen, in denen man kaum eine wirklich optimale Schlafhaltung einnehmen kann. Durch das anpassungsfähige Wasserbett aber wird der Gegendruck durch die Matratze vermieden, da diese sich ja bekanntermaßen an die jeweilige Liegeposition sowie die Körperkontur anpasst

 

Was tun, wenn das Wasserbett Rückenschmerzen hervorruft?

 

So optimal ein Wasserbett bei häufigen Rückenschmerzen auch ist, die Befüllung der Matratze ist entscheidend. Diesen Füllstand kann man mit dem Härtegrad herkömmlicher Matratzen vergleichen. So kann es durchaus passieren, dass manche Menschen trotz Wasserbett am Morgen wie gerädert und mit Rückenschmerzen aufstehen.

In diesem Fall wurde die Matratze nicht entsprechend der individuellen Körpergröße, des Gewichtes und der bevorzugten Schlafhaltung befüllt.

Pauschal kann man sagen, dass ein zu geringer Füllstand in der Matratze des Wasserbettes eher kontraproduktiv ist. Denn in diesem Fall hängt die Wirbelsäule ebenso durch, wie sie das auf einer alten und durchgelegenen Matratze ohne passenden Lattenrost tun würde.

Doch auch zu viel Wasser in der Matratze kann sich nachteilig auf das Wohlbefinden auswirken. Ist nämlich der Füllstand zu hoch, dann wölbt sich die Liegefläche wie ein Ballon auf und die Entspannung für den Rücken kann nicht erfolgen.

Denn so kann sich die Matratze im Wasserbett nicht mehr der Körperkontur anpassen, wodurch die entlastende Wirkung natürlich nicht einsetzen kann.

 

Fazit

 

Ein Wasserbett hilft sehr gut gegen die meisten Rückenschmerzen. Allerdings kommt es auf die richtige Befüllung der Matratze an. Ausschlaggebend dafür sind Körpergewicht, Körpergröße und die übliche Schlafhaltung. Verursacht das Wasserbett hingegen Rückenschmerzen, sollte der Füllstand überprüft werden. Dann kann der Schlaf auch wieder völlig entspannt und erholsam vonstatten gehen.

 

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