Schlafstörungen ab 50: Ursachen und was tun?

 

Mit fortschreitendem Alter vermindert sich das Schlafbedürfnis bei nahezu allen Menschen. Doch das ist nicht der eigentliche Grund, warum so viele ab 50 unter massiven Ein- und Durchschlafproblemen leiden. Denn in dieser Altersgruppe spielen noch ganz andere Ursachen und Faktoren eine entscheidende Rolle. Einen guten und erholsamen Schlaf auch im Alter ab 50 zu genießen, ist mitunter schwer – aber nicht unmöglich.

 

Welche Ursachen haben Schlafstörungen ab 50?

 

Ab einem gewissen Alter neigen wir alle dazu, generell weniger Schlaf zu benötigen. Doch bei der Altersgruppe ab 50 tritt das verminderte Schlafbedürfnis meist noch gar nicht so sehr in den Vordergrund.

Allerdings verändern sich in dieser Lebensphase bereits der Anteil und die Dauer der einzelnen Schlafphasen.

Während also Kinder, Jugendliche und auch junge Erwachsene weitaus häufiger und länger in der Traumphase sind, brauchen ältere Erwachsene oftmals nur bis zu eine Stunde dieser Phase. Sie träumen also weitaus weniger, wodurch sich der gesamte Schlafzyklus verschiebt und verändert.

Es handelt sich also oftmals um eine biologische Veränderung, denn durch die kürzeren Traumphasen befinden sich Menschen ab 50 weitaus häufiger in einer Leichtschlafphase.

Sie schlafen folglich weitaus weniger tief, wodurch die Schlafqualität im Endeffekt aus natürlichen Gründen abnimmt. In diesem Fall spricht man jedoch nur selten von echten Schlafstörungen. Denn diese haben auch im Alter von über 50 Jahren ganz andere Ursachen.

Mögliche Gründe für die Schlaflosigkeit im Alter können sein:

  • natürliche Alterungsprozesse der Zellen
  • regelmäßige Medikamenteneinnahme, wie zum Beispiel Mittel zur Regulierung des Blutdrucks
  • körperliche Einschränkungen sowie damit verbundene Alterserscheinungen und Begleitsymptome wie Schmerzen
  • stressige Lebensumstände
  • physische Erkrankungen
  • Schilddrüsenunter- und –überfunktionen
  • Verdauungsprobleme
  • Übergewicht
  • Melatoninmangel

Hinweis: Im Alter verändert sich nicht nur der Schlaf-Wach-Rhythmus. Der Körper produziert bei älteren Menschen auch weitaus weniger Melatonin, weswegen es in der Altersgruppe ab 50 häufiger zu Ein- und Durchschlafproblemen kommt.

Bei Frauen kommen zudem die Auswirkungen der hormonellen Veränderung besonders stark zum Tragen. Denn in den Wechseljahren wird alles auf den Kopf gestellt, sodass es hier verstärkt zu Schlafstörungen kommt, unten denen Männern weitaus weniger zu leiden haben.

Zumindest nicht aus den Gründen, der hormonellen Veränderung. Denn rund 40 bis 60 Prozent der Frauen im Alter ab 50 leiden sehr stark unter dem sinkenden Östrogenspiegel.

 

Warum verursachen die Wechseljahre oftmals Schlafstörungen?

 

Sind die Symptome der Wechseljahre der Grund für die Schlafstörungen, liegt es in erster Linie an dem stetig absinkenden Östrogenspiegel. Neben dem Ende der Fruchtbarkeit und der Menstruation ist es ausgerechnet dieses Hormon, dass mit zunehmendem Alter dafür sorgt, dass man schweißgebadet wach wird oder unter Hitzewallungen leidet, die auch nachts auftreten können. An einen wohltuenden und gesunden Schlaf ist dann in aller Regel nicht mehr zu denken.

Da das Hormon Östrogen zudem als Stimmungsaufheller wirkt, kommt es durch den Rückgang oftmals zu nervösen Unruhezuständen sowie Verstimmungen. Das verhindert beispielsweise das abendliche Abschalten, sodass unter Umständen bereits das Einschlafen zu wahren Tortur wird.

Neben dem Östrogen ist es aber auch das Hormon Progesteron, welches in den Wechseljahren abnimmt. Bei jungen Frauen ist es wichtig, um beispielsweise Schwangerschaften körperlich gesehen vorzubereiten und aufrechtzuerhalten. Mit dem Einsetzen der Wechseljahre wird es sozusagen nicht mehr gebraucht und es kommt auch hier zu einer Verringerung.

Zugleich ist Progesteron aber auch ein wichtiger Botenstoff für das weibliche Gehirn. Ist der Progesteronspiegel ausgeglichen, wirkt es schlaffördernd und beruhigend. Sinkt dieser Hormonspiegel ab, kommt es für viele Frauen zu Schlafstörungen.

Aber es sind nicht nur die hormonellen Veränderungen, die besonders Frauen in den Wechseljahren Probleme bereiten. Oftmals finden im Alter ab 50 auch einschneidende Veränderungen statt, die den Beruf und die Familie betreffen. In Kombination mit den weniger werdenden Hormonen nicht selten eine der Hauptursachen für Schlafstörungen in dieser Altersgruppe.

 

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Was tun, wenn die Schlafstörungen ab 50 Überhand nehmen?

 

Auch im Alter ab 50 spricht man erst dann von echten Schlafstörungen, wenn das Ein- und Durchschlafen häufiger als dreimal in der Woche zum Problem wird. Doch ebenso wie in jungen Jahren sollte der Griff zur Schlaftablette die rühmliche Ausnahme sein und bleiben.

Doch was tun?

  1. Sind Medikamente die Ursache, hilft manchmal ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um hier vielleicht ein anderes Präparat zu erhalten, welches nicht unbedingt als Nebenwirkung für Schlafstörungen sorgen kann.
  2. Meditation, Atemübungen oder auch andere Entspannungsübungen sind ideal, um zur inneren Ruhe zurückzufinden und die Einschlafphase leichter zu gestalten.
  3. Die Bettausstattung, insbesondere die Matratze sowie die Bettwaren sollten den veränderten Bedürfnissen angepasst werden.
  4. Bei der Schlafumgebung sollte auf eine optimale Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius geachtet und zudem für eine gute Belüftung gesorgt werden.
  5. Eine gute und gesunde Lebensführung sowie eine optimierte Schlafhygiene können durchaus auch im Alter schlaffördernd wirken.

 

Welche Alternativen gegen Schlafstörungen gibt es?

 

Neben den herkömmlichen Methoden können auch alternative Naturpräparate die Schlafstörungen ab 50 eindämmen. So haben sich Pflanzentees besonders bewährt.

Ideal sind hier die Wirkungsweisen der folgenden Pflanzenextrakte:

  • der aus der Wurzel der Traubensilberkerze wirkt sehr gut gegen Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen oder andere Wechseljahresbeschwerden
  • Baldrian und Hopfenzapfen wirken sehr beruhigend und können so gerade die Störungen beim Einschlafen mindern
  • Salbei wirkt schweißlindernd, sodass die nächtlichen Hitzewallungen und Schweißausbrüche vermindert werden
  • Johanniskraut kann auf natürliche Weise ähnlich wie Östrogen wirken und die Stimmung aufhellen, weswegen Durchschlafprobleme sanft behandelt werden können

Ausgedehnte Spaziergänge am Tag können zudem ebenso schlaffördernd wirken wie eine geregelte Zubettgehzeit. Denn gerade wenn sich im Alter der eigene Schlaf-Rhythmus verändert und die innere Uhr plötzlich anders zu ticken scheint, können feste Schlafenszeiten sehr sinnvoll sein, um sich besser auf die natürlichen Veränderungen einzustellen.

 

Fazit

 

Schlafstörungen ab 50 haben in der Regel ganz natürliche Ursachen. Welche Behandlungsmöglichkeit jedoch am sinnvollsten ist, liegt grundsätzlich daran, wodurch die Ein- und Durchschlafprobleme verursacht werden.

Doch auch wenn es in der Natur der Wechseljahre oder des Alterungsprozesses begründet ist, dass man schlechter schläft, muss man sich damit natürlich nicht abfinden. Es gibt immer etwas, was man optimieren kann, damit die ohnehin verminderte Schlafqualität wieder etwas angehoben werden kann.

Schlaftabletten und dergleichen gehören aber auch im Alter nicht zu einem gesunden Schlaf. Stattdessen sind Schlafhygiene, Bettausstattung und natürliche Alternativen eine weitaus bessere Lösung, um die Schlafstörungen zu beseitigen.

 

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