Wann sollte ich wegen einer Schlafstörung zum Arzt?

 

Nicht selten beneiden gerade erwachsene Menschen, die im Alltag stark ausgelastet sind und dennoch nicht gut schlafen können, die Kinder. Denn diese legen sich in der Regel hin und können, wenn sie müde sind, einfach immer und überall schlafen. Doch natürlich kann man Erwachsene nicht mit Kindern vergleichen, da hier bereits das Schlafbedürfnis unterschiedlich ist. Dennoch ist jeder darum bemüht, genug Schlaf zu bekommen. Wenn es dann nicht klappt, taucht indes schnell die Frage auf, ab wann man ernsthaft ein Problem hat und mit einer Schlafstörung zum Arzt gehen sollte.

 

Was versteht man unter echten Schlafstörungen?

 

Es wird im Leben aller Menschen hin und wieder Nächte geben, in denen man weniger gut oder auch zu wenig schläft. Die Gründe können natürlich ganz unterschiedlich sein. Vielleicht waren Freunde zu Besuch oder eine Feier fand statt. Oder durch eine Erkältung kam man nicht so recht zur Ruhe und fühlt sich am nächsten Morgen müde und unausgeschlafen. Das sollte zwar nicht zur Regel werden, ist aber grundsätzlich noch kein Problem oder als echte Schlafstörung einzuschätzen.

Mediziner unterscheiden bei Schlafstörungen unter primären und sekundären Störungen des Schlafes. Während bei einer primären Schlafstörung weder eine psychische noch körperliche Ursache festgestellt werden kann, liegt die Störungsursache bei der sekundären Schlafstörung in der Umgebung des Schlafenden. Das kann dann also auch mal der laut schnarchende Partner, der laufende Fernseher oder übermäßig starker Straßenlärm sein.

Hinweis: Man spricht aus medizinischer Sicht im Übrigen erst dann von einer echten Schlafstörung, wenn die Nachtruhe häufiger in der Woche gestört ist. Wer also einmal nicht so gut schläft, leidet nicht automatisch an einer Schlafstörung.

 

Welche Ursachen sind für Störungen des Schlafs verantwortlich?

 

Statistisch gesehen sind emotionale Belastungen, Sorgen und Probleme die häufigste Ursache für Schlaflosigkeit. Doch es gibt auch noch andere Auslöser, die einen guten und erholsamen Schlaf verhindern können.

Dazu gehören unter anderem:

  • Hormonumstellungen während der Pubertät oder in den Wechseljahren
  • Hitze und Kälte
  • Schmerzen und/oder körperliche Einschränkungen und Krankheiten
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Übergewicht
  • Reizüberflutungen durch laufenden Fernseher, Straßenbeleuchtung, Straßenlärm
  • Lebensführung, bei der übermäßiger Alkohol-, Nikotin- und Koffeingenuss sowie üppiges Essen bis in den späten Abend dazu gehört
  • Bettausstattung, die nicht an die persönlichen Bedürfnisse angepasst ist
  • Erkrankungen auf psychischer Ebene
  • Schichtarbeit und/oder gestörter Biorhythmus
  • Nebenwirkung von Medikamenten

 

Woran erkennt man eine Schlafstörung?

 

In erster Linie fühlt man sich natürlich am nächsten Morgen völlig müde und nicht wirklich erholt. Zudem macht sich recht schnell eine ständige Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Leistungsschwäche bis hin zum Gedächtnisverlust bemerkbar. Dauert die Schlafstörung längere Zeit an, kann es zudem zu depressiven Stimmungen kommen.Es kommt also generell darauf an, sich selbst ein wenig genauer zu betrachten.

Der Arzt sollte aufgesucht werden, wenn:

  • man über einen längeren Zeitraum an 3 Tagen und mehr in der Woche weniger als 5 Stunden Schlaf bekommt
  • dieser Zustand länger als 4 Wochen anhält und beispielsweise keine vorübergehende Erkrankung als Ursache benannt werden kann
  • die Einschlafphase dauerhaft länger als 30 Minuten dauert
  • man nachts mehr als 4 Mal bewusst aufwacht und danach nicht gleich wieder einschlafen kann
  • die Tagesmüdigkeit fast schon normal ist und dadurch Leistung-, Konzentrations- und Erinnerungsvermögen beeinträchtig werden
  • man selbst psychische Ursachen vermutet, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen
  • man körperliche Gründe, wie zum Beispiel Atemnot, übermäßiges Schnarchen, Atemaussetzer oder Muskelzuckungen erkennt oder vermutet

 

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Wie kann man Schlafstörungen vorbeugen?

 

Wer nachts nicht gut schläft, sollte sich umgehend auf Ursachensuche begeben. Hier ist es durchaus sinnvoll, die Schlafumgebung, die Schlafhygiene, die Schlafrituale und die Lebensführung genauer unter die Lupe zu nehmen. Ist hier alles optimal oder bedarf es einer Verbesserung?

Zudem ist es ratsam, auf den Mittagsschlaf zu verzichten, wenn man feststellt, dass man nachts nicht gut schläft oder unter Ein- und Durchschlafproblemen leidet. Außerdem kann tagsüber viel Bewegung, möglichst an der frischen Luft schlaffördernd wirken.

Darüber hinaus ist es immer ganz wichtig, auf den eigenen Biorhythmus zu achten und den richtigen Schlafbedarf für sich selbst zu ermitteln. Wer beispielsweise von Natur aus eher ein Frühaufsteher ist, wird sicher nicht so spät ins Bett gehen. Hingegen haben es sogenannte Nachteulen immer schwer, wenn sie zu früh ins Bett gehen. Hier ist es wichtig, sich ein wenig nach der inneren Uhr zu richten und nicht nach der allgemein gültigen Zeit.

 

Welche Alternativen gibt es zur medikamentösen Behandlung?

 

Schlafstörungen sollten generell nicht unbedingt mit Schlaftabletten und anderen Medikamenten behandelt werden. Auch wenn das nach einigen schlaflosen Nächten oftmals wie die Erlösung erscheinen mag. Doch diese Medikamente machen schnell abhängig und lösen das Problem noch lange nicht. Denn die eigentliche Ursache wird damit nicht beseitigt.

Zudem kommt es recht schnell zu einer Gewöhnung. Sind die Gründe für die Schlaflosigkeit dann trotzdem noch existent, braucht man eine höhere Dosis und schon befindet man sich einem Teufelskreis.

Besser sind hier echte Alternativen, die beim Einschlafen helfen und das Durchschlafen erleichtern. Beispielsweise haben sich folgende Dinge bewährt, die auf gesunde und natürliche Weise bei Schlafstörungen helfen können:

  • Hausmittel wie Kräutertees oder Milch mit Honig
  • Duftkissen, die mit Kräutern gefüllt sind, die beruhigend wirken
  • abendliche Meditationen, Autogenes Training oder entspannende Atemübungen

Zudem sorgt die tägliche Bewegung im Freien dafür, dass genügend Serotonin für die abendliche Melatoninproduktion bereitgestellt werden kann. Deswegen ist es auch wichtig, in einem gut abgedunkelten Zimmer zu schlafen, damit der Körper genügend Schlafhormon erzeugen kann.

 

Fazit

 

Jeder Mensch ist hin und wieder davon betroffen, dass die Nacht zu kurz ist oder man wach wird, und nicht wieder einschlafen kann. Doch erst wenn diese gestörten Nachtstunden 3 Mal und häufiger pro Woche auftreten oder man über einen längeren Zeitraum nie länger als 5 Stunden schläft, obwohl der Schlafbedarf deutlich höher ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ebenso ist es ratsam, mit dem Arzt über mögliche Erkrankungen zu sprechen, damit diese als Ursache bestimmt oder ausgeschlossen werden können.

Bei wem die Schlafstörungen länger als einen Monat gehäuft auftreten, kann von einer echten Störung ausgehen. Gemeinsam mit dem Arzt sollte hier abgeklärt werden, woran es liegt und welche Behandlung am sinnvollsten ist. Der ungezügelte Griff zur Schlaftablette ist es in der Regel nicht.

 

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