Blaues Licht: Stört es den Schlaf?

 

Viele Schlafmediziner warnen uns vor blauem Licht im Schlafzimmer, denn es kann uns den Schlaf rauben oder zumindest die Schlafqualität stark herabsetzen. Doch liegt es tatsächlich an diesem Lichtspektrum, dass wir schlechter und weniger schlafen? Wir haben uns einmal einige Studien zu diesem Thema näher angesehen und dabei Erstaunliches herausgefunden.

 

Wo kommt blaues Licht vor?

 

Das blaue Licht, von dem wir hier sprechen, kommt vor allem in LED-Bildschirmen, LED-Beleuchtungen, aber auch im Tageslicht zum Beispiel vor.

Auch wenn man es nicht als blaues Licht erkennt, unser Auge nimmt es dennoch wahr. Unbewusst und gänzlich ohne unser Zutun oder das wir es beeinflussen könnten.

Blaues Licht wird für uns sichtbar:

  • im natürlichen Sonnenlicht
  • durch LED-Lampen
  • durch aktive Bildschirmen
  • bei der Handynutzung

Im Tageslicht ist ebenso viel blaues Licht enthalten, wie beispielsweise der laufende Fernseher in das dunkle Schlafzimmer abgibt. Bisher ist man immer davon ausgegangen, dass dieser Lichteinfluss unserem Körper suggeriert, dass es noch taghell ist und deswegen ein erholsamer Schlaf nicht möglich ist.

Selbst die praktischen E-Book-Reader strahlen dieses Licht aus. Die Melatonin-Produktion kann aber erst dann einsetzen, wenn das blaue Licht weniger wird.

So wie es eben am Abend ist, wenn das Tageslicht langsam in die Dämmerung übergeht.

 

Warum stört blaues Licht den Schlaf?

 

Im elektromagnetischen Lichtspektrum befindet sich der Bestandteil von blauem Licht in einem Wellenlängenbereich zwischen 380 bis 500 Nanometern.

Das bedeutet, dass es in diesem Bereich für das menschliche Auge sichtbar beziehungsweise wahrnehmbar ist. Selbst dann, wenn das Licht vom Display oder vom Fernseher eher als weiß wahrgenommen wird.

Grundsätzlich hat das blaue Licht sowohl positive Auswirkungen auf uns als auch negative.

Denn während es durchaus positiv zu bewerten ist, dass das blaue Licht im Sonnenlicht uns wach macht, ist es eher negativ zu sehen, wenn es uns durch den laufenden Fernseher abends schlechter schlafen lässt.

Auf den Schlaf nimmt das blaue Licht dahingehend Einfluss, dass der Ausstoß an Melatonin stark herabgesetzt wird. Somit kommt der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus bei einigen Menschen aus dem Takt und es folgen unruhige Nächte bis hin zu massiven Schlafstörungen.

Insbesondere dann, wenn die Lichtquelle, von welcher blaues Licht ausgeht, sehr nah und sehr lange vor den Augen ist.

Wer also bis spät am Abend oder gar die ganze Nacht am PC, am Handy oder auch am E-Book-Reader sitzt, wird mitunter sehr viel schneller mit dem Problem der Schlaflosigkeit konfrontiert.

 

Was sagt die Wissenschaft dazu?

 

Wissenschaftler sind sich nicht ganz einig darüber, ob es nun tatsächlich das blaue Lichtspektrum ist, welches den menschlichen Schlaf stört oder ob es nicht vielleicht auch ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren ist.

Der laufende Fernseher im Schlafzimmer spielt bei der Schlafqualität nämlich nur eine entscheidende Rolle, weil die Geräuschkulisse den gesunden Schlaf stört.

Hingegen ist das blaue Licht aufgrund der meist größeren Entfernung zum Bett weitaus weniger störend. Ebenso kann ein spannender Film durchaus länger wachhalten, was jedoch in diesem Fall weniger am blauen Licht liegt, als tatsächlich an der Filmhandlung.

So fanden Forscher heraus, dass nach zwei Stunden intensiver Bildschirmarbeit der Melatoningehalt bis auf 23 Prozent absinkt.

Eine Umfrage in Belgien brachte zudem ans Licht, dass die abendliche Handynutzung im dunklen Schlafzimmer den Effekt erzeugt, dass die Nutzer am nächsten Tag fünfmal häufiger müde waren, als Vergleichspersonen.

Wissenschaftliche Studien ergaben außerdem, dass Menschen, die tagsüber sehr viel Aufenthalt im Freien genießen und somit jede Menge an blauem Licht wahrnehmen, am Abend sehr viel weniger vom Einfluss dieses Lichtspektrums mitbekommen.

Das bedeutet also: Wer am Tag viel Sonne tankt oder zumindest eine verhältnismäßig lange Zeit im Freien unterwegs ist, wird am Abend selbst dann gut schlafen, wenn das blaue Lichtspektrum dann aus dem Fernseher oder dem E-Boo-Reader kommt.

Andersherum sorgt viel Lichteinfluss am Abend nach einem auffallend dunklen Tag oder zu wenig Aufenthalt im Freien für den gegenteiligen Effekt. Denn dann ist man weitaus anfälliger für die blauen Lichtwellen und kann nur schwer schlafen.

 

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Was tun, wenn es doch zu Schlafstörungen kommt?

 

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, empfehlen Schlafmediziner und Schlafforscher, dass man die Nutzung von Unterhaltungselektronik spätestens um 22 Uhr einstellt.

Das ist natürlich nur ein Richtwert, denn bei jedem tickt die innere Uhr bekanntlich etwas anders. Auch spezielle Brillen mit einem Blaulichtfilter können helfen, damit das blaue Licht nicht zu stark Einfluss auf den erholsamen Nachtschlaf nehmen kann.

Sollte es dennoch zu Schlafstörungen kommen, empfiehlt es sich zudem, die eigene Schlafhygiene, die persönliche Lebensführung und natürlich auch die individuelle Bettausstattung inklusive der Matratze genau zu überprüfen.

  • Ist die Matratze wirklich den eigenen Bedürfnissen angepasst und ein hoher Schlafkomfort gewährleistet?
  • Ist das Schlafzimmer gut abgedunkelt, gelüftet und möglichst nicht stark überhitzt?
  • Gibt es abendliche Schlafrituale, die förderlich für das schnelle Einschlafen sind?
  • Wurde am Abend nicht zu spät und nicht zu viel gegessen?
  • Wurde am Abend auf übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsum verzichtet?

Üblicherweise ist es ebenso sinnvoll, den anstrengenden Tag nicht mit einer Runde Powersport ausklingen zu lassen, sondern stattdessen einen Abendspaziergang zu machen oder ein entspannendes Fußbad zu genießen.

Auf diese Weise können sich Körper und Geist weitaus einfacher auf die Schlafenszeit einstellen.

 

Fazit

 

Blaues Licht hält uns wach. Am einfachsten spürt man das, wenn man den Tag im Freien und in der Sonne genießt, denn auch da kommt das blaue Lichtspektrum vor.

Wissenschaftler sind sich jedoch etwas uneins, ob das blaue Licht aus LED-Lampen, TV-Geräten oder E-Book-Readern tatsächlich den Schlaf massiv in negativer Weise beeinflusst. Denn die bisherigen Studien sind immer nur als Momentaufnahmen zu werten.

Sinnvoll ist es jedoch, möglichst viel Abstand zu einem Gerät zu halten, was im blauen Wellenbereich des Lichtspektrums liegt. Denn je näher man dieser Lichtquelle kommt, umso munterer wird man und umso weniger kann die Melatoninproduktion anlaufen, wenn man sich abends zur Ruhe begibt.

Wie immer macht die richtige Dosis den Unterschied. Zu viel ist eben niemals gut, weswegen es auch beim blauen Licht immer ein wenig auf den verantwortungsvollen Umgang ankommt, um weiterhin gut schlafen zu können.

 

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