Tipps für einen erholsamen Mittagsschlaf

 

Es ist nicht immer und für jeden jederzeit machbar, doch ein Mittagsschlaf kann durchaus erfrischend und erholsam sein. Allerdings gilt es einiges zu beachten, damit diese Erholungspause am Mittag auch wirklich Erholung bringt und zudem die nötige Nachtruhe nicht zu sehr beeinträchtigt wird.

 

Wozu braucht man eigentlich ein Nickerchen?

 

Während die meisten von uns in jungen Jahren sich nicht wirklich darum gerissen haben, mittags zu schlafen, ist es nun im Erwachsenenalter durchaus verlockend. Denn gerade um die Mittagszeit lässt die Konzentration nach, wir fühlen uns müde und abgestimmt und die Bio-Leistungskurve rutscht in den Keller.

Das ist beileibe nicht ungewöhnlich, denn selbst bei ausreichend Schlaf von etwa 7 bis 8 Stunden in der Nacht verbraucht der Körper in der ersten Tageshälfte jede Menge Energie. Um es überhaupt unbeschadet bis zum Abend zu schaffen, schaltet der Organismus also auf Sparflamme.

Im Grunde also ein perfekter Schutzmechanismus, den uns Mutter Natur mit auf den Weg gegeben hat. Denn damit soll unser Körper vor Überlastung geschützt werden. Da kommt ein Mittagsschlaf eigentlich gerade richtig, oder?

 

Was bringt der Mittagsschlaf?

 

Selbst bei sehr kurzen Erholungsphasen in der Mittagszeit kann sich der Körper wieder regenerieren. Die Batterien werden also wieder aufgeladen, damit wir wieder konzentrierter, leistungsfähiger und vor allem munterer sind.

Neben diesen eher allgemeinen Gründen bringt der Mittagsschlaf aber noch weitere Vorteile, denn:

  • unser Herz-Kreislauf-System kann sich erholen, was das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden um stattliche 37 Prozent verringert
  • durch die Erholungsphase wird das vegetative Nervensystem entlastet, das Herz schlägt langsamer und der Blutdruck sinkt, wodurch letztendlich Stress abgebaut wird
  • das Mittagschläfchen lässt den Serotonin-Spiegel ansteigen, wodurch sich die Laune schlagartig verbessert
  • unsere Gedächtnisleistung wird erheblich verbessert, wenn wir uns mittags einige Zeit hinlegen und schlafen
  • bei einem Mittagsschlaf wird die rechte Gehirnhälfte wieder aktiver, was sich in einer gesteigerten Kreativität bemerkbar macht

Wer zudem vielleicht in der Nacht davor ein bisschen zu wenig Schlaf abbekommen hat, kann mit einem Mittagsschläfchen dieses Defizit wieder ein wenig ausgleichen.

Hinweis: Wer jedoch ganz generell an Schlafstörungen oder Depressionen leidet, sollte auf das kurze Schläfchen am Mittag verzichten. Denn in diesen Fällen kann es sich eher nachteilig auf den Gesundheitszustand auswirken.

 

 

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Welche Tipps für einen erholsamen Mittagsschlaf machen Sinn?

 

Ein erholsamer Mittagsschlaf kann tatsächlich wahre Wunder bewirken, doch es gilt einiges zu beachten:

  1. Dass es mittags zu einem Tief kommt, sollte man akzeptieren und nicht auf Teufel komm raus dagegen angehen. Es ist völlig normal, dass es bei den meisten Menschen zwischen 13 und 15 Uhr zu einem absoluten Leistungstief Wer jedoch dieses Tief nutzt, um sich effektiv zu erholen, vermindert Folgeerkrankungen, die oftmals sehr viel verheerender sein können, als für eine kurze Zeit komplett abzuschalten und neue Kraft zu tanken.
  2. Der Mittagsschlaf sollte maximal 40 Minuten dauern. Besser sind sogar eher 15 bis 20 Minuten, was allgemeinhin auch als Powernapping bekannt ist. Diese kurze Zeit reicht vollkommen, um das Regenerationsprogramm des Körpers anzukurbeln. Hier kann ein Wecker hilfreich sein, um so schnell wie möglich wieder aus dem Mittagsschlaf zu erwachen.
  3. Es muss nicht immer die liegende Position sein, um sich mittags zu entspannen. Im Büro oder generell in der Mittagspause reicht es schon, eine bequeme Sitzhaltung einzunehmen und die Füße hochzulegen, um die Augen für ein paar Minuten zu schließen.
  4. Versuchen Sie in Ihrer Mittagspause so störungsfrei wie möglich zu regenerieren. Das bedeutet: Kein lästiges Telefonklingeln, kein plärrendes Radio oder TV, kein hektisches Umfeld durch schwatzende Kollegen. Suchen Sie stattdessen einen ruhigen Ort, der Ihnen die Erholung auch geistig ermöglicht.
  5. Es muss nicht der Tiefschlaf sein, der mittags die Erholung bringt. Der Halbschlaf oder das Dösen wirkt oftmals in der Kürze der Zeit ohnehin sehr viel besser.
  6. Kommunizieren Sie ruhig auch unter Kollegen oder beim Chef, dass Sie mittags für einige Minuten Ruhe und Erholung mittels einem Powernap anstreben. Vermutlich werden Sie auf ein viel größeres Verständnis stoßen, als Sie zunächst annehmen.
  7. Nicht immer bringt der Mittagsschlaf selbst die Erholung, nach der unser Körper und unser Geist um diese Zeit des Tages schreien. Eine entspannende Massage oder ein paar Yoga-Übungen können hier den gleichen Effekt haben. Oder wie wäre es mit ein paar Minuten Meditation?
  8. Trinken Sie den Kaffee am Mittag möglichst direkt vor dem kurzen Mittagsschlaf. Denn bis das Koffein wirkt, können Sie vor sich hindösen und sind dann schnell wieder fit.

Tipp: Sich im Büro mittags an den Schreibtisch zu setzen und mit dem Kopf auf den Armen zu schlafen ist im Übrigen sehr viel weniger erholsam, als man zunächst annehmen könnte. Das liegt daran, dass in dieser Sitzhaltung das Blut nicht richtig zirkulieren kann, weswegen es hier nicht zu einer wirklichen Erholung und Entspannung kommen kann.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass Sie den Raum, in welchem Sie Ihren Mittagsschlaf machen wollen nicht abdunkeln. Denn dann würde die Melatonin-Produktion zu sehr angeschoben und Sie haben Mühe, rechtzeitig wieder wach und fit zu sein.

Generell sollten Sie es sich für den Mittagsschlaf nicht zu gemütlich machen.

Das bedeutet: Eine bequeme Haltung ist vollkommen in Ordnung, doch die kuschelig warme Decke verleitet eher zum Liegenbleiben, anstatt zum gestärkten Weitermachen.

 

Fazit

 

Ein Mittagsschlaf kann sehr erholsam sein, wenn man ihn erstens an den eigenen Bio-Rhythmus anpasst und ihn zweitens nicht zu sehr ausdehnt. Wer länger als die maximalen 40 Minuten mittags schläft rutscht nämlich in die tiefere Schlafphase und hat danach Mühe, wieder leistungsfähig und fit die zweite Tageshälfte zu absolvieren.

Dabei wirkt ein kurzes Nickerchen sehr vitalisierend, denn die Energie wird aufgetankt, Stress abgebaut, das Herzinfarktrisiko sinkt, eventuelle Schlafdefizite werden ausgeglichen und die Leistungsfähigkeit steigt wieder an. Wer das Mittagsschläfchen nicht durchführen kann, sollte im persönlichen Leistungstief auf Yoga, Meditation oder einen Spaziergang an der frischen Luft zurückgreifen. Denn auch hier wird der Akku wieder aufgeladen.

Menschen, die an massiven Schlafstörungen oder Depressionen leiden, sollten auf den Mittagsschlaf allerdings verzichten. Denn in diesen Fällen kommt es weitaus weniger zur Erholung, sondern es wird zum Teufelskreis. 

 

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