Zwischen sechs und acht Stunden liegen wir tagtäglich im Bett und unser Körper lädt seinen Akku auf. Umso elementarer ist neben der Umgebungssituation und dem Bett an sich das Kopfkissen. Die Höhe und Größe, der Füllstoff wie auch Überlegungen zur Schlafhygiene spielen beim Kissenkauf eine Rolle. Das Kissen muss zur Matratze passen und beides zum Schlaftypus. Mit diesen Tipps verbessern Sie die Schlafqualität.

Der Werbeeinleger verspricht Schlafkomfort in Form eines Kopfkissens beim nächstgelegenen Discounter. Für 25 Euro gekauft, folgen meist Nackenschmerzen und ein unruhiger Schlaf.

Wer auf Schlafqualität achtet – und das sollte man schon aus gesundheitlichen Gründen – sollte sich umfassend und individuell im Fachhandel beraten lassen.

Der Schlaftypus spielt, wie im ersten Teil beschrieben, eine besondere Rolle. Denn ob Bauch-, Rücken-, oder Seitenschläfer. Die Kissenfüllung kann den Unterschied ausmachen.

Wussten Sie, dass gerade die Symbiose zwischen Kopfkissen und Matratze immens wichtig für den gesunden Schlaf ist, egal ob Kaltschaum- oder Visco-Matratze? Dann lesen Sie mal weiter …

Matratze und Kissen – eine Symbiose mit Wirkung

Ein guter Fachberater fragt beim Kissenkauf nach Ihrer Matratze. Warum? Die Höhe der Matratze, das Material und die Festigkeit, aber auch die Art der Schulterzonen sind für den richtigen Kissenkauf elementar wichtig.

So ist die Wahl der Kissenhöhe abhängig von der Einsinktiefe der Matratze. Sinkt man, je nach Härtegrad, tief in die Matratze ein, sollte das Kissen nicht hoch sein, um den Halswirbel nicht zu überstrecken. Umgekehrt passt eine geringe Einsinktiefe zu einem flacheren Kissen.

Wussten Sie, dass 95 Prozent aller Nackenverspannungen von einer schlechten Schulterzone der Matratze kommen? Umso wichtiger ist die Wahl des passenden Kopfkissens zur Matratze. Nur so können Verspannungen und eingeschlafene Arme verhindert werden.

Hygiene und Atmungsaktivität beim Kissenkauf beachten

Über den Kopf verliert der Mensch einen Großteil seiner Wärme und Flüssigkeit. Ergo muss beim Kissenkauf auf den hygienischen Faktor geachtet werden. Ist das Kissen nicht atmungsaktiv, führt dies zu einem sehr unruhigen Schlaf und die notwendige Regeneration des Körpers fällt aus.

Besonders die gruseligen Mitbewohner mancher Schlafzimmer, die Milben, fühlen sich in diesem feuchten und warmen Klima überaus wohl. Diese kleinen Spinnentiere können durch ihre Ausscheidungen, ebenso wie Wanzen, den Schlaf negativ beeinflussen. Leidet man ohnehin unter Allergiebeschwerden, die durch ein gutes Kopfkissen und eine gute Matratze vermindert werden können, sollte man dies in die Kaufentscheidung mit einfließen lassen.

Im Fachhandel finden sich sogar kühlende Kopfkissen, die gerade für den Schlaftypus des „Schwitzers“ erholsameren Schlaf versprechen.

 

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Beim Kissenkauf auf Waschbarkeit achten

Der Weg zur Waschmaschine ist nicht weit und so zieht man am Ende ein völlig deformiertes Kopfkissen aus der Trommel. Kennen Sie das?

Nicht jedes Kissen ist waschbar, teils sogar nicht mal per Hand. Erkundigen Sie sich beim Kopfkissenkauf nach der Waschbarkeit. Teils und wenn die Waschmaschine eine große Trommel besitzt, können die Kissen gewaschen werden.

Je nach individueller Hygiene sollten Kopfkissen alle vier bis sechs Wochen gereinigt werden. Beim Kissenbezug sollte spätestens nach sechs Wochen und bei Bettbezügen nach zwei Wochen die Waschmaschine zum Einsatz kommen.

Achten Sie auf die Beschreibung beziehungsweise den Wasch- und Pflegehinweis am Kissen direkt. Die Symbolik erklärt die Möglichkeiten zur Hand- oder Waschmaschinenreinigung.

Ist die Kissengröße beim Kissenkauf zu beachten?

In den meisten Schlafzimmern finden sich Kopfkissen in den Maßen 80 mal 80 Zentimeter. Doch gerade dieses übliche Maß ist teils schädlich für einen gesunden Schlaf.

Überdeckt das Kissen die Schulterzonen der Matratze, können diese Zonen nicht ihre gesundheitsfördernden Wirkungen entfalten. Ein auf das Körpergewicht angepasstes Einsinken in die Matratze wird verhindert und die Brustwirbelsäule bäumt sich auf. So stehen, bei Seitenschläfern, die Wirbel schräg zueinander und der Druck auf die Bandscheibe wird erhöht. Fatal für den gesamten Körper und die Muskulatur, die unter steter Spannung steht.

Bevor man sein 80x80 Zentimeter großes Kopfkissen unruhig hin und her faltet, sollte man zu einem 40x80 Zentimeter großen Kissen greifen.

Unterschied zwischen Nackenstützkissen und Schlafkissen

Die meisten Verbraucher kennen nicht den Unterschied zwischen diesen beiden Kissenarten. Ein Nackenstützkissen stützt, wie der Name schon verrät, den Nacken und die Nackenmuskulatur. Dabei wird der Halswirbel fixiert. Für Menschen mit Halswirbelschädigungen oder Störungen der Wirbelsäule ist diese Kissenform zu empfehlen.

Ein Schlafkissen hat nur eine Aufgabe: Es soll zu einem guten Schlaf seinen Beitrag leisten. Dabei sollte die Höhe und die Kissenfüllung zum Schlaftypus passen.

Nach dem Kissenkauf unbedingt das Kissen testen

Ja, ein Kopfkissen ist ein Hygieneartikel und in der Regel vom Umtausch nach der Benutzung ausgeschlossen. Doch ohne es beim Schlafen zu testen, lohnt sich die Anschaffung eines guten Kissens nicht.

Der Fachhandel hält dafür spezielle und hygienisch eingeschweißte Testkissen bereit. Dieses bezieht man mit dem Kissenbezug seiner Wahl und testet am besten gleich zwei Modelle im eigenen Schlafzimmer.

Einige Onlinehändler beraten Kunden bezüglich ihrer individuellen Bedürfnisse und stellen ebenfalls Testkissen zur Verfügung. Denn letztlich geht es um so wenig und doch so viel: Ihren wohlverdienten und gesunden Schlaf.

Im Resümee gibt es viele Faktoren, die beim Kissenkauf beachtet werden sollten. Dabei bestimmt der Schlaftypus (Bauch-, Rücken-, oder Seitenschläfer) sowohl die Kissenfüllung als auch Größe und Höhe des Kopfkissens.

Doch das Kopfkissen muss schon aus orthopädischen Gründen zur Matratze passen. Deshalb sollte man generell von Discounterangeboten Abstand nehmen und sich im Fachhandel oder guten Onlineshops ausführlich beraten lassen.

Nach der Beratung kann ein Testkissen Klarheit schaffen, um die richtige Wahl zu treffen. Wer dann noch auf Atmungsaktivität, Hygiene und Waschmöglichkeiten achtet, bettet sich nicht nur gut. Man schläft einfach besser und tankt die Energie, die der Körper so sehr benötigt.

 

Fotos: © Yakobchuk Olena #127838374