Neben einer individuell angepassten Matratze und einem guten Lattenrost ist das Kissen für die Schlafqualität elementar wichtig. Doch nicht jedes Kissen ist gut für einen erholsamen Schlaf. Ob Kissenform oder Kissentyp, Füllstoffe oder Hygiene. Für ein optimales Liegegefühl und unser Wohlbefinden ist einiges beim Kissenkauf zu beachten.

Ungefähr 24 Jahre unseres Lebens verbringen wir im Bett und legen unseren Kopf zur wohlverdienten Ruhe, tagtäglich. Neben vielen Faktoren, wie Raumtemperatur, Luftfeuchte, Tag-Nachtwechsel und einer auf den Schlaftyp angepassten Matratze ist das Kopfkissen ein elementarer Teil eines guten Schlafes.

Doch was ist beim Kissenkauf wirklich zu beachten, damit Körper und Geist optimale Ruhe finden?

Die größten Fehler beim Kissenkauf

Hand aufs Herz. Wer kennt dieses Gefühl, morgens aufzuwachen und der Nacken schmerzt, gar Kopfschmerz ist ein steter Begleiter des Tages. Die Ursachen für einen schlechten Schlaf sind vielfältig. Zwar kann man viel für einen gesunden Schlaf tun, um Schlafstörungen zu vermeiden. Aber das Kopfkissen ist ein neuralgischer Ton im Crescendo guter Schlafqualität.

Die Angebote von Discountern locken. Für 25 Euro bieten opulent eingeschweißte Kopfkissen, Nackenkissen und Seitenschläferkissen nächtliches Wohlbefinden, so das Versprechen. Schwups liegt es im Einkaufswagen und Tage später hat sich alles eingestellt, nur kein erholsamer Schlaf.

Der Schlaf ist stets individuell und ob der Wichtigkeit können Schnellkäufe kaum ein gutes Ergebnis liefern. Es geht im Kern um eine gute Beratung beim Kissenkauf, um eine Testphase, um Atmungsaktivität und Kissenform. Doch der Reihe nach.

Gute Beratung verhindert Fehlkäufe beim Kopfkissen

Wie schwer sind Sie und welche Schlafposition wird bevorzugt? Haben Sie eine Neigung zum nächtlichen Schwitzen und spielen gesundheitliche Aspekte beim Schlaf eine Rolle? Ja, diese Fragen sind elementar, kaum sofort beim Discounterkauf beantwortbar. Umso wichtiger ist eine ausführliche Beratung in einem Fachgeschäft.

Gerade gesundheitliche Aspekte spielen eine Rolle. Bewiesenermaßen können Verspannungen im Nacken chronisch werden und auch die Halswirbelsäule und der ganze Körper können unter der falschen Kissenwahl leiden.

Ein guter Fachberater nimmt auf den Schlaftypus ebenso Rücksicht, wie auf bereits vorhandene orthopädische Befindlichkeiten. So kann ein Nackenkissen Abhilfe schaffen, oder ein Bauch- oder Seitenschläferkissen.

Auch Biokissen oder Reisekissen, vor allem Kinderkissen sollten an die Anforderungen und Bedürfnisse angepasst werden.

Die Kissenfüllung muss zum Schlaftyp passen

Faktoren wie Körpergewicht und Körperbau spielen bei der Wahl des Kissens eine entscheidende Rolle. Vor allem aber muss unterschieden werden zwischen Seiten- und Bauchschläfern und auch Rückenschläfer benötigen es individuell komfortabel.

Die unterschiedlichsten Kissenfüllungen stehen beim Kissenkauf zur Auswahl.

Baumwolle ist für Bauchschläfer und Menschen mit leichten Nackenproblemen ideal. Baumwollkissen passt sich gut an die Bewegungen an, sind eher flach, verlieren aber nach einiger Zeit an Volumen.

Daunen und Federn sind ebenso ein Naturprodukt und für Bauchschläfer eine gute Wahl. Sie geben gut nach und können, ebenso wie Baumwolle, als Bioprodukt im Fachhandel erworben werden.

Kapok wird aus den Pflanzenfasern der Früchte des Kapokbaumes gewonnen. Sie sind weicher als Baumwolle und eignen sich vornehmlich für den Typ Rückenschläfer, da sie dem Druck stark nachgeben.

Schafschurwolle kann für Rücken- und Seitenschläfer die optimale Füllung sein. Die Wollflocken passen sich gut den nächtlichen Bewegungen an und wirken für die Nackenmuskulatur unterstützend. Kissen aus Schafschurwolle sind höher als Baumwollkissen.

Naturlatex kann als ergonomisch geformtes Kissen für Seitenschläfer stabilisierend wirken. Der Kopf sinkt ein, bleibt aber stabil liegen und die äußeren Wölbungen stützen die Nackenmuskulatur. Teils werden auch Naturlatexflocken aus Naturkautschuk als Kissenfüllung genutzt. Anschmiegsam und den Halsbereich stützend sind sie für Rücken- und Seitenschläfer eine gute Wahl.

Hirse, beziehungsweise ein Kissen mit Hirsespreufüllung, hilft dem Schlaftypus des so genannten „Wälzers“. Die feinkörnige Hirse stützt den Nacken in allen Positionen und ist, trotz landläufiger Meinung, geräuscharm.

Bei einem Wasserbett sollte man darauf achten, dass das Kissen sehr atmungsaktiv ist, da Feuchtigkeit und Wärme nur nach oben hin abgestrahlt werden können.

Ein gutes Kissen kostet schon mal 100 bis 150 Euro, aber dafür hält es in der Regel auch vier bis fünf Jahre. Wer auf Allergien achten muss und wem Hygiene wichtig ist, sollte diese Aspekte bei der Beratung ebenso ansprechen, wie sein individuelles Schlafverhalten.

Doch warum muss das Kopfkissen zur Matratze passen, um erholsam Schlaf zu finden? Und wieso sollten Verbraucher von Discounterangeboten beim Kissenkauf Abstand nehmen und lieber ein Testkissen vom Fachhandel Zuhause ausprobieren? Die Wahl des richtigen Kopfkissens ist nicht einfach, aber diese Herausforderung ist lösbar. Im zweiten Teil komplettieren wir die Hilfestellungen zum Kauf des optimalen Kopfkissens.

 

Fotos: © Antonioguillem #200002257