Die Schlafphasen – ein festgelegter Rhythmus

In Schlaflaboren messen Wissenschaftler die Hirnaktivitäten ihrer Probanden. Meist sind es Menschen, die unter Schlafstörungen leiden. Wer aber die Schlafphasen kennt, die in einem festgelegten Rhythmus ablaufen, kann seine Gesundheit positiv beeinflussen und seine Leistungsbereitschaft verbessern.

Schlaf beeinflusst essenziell unser Wohlbefinden, sorgt für Erholung und steigert die Leistungsfähigkeit. Anhand der Hirnaktivitäten konnten Wissenschaftler fünf Schlafphasen eruieren, die nach einem festgelegten Rhythmus nacheinander ablaufen.

Doch was genau läuft in unserem Körper im gesamten Schlafzyklus ab und wie können wir dafür sorgen, dass unser Schlaf gesünder und kraftbringender wird?

Warum ist die Einhaltung von Schlafphasen für uns wichtig?

Ein gesunder und ruhiger Schlaf ist lebensnotwendig, ein Grundbedürfnis des menschlichen Körpers. Zwar können wir uns nie gänzlich von den Einflüssen der Jahreszeiten auf die Qualität des Schlafens befreien. Aber durch ideale Bedingungen im Schlafzimmer, individuelle Rituale beim Zubettgehen und einer gesünderen Lebensweise kann das Schlafverhalten nachweislich positiv beeinflusst werden.

Wissenschaftler der Chronobiologie fanden heraus, dass eine Störung des genauen Aufeinanderfolgens der Schlafphasen, die wir durchlaufen, gesundheitsschädigend ist.

Denn nur durch das ungestörte Durchlaufen der Phasen kann sich das Immunsystem stabilisieren, Zellen erneuert und die Eindrücke des Vortages verarbeitet werden. Dies konnte anhand von Messungen der Hirnwellen bewiesen werden.

Auch wenn die Schlafforschung nicht alle Fragen in Gänze beantworten kann, so tragen Studien und Schlafmediziner dazu bei, den Schlaf zu verstehen und Mechanismen zu entwickeln, ihn zu verbessern.

Die fünf Schlafphasen werden pro Nacht mehrmals innerhalb von sieben bis acht Stunden durchlaufen. Jeder Schlafzyklus dauert circa 90 Minuten.

Von diesem Zyklus bekommen wir tatsächlich nichts mit. Aber wenn er durcheinanderkommt, spüren wir es. Wir wachen müde und matt auf.

Die Einschlafphase

Sie wird von Forschern auch als Schlafstadium eins bezeichnet, diese Schlafphase, die in der Regel nur wenige Minuten dauert. In dieser Zeit beruhigt sich der Puls, die Lider werden schwer und die Atmung wird ruhiger und tiefer. Man nimmt die Einschlafphase als ein “Fallen” war, als einen Alphazustand.

In diesem oberflächigen Teil des Schlafzyklus können uns bereits kleine Störungen wecken und so zu einer inneren Unruhe führen.

Umso wichtiger ist es deshalb, vor dem Zubettgehen, individuelle Mechanismen und Rituale zu entwickeln, die diese Phase verbessern.

Wird die Einschlafphase durch emotional schwere Gedanken belastet, oder stören Handy, Fernseher & Co den Beginn des Schlafens, so zieht sich das Schlafstadium eins in die Länge. Dauert dies mehr als eine Stunde, fällt der Mensch aus Erschöpfung schneller in den Tiefschlaf.

Wenn auch noch nicht bewiesen, kann dies, so Experten, zu vermehrten Alpträumen führen und den Schlaf unruhig gestalten.

 

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Die Leichtschlafphase

Zeitlich macht dieser Abschnitt unseres Schlafes bis zu 50 Prozent aus, auf sechs bis acht Stunden bezogen. In der Leichtschlafphase ist die Hirnaktivität auf niedrige Frequenzen beschränkt und das ist besonders wichtig. Die gesamte Muskulatur ist entspannt und die Augenbewegungen lässt nach. Das Bewusstsein ist sozusagen abgeschaltet.

In der Leichtschlafphase wird der gesamte Organismus entspannt und das Herz-Kreislaufsystem kommt zur Ruhe.

Die Tiefschlafphase

In diesem Teil des Schlafzyklus erholt sich der Körper besonders gut. Wird man in dieser wichtigen Schlafphase geweckt, kommt es zu einer partiellen Schlafstörung und die Regenerationszeit des Körpers wird verlängert. Außerdem braucht es eine Weile, bis wir unser Bewusstsein wiedererlangen. Wer sich in der Tiefschlafphase befindet und der Wecker klingelt, kennt dieses dämmerige Gefühl danach.

Kein Zeitraum im Schlafzyklus ist für die Regeneration der Zellen so wichtig und auch für unser Immunsystem elementar wichtig.

Die REM-Phase

REM steht für „rapid eye movement“, also rapide und schnelle Augenbewegungen. In dieser Phase werden, so die Forscher, die Eindrücke des Vortages und emotionale Erlebnisse vom Gehirn verarbeitet, die Gehirnaktivität ist hoch. Demzufolge reagiert der Körper durch häufige Augenbewegungen und teils auch heftiges Herumwerfen im Bett.

Diese, auch als Traumphase betitelte und meist 20-minütige Phase, durchläuft man fünf bis sechsmal innerhalb von sieben bis acht Stunden. Nach jeder REM-Phase fällt man wieder erneut in die Leichtschlafphase und der Zyklus beginnt von Neuem.

Nach sieben bis acht Stunden, je nach Alter, wachen wir auf und spüren in der Regel schnell, ob der Schlaf gesundheits- und energiefördernd war.

Störungen der Schlafphasen können krank machen

Schlaf ist wichtig, soweit klar. Aber den Beweis dafür haben Wissenschaftler aus jahrzehntelanger Forschung erbringen können.

In den einzelnen Schlafphasen, besonders beim Tiefschlaf, schüttet der Körper Melatonin aus, ein überaus wichtiges Neurohormon. Es wird in der Zirbeldrüse des Gehirns produziert und ist maßgeblich für unsere “innere Uhr” zuständig – es reguliert unseren Schlaf.

Wird der Schlafzyklus unterbrochen, wird die Produktion des Hormons eingestellt und ein weiterer und gesunder Schlaf kann nicht fortgesetzt werden.

Die Folge ist klar: das Immunsystem wird schwächer, die Zellen können sich nicht erneuern und die Psyche leidet. Umso wichtiger ist es, dass alle Störfaktoren während der Schlafenszeit eliminiert werden. Nur so bewirkt der Schlaf genau das, was der Mensch braucht. Energie und Gesundheit.

Wer in der Einschlafphase durch das Handy oder den Fernseher nicht zur Ruhe kommt, zögert den Moment des Entspannens nachweislich heraus. Ergo gerät die innere Uhr ins trudeln und der Tag-Nacht-Wechsel verstreicht ungenutzt. Eine schlaflose Nacht ist die Folge.

Schlafforscher konnten sogar einen Zusammenhang zwischen dem Liegekomfort und den einzelnen Schlafphasen herstellen. Probanden mit höherem Gewicht, die plötzlich auf weicheren Matratzen schliefen, gerieten im Labor seltener in die Tiefschlafphasen.

Ebenso verhielt es sich mit dem Umgewöhnungsprozess der Schlafsituation. Lagen die Probanden im Alltag auf weicheren Matratzen, im Labor aber auch hartem Untergrund, konnten Einschlafschwierigkeiten festgestellt werden. Umso wichtiger ist es den Schlafkomfort vor dem Kauf eines Bettes zu testen und auf Größe, Gewicht und Schlafhaltung hin zu überprüfen.

Ohnehin ist alles auch eine Frage der gesamten Schlaflänge und diese ist teils individuell. Erwachsene benötigen mindestens sechs bis zu acht Stunden Schlaf. Babys brauchen 16 Stunden und Kleinkinder und Jugendliche 10 bis 12 Stunden Regenerationszeit.

Wer meint, dass er unter Schlafstörungen leidet, ist keineswegs allein. Gut 20 bis 30 Prozent haben mit dem Schlaf zu kämpfen, Frauen wie Männer. Und bei über 65-jährigen sind es sogar 70 bis 80 Prozent. 30 Prozent der Leidenden suchen einen Arzt auf und lassen sich durch Medikamente oder Heilmittel helfen. Die Schlafwissenschaft und auch Ärzte können (noch) nicht in allen Fällen helfen. Schlaf ist (leider) zu komplex und individuell.

 

 

Fotos: © motortion #225277934