Was ist Schlafparalyse, und was löst sie aus?

 
Es ist für Betroffene ein regelrechtes Gruselszenario. Sie werden aus einem Albtraum wach und können sich nicht bewegen, sondern sind regelrecht gelähmt. Ein Phänomen, das längst keine Seltenheit ist, wie Schlafforscher herausfanden. Doch was ist eine Schlafparalyse und was löst sie aus? Wir haben uns einmal eingehender mit dieser speziellen Form der Schlafstörung befasst.
 

Was versteht man unter dem Begriff Schlafparalyse?

 
Die Schlafparalyse wird auch oft als Schlaflähmung bezeichnet. Charakteristisch für dieses Phänomen: Die Betroffenen werden aus einem Albtraum wach und sind bei vollem Bewusstsein. Doch durch die Lähmung des Körpers können sie aus dem angsteinflößenden Traum nicht wirklich komplett erwachen.

Wissenschaftler und Schlafforscher erklären dieses Phänomen damit, dass es zu einer Muskelatonie kommt. Das bedeutet, dass Betroffene Arme und Beine nicht bewegen können, um dem Albtraum zu entkommen.

Die beängstigenden Traumbilder erleben sie dabei bei vollem Bewusstsein. Doch diese Muskelatonie ist im Grunde ein natürlicher Schutzmechanismus.

Würde man in dieser extremen Traumphase nämlich nicht wie gelähmt sein, würde man Arme und Beine recht unkontrolliert bewegen und am Ende sich oder gar den Partner im Bett nebenan verletzen können.

Was bei einer Schlafparalyse im Körper passiert, erklärt auch, was es mit dem Phänomen auf sich hat:

  • die Muskeln erschlaffen vollständig
  • die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen an
  • die Atmung wird unregelmäßig und flach
  • der Betroffene beginnt im Endeffekt zu halluzinieren, da das Gehirn vollständig wach ist

Es mag eine sehr unschöne und gruselige Vorstellung sein, solche eine Schlafparalyse zu durchleben. Dennoch ist diese spezielle Schlafstörung in der Regel völlig ungefährlich. Zumindest, wenn sie nicht regelmäßig und mehrmals in der Woche auftritt.

 

Wodurch wird eine Schlafparalyse ausgelöst?

 

Eine Schlafparalyse erleben sehr viele Menschen. Meist nicht wirklich bewusst, denn sie tritt oftmals kurz vor dem Einschlafen oder dem Aufwachen auf.

Manche interpretieren es dann oft als ein sanftes Hinübergleiten in den Schlaf. Doch im Grunde ist der Wechsel zwischen schlafen und wach gestört, sodass man praktisch halluziniert.

So kann es zum Beispiel auch sein, dass man meint etwas vor dem Bett zu sehen, was gar nicht da ist.

Man kann aber bei der Schlaflähmung nicht die Hand heben, um das Licht anzuschalten. Das Gehirn wird in dieser Situation jedoch auf Hochtouren laufen und das Unterbewusstsein wird der Psyche einen Streich spielen.

Steht die Schlaflähmung jedoch im Zusammenhang mit einem Albtraum, kann das natürlich sehr verstörend wirken, sodass man sich fragt, wodurch die Schlafparalyse eigentlich ausgelöst wird.

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Dazu gehören unter anderem:

  • Stress
  • gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, beispielsweise aufgrund von Schichtarbeit oder Jetlag
  • als Begleiterscheinung bei einer Narkolepsieerkrankung
  • übermäßiger Drogen- und Alkoholkonsum
  • ungünstige Schlafgewohnheiten
  • Medikamente
  • Angstzustände
  • Depressionen
  • Schlafmangel

 

Welche Folgen hat eine Schlafparalyse für die Betroffenen?

 

Sofern keine Narkolepsie oder psychische Erkrankungen die Ursache für die Schlafparalyse sind, dürften die Folgen der Schlaflähmung nur auf den akuten Fall begrenzt sein.

In der Regel dauert eine solche Paralyse zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten. Jedoch sollte man sich einem Arzt anvertrauen, wenn diese spezielle Art der Schlafstörung häufiger auftritt.

Gerade wenn die Schlafparalyse im Zusammenhang mit einem albtraumhaften Geschehen steht, berichten Betroffene durchaus auch von körperlichen Symptomen.

So treten bei einigen Menschen während einer Schlaflähmung folgende Merkmale auf:

  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Schweißausbrüche
  • Druckschmerz auf der Brust

Wirklich gefährlich ist die Schlafparalyse jedoch nicht, denn sie ist im Grunde ein natürliches Phänomen, was uns davor schützt, uns im Schlaf durch unkontrollierte Bewegungen selbst zu verletzen.

Hinweis: Besteht der Verdacht, dass die Schlafparalyse durch eine Narkolepsie ausgelöst sein könnte, empfiehlt sich der Besuch beim Arzt. Denn die Schlafkrankheit muss behandelt werden.

Doch auch am Folgetag kann es in einigen Fällen zu Nachwirkungen kommen, wenn man nachts eine Schlafparalyse hatte.

So haben Forscher herausgefunden, dass manche Betroffene dann wie folgt reagieren:

  • verängstigt
  • bedrückt
  • depressiv
  • müde
  • unproduktiv
  • leistungsschwach

Zudem steigt bei diesen Personen das Risiko, Unfälle zu haben oder zu erzeugen und für Krankheiten.
 

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Was kann man dagegen tun?

 

Bevor man selbst etwas dafür tut, um Schlafparalysen zu verhindern, sollte immer erst geklärt werden, ob die Ursache in einer Narkolepsie begründet liegt. Dies lässt sich medikamentös oder nicht-medikamentös behandeln. In der Regel kommt es nach erfolgreicher Therapie der Narkolepsie-Erkrankung zu keiner neuerlichen Schlaflähmung.

Schlafparalysen werden aber in den meisten Fällen durch andere Faktoren ausgelöst, gegen die man sehr wohl selbst etwas tun kann. Denn Stress, Schlafmangel, Schlafgewohnheiten und individuelle Lebensführungen lassen sich jederzeit verbessern.

So sollten unbedingt folgende Aspekte dahingehend geprüft werden, ob sie optimal sind oder einer Verbesserung bedürfen:

  • regelmäßige Schlafenszeiten à sie verhelfen durch den Gewöhnungseffekt zu einem gesünderen und besseren Schlaf und unterstützen den individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus
  • gesunde Lebensführung à diese sorgt vor allem dafür, dass durch verringerten Alkohol-, Nikotin- und Koffeinkonsum sowie einer ausgewogenen Ernährung der Körper nicht übermäßig strapaziert wird und somit ungestörter zur Ruhe kommen kann
  • strukturierter Tagesablauf à damit lassen sich generell Ein- und Durchschlafstörungen vermeiden
  • ausreichend Bewegung an frischer Luft à ein weiterer Punkt der gesunden Lebensführung, der zudem auf natürlichem Wege dafür sorgt, dass die Melatoninproduktion optimiert wird
  • Stressbewältigung à besonders hilfreich, denn Stress lässt die Schlafqualität herabsinken und sorgt zudem für unbewusste Angstzustände
  • Bettausstattung à hierbei sollte explizit großer Wert auf eine passende Matratze und Bettwaren gelegt werden, die den individuellen Schlafgewohnheiten und Bedürfnissen entsprechen
  • Schlafumgebung à das Schlafzimmer sollte möglichst gut abgedunkelt, frei von Störungsquellen von Licht und Geräuschen, gut durchlüftet und eher kühl temperiert sein
  • Einschlafrituale und Entspannungsübungen à stellen eine optimale Methode dar, durch welche Körper und Geist leichter zur Ruhe finden und Stress abzubauen

Hat sich durch vergangene Schlafparalysen eine Angststörung bei den Betroffenen eingestellt, ist es sicherlich empfehlenswert, wenn man sich mit einem Arzt oder Therapeuten in Verbindung setzt. Denn diese Angst könnte die Schlaflähmung begünstigen, weswegen es wichtig sein wird, diese mit therapeutischer Hilfe abzubauen.

 

Fazit

 

Wenngleich sie für den Betroffenen zunächst angsteinflößend und verwirrend wirken, sind Schlafparalysen im Grunde ungefährlich und bleiben weitestgehend ohne Langzeitfolgen. Dennoch wird man nicht umhin kommen, die eigenen Schlafgewohnheiten, Lebensumstände und Schlafrituale zu überdenken. Denn oftmals liegt eine solche Schlafstörung beispielsweise im Stress oder auch im übermäßigen Alkoholkonsum begründet.

 

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