Was ist Schlafapnoe?

 

Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl derer, die beim Schlafen laut oder weniger laut schnarchen. Gekennzeichnet ist das Schnarchen durch laute Geräusche, die im oberen Bereich der Atemwege entstehen. Doch während diese Atemgeräusche bei den meisten Menschen zwar als störend angesehen werden, aber keineswegs gefährlich sind, gehören die Atemaussetzer dabei einer ganz anderen Kategorie an.

Denn Menschen, die solche nächtlichen Atemaussetzer aufweisen, leiden an einer Schlafapnoe, die für die Gesundheit sehr negative Folgen haben kann.

 

Woran erkennt man eine Schlafapnoe?

 

Der Betroffene selbst wird unter Umständen die die Auswirkungen einer solchen Schlafapnoe spüren. Meist ist es der Partner, dem auffällt, dass jemandem der Atem stockt.

Das jedoch tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes, denn es kommt bei einer Schlafapnoe zu Atemaussetzern, die mindestens 10 Sekunden bis hin zu 30 Sekunden anhalten können. In manchen schweren Fällen sogar bis zu einigen Minuten.

Dass das nicht zuträglich für die Gesundheit sein kann, wird sich jeder vorstellen können. Denn wer nicht atmet, unterbricht für diesen Zeitraum auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn.

Meist wird ein solcher Atemaussetzer mit einem sehr tiefen und besonders lauten Schnarchgeräusch beendet. Häufig schnappt der Betroffene dann regelrecht nach Luft.

Allerdings spricht man nicht automatisch von einer Schlafapnoe, wenn der Atem mal für einige Sekunden aussetzt. Denn solche kurzen Pausen sind nicht immer auch gleich bedenklich und erfordern den Arztbesuch.

Wenn jedoch innerhalb einer Stunde mehr als fünf solcher Atempausen auftreten und diese Aussetzer jedes Mal bis zu 10 Sekunden andauern, besteht der dringende Verdacht auf eine Schlafapnoe.

Hinweis: Im Verdachtsfall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da eine Schlafapnoe nicht nur die Schlafqualität sehr stark herabsetzt, sondern schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben kann.

 

Was sind die Auswirkungen?

 

Je nachdem, wie stark die Schlafapnoe ausgeprägt ist, treten die Folgen unterschiedlich stark auf. Bei manchen werden alle Auswirkungen auch nicht gleichermaßen stark auftreten. Doch die Folgen sind in jedem Fall, vor allem über einen längeren Zeitraum, gesundheitsschädlich und zermürbend.

Bei einer Schlafapnoe kommt es zu:

  • verstärkter Tagesmüdigkeit
  • fehlender Erholung
  • verminderter Leistungsfähigkeit
  • geringerer Gedächtnisleistung
  • morgendlichen Kopfschmerzen
  • trockenen Mundschleimhäuten
  • Unkonzentriertheit
  • Abgespanntheit
  • Antriebslosigkeit
  • Verlust der Libido

Zudem neigen Betroffene sehr stark zum Sekundenschlaf, was tagsüber und vor allem in den Morgenstunden zu einem erhöhten Risiko im Straßenverkehr führt.

Darüber hinaus sind Folgeerkrankungen keine Seltenheit:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Bluthochdruck
  • Schlaganfallrisiko erhöht sich
  • Sodbrennen

 

Welche Ursachen haben diese Atemaussetzer?

 

Grundsätzlich unterscheiden sich die Ursachen für die nächtlichen Atemaussetzer danach, ob es sich um eine obstruktive oder eine zentrale Schlafapnoe handelt.

Während bei einer obstruktiven Schlafapnoe die Atemwege verengt sind und somit der Widerstand für die Atemluft zu groß ist, liegen die Ursachen bei einer zentralen Schlafapnoe im Gehirn.

Hierbei kommt es sozusagen zu einer Fehlsteuerung, denn das Gehirn erhält in diesem Fall kurzzeitig nicht den Befehl, die Atemmuskulatur zu aktivieren.

Das Gehirn kann erst dann wieder in gewohnter Manier reagieren, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut durch die unterbrochene Atmung unter einen kritischen Grenzwert absinkt.

 

Wie wird eine Schlafapnoe behandelt?

 

Vor der Behandlung steht natürlich die eingehende Untersuchung des Arztes an. Neben der Krankengeschichte wird er den Betroffenen vollumfänglich untersuchen, um körperliche Beeinträchtigungen auszuschließen oder als Ursache diagnostizieren zu können.

Im zweiten Schritt wird der Arzt dem Patienten Messinstrumente mit nach Hause geben, mit denen nachts der Atemluftstrom, die Atembewegungen, der Puls, die Sauerstoffsättigung des Blutes sowie die Schlafposition gemessen und aufgezeichnet werden.

Aus diesen Werten leitet der Arzt dann die weiteren Schritte inklusive der Behandlungsmethoden ab.

Ist eine solche Messung zu Hause nicht möglich oder erwünscht, können diese Untersuchungen auch in einem Schlaflabor durchgeführt werden. Hier werden zudem auch der Herzrhythmus, die Hirnströme und die Muskelspannungen gemessen.

Darüber hinaus werden die Augenbewegungen in die Untersuchungen mit einbezogen, sodass die Ergebnisse noch eindeutiger auswertbar sind.

Nach der Diagnose entscheidet der Schlafmediziner, in welcher Stärke die Schlafapnoe vorherrscht und wie sie behandelt werden kann. Hierfür gibt es unterschiedliche Methoden, die sich jedoch immer nach der Schwere der Atemaussetzer sowie den individuellen Lebenssituationen der Betroffenen richten.

Dazu gehören bei einer obstruktiven Schlafapnoe:

  • Übergewicht abbauen
  • ungesunde Lebensführung verändern
  • Verzicht auf Schlaftabletten, Alkohol und Nikotin
  • Tragen einer individuell angepassten Biss-Schiene

Darüber hinaus können auch Hilfsmittel eingesetzt werden, die verhindern sollen, dass der Patient beim Schlafen in die Rückenlage rollt.

Im Schlafanzug eingenähte Tennisbälle oder eine entsprechend höhere Lagerung des Kopfes durch ein höheres Kissen können solche helfenden Mittel sein.

In den meisten Fällen wird jedoch eine CPAP-Maske verordnet. Diese Schlafmaske erhöht kontinuierlich den Druck in den Atemwegen, wodurch diese leicht geweitet werden und das Atmen leichter fällt.

Liegt die Ursache für die Schlafapnoe darin begründet, dass die Atemwege aus anatomischer Sicht zu eng sind, kann in seltenen Fällen auch eine entsprechende Operation für Abhilfe sorgen.

Tipp: In besonders schweren Fällen einer Schlafapnoe werden die nächtlichen Atemaussetzern auch als Behinderung anerkannt.

 

Was kann jeder selbst tun?

 

Begleitend und vorbeugend zur Behandlung des Arztes kann jeder selbst etwas gegen die nächtlichen Atemaussetzer tun. Das bezieht sich in erster Linie auf die Einhaltung einer möglichst gesunden Lebensführung, auf die optimale Ausstattung des eigenen Bettes sowie auf eine gute Schlafhygiene.

Denn die Anstrengungen des behandelnden Arztes werden nur bedingt einen positiven Effekt haben, wenn man sich auf der falschen Matratze zum Schlafen legt oder in ungesunden Mengen Alkohol und Nikotin zu sich nimmt. Mitunter kann eine Verhaltenstherapie sowie gezielte Atemübungen eine sehr hilfreiche Unterstützung der Behandlung sein.

Darüber hinaus ist es für Betroffene sinnvoll, wenn sie mit dem Schlafapnoe-Syndrom besser auf der Seite schlafen. Denn in dieser Lage haben die oberen Atemwege noch die beste Chance, weitestgehend frei durchatmen zu können.

Ist die Seitenlage aus besonderen Gründen nicht möglich, empfiehlt sich eine erhöhte Liegeposition, wie man sie beispielsweise durch ein erhöhtes Kopfteil erreicht.

 

Fazit

 

Es gibt sehr viele Menschen die nachts schnarchen, doch jene, die unter Atemaussetzern leiden, haben zudem noch unter Tagesmüdigkeit sowie verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu leiden. Zudem erhöhen sich die Risiken, an einem Schlaganfall zu erkranken oder unter Herzrhythmusstörungen zu leiden.

Sofern die Atemaussetzer mehrmals in der Stunde für 10 Sekunden auftreten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und mit der professionellen Behandlung zu beginnen.

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