Schimmel im Schlafzimmer: Ursachen & Lösungen

 

Ist Ihnen bewusst, dass Sie die meiste Zeit, in der Sie zu Hause sind, in Ihrem Schlafzimmer verbringen? Wenn gerade in diesem Raum aber Schimmelpilzbefall entsteht, setzen wir uns über einen recht langen Zeitraum diesem Gesundheitsrisiko aus. Schimmel im Schlafzimmer hat zum Teil besondere Ursachen und sollte tunlichst vermieden werden. Aber es für den gesundheitsschädlichen Befall Lösungen und praktikable vorbeugende Maßnahmen. Wir verraten Ihnen, was Sie tun können.

 

Welche Ursachen hat der Schimmel im Schlafzimmer?

 

Neben dem Bad ist gerade das Schlafzimmer jener Raum in der Wohnung oder im Haus, der besonders häufig beziehungsweise sehr schnell vom Schimmelpilz befallen wird. Denn es gibt einige Aspekte, die eben in dem Raum, wo wir schlafen, anders sind als im Rest der Wohnung. Denn dieser Raum ist meist kühler und feuchter.

Doch es gibt noch einige Gründe, warum sich Schimmel gerade im Schlafzimmer schneller bildet als anderswo:

  1. Die optimale Schlaftemperatur ist auch für den Schimmelpilz optimal. Denn wir mögen es gern etwas kühler und heizen daher im Schlafzimmer weniger. Deswegen kann sich die im Raum befindliche Feuchtigkeit schneller an den Wänden absetzen.
  2. Die Inneneinrichtung ist für uns funktional und für den Schimmelpilz perfekt. Denn häufig ist das Schlafzimmer nicht gerade ein riesiger Raum, sodass Kleiderschränke und Betten in der Regel direkt an der Wand stehen. Nicht selten sind es dann auch noch die Außenwände, die ohnehin kühler sind. Doch hinter dem Mobiliar kann die Luft nicht zirkulieren, weswegen sich die Schimmelpilzsporen besonders da schnell ausbreiten können.
  3. Matratzen und Bettzeug werden nach dem Aufstehen nicht optimal belüftet. Das ist häufig der Zeitnot geschuldet, denn wer mit seinem Tagwerk beginnt, hat bis dahin in der Regel das Bett gemacht. Häufig aber ist die Zeit zwischen Aufstehen und Bettenmachen einfach zu kurz, sodass Feuchtigkeit und Luftaustausch nicht wirklich funktionieren können.
  4. Feuchte Wände und eine generell negative Bausubstanz gefallen dem Schimmelpilz. Nicht immer sind Wohnungen und Häuser so gebaut, dass sie als trocken oder mängelfrei zu bezeichnen sind. Deswegen kommt es hier öfter zu zusätzlichen Belastungen durch Feuchtigkeit und einer schlechten Luftzirkulation.

Neben diesen Ursachen können aber auch Aquarien oder Wäschetrockner im Schlafzimmer die Ausbreitung von Schimmelpilz fördern. Denn in einem Raum, wo auch im Hinblick auf menschliche Ausdünstungen beim Schlafen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit gegeben ist, sollte auf zusätzliche „Feuchtigkeitsspender“ verzichtet werden.

Ebenso kann es sich auf die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer nachteilig auswirken, wenn man die Tür auflässt, um etwas von der warmen Heizungsluft aus dem Nachbarzimmer einzulassen. Diese warme Luft setzt sich im kühlen Schlafraum nämlich auch bevorzugt an den Wänden ab.

 

Welche Gefahren ergeben sich daraus?

 

Ein Schimmelpilzbefall sieht nicht nur sehr unschön aus, sondern birgt auch jede Menge Gesundheitsrisiken für uns Menschen. Denn dieser Befall gibt Sporen in die Umgebung ab, weswegen wir diese Schimmelsporen dann unbemerkt einatmen.

Hartnäckige Atemwegserkrankungen bleiben da nicht aus. Asthma, chronische Bronchitis, brennende Augen, Kopfschmerzen, verstopfte Nasen, Neurodermitis und Schlafstörungen sind die Folgen.

 

Was kann man gegen den Schimmelbefall tun?

 

Sobald ein Schimmelpilzbefall entdeckt wurde, sollte er schnellstmöglich entfernt werden. Handelsübliche Schimmelentferner eignen sich jedoch nur für die oberflächige Behandlung von Wänden. Dabei ist bei der Anwendung aber unbedingt auf einen geeigneten Atemschutz und eine ausreichende Belüftung zu achten.

Hinweis: Hat sich Schimmelpilz auf der Tapete abgesetzt, sollte zunächst unter genannten Sicherheitsvorkehrungen diese Schicht abgewaschen werden, bevor man die Tapete vollständig entfernt. Die Wand an dieser Stelle sollte ebenfalls mit einem hochprozentigen Ethylalkohol oder Wasserstoffperoxid behandelt werden, bevor man nach dem Abtrocknen wieder neu tapeziert.

Hat sich der Schimmelpilz jedoch schon tief in den Wänden festgesetzt, kann es durchaus nötig sein, größere Maßnahmen, wie zum Beispiel Putz abschlagen und nach der Schimmelpilzbehandlung durch einen Fachmann neu aufzubringen, vorzunehmen.

 

Wie kann man vorbeugen?

 

Natürlich ist es immer besser, wenn Schimmelpilz im Schlafzimmer gar nicht erst entsteht.

Hier können die folgenden Maßnahmen vorbeugend wirken:

  • Stoßlüften: Ein- bis zweimal am Tag sollte das Schlafzimmer für 5 bis 10 Minuten gut durchgelüftet werden, auch im Winter.
  • Heizen: Auch im Schlafzimmer sollte hin und wieder geheizt werden, am besten nach dem Stoßlüften, damit sich die warme Raumtemperatur die noch enthaltende Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann.
  • Schwitzwasser: Bildt sich bei Ihnen Kondenswasser am Fenster, sollten Sie dieses regelmäßig entfernen. Ausgelegte Zugluftstopper sollten regelmäßig ausgetauscht und getrocknet werden.
  • Möbel: Versuchen Sie Ihre Möbel möglichst in einem Abstand von 10 bis 15 Zentimeter zur Wand aufzustellen, damit dahinter die Luft ausreichend zirkulieren kann.
  • Bett lüften: Auch Matratzen und Bettzeug brauchen ausreichend Belüftung. Das geht am einfachsten nach dem Aufstehen, indem man Decke und Kissen gut aufschüttelt und erst einmal zurückschlägt, damit auch die Liegefläche entlüften kann.

Bauliche Mängel sollten möglichst schnell behoben werden und die Türen zum Schlafzimmer immer geschlossen bleiben. Letzteres ist vor allem in der Heizperiode eine gute Vorsorgemaßnahme.

Tipp: Ein Hygrometer ist ideal, um die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer immer ablesen und richtig einschätzen zu können.

 

Fazit

 

Auch wenn Schimmel im Schlafzimmer ungesund und unansehnlich ist: Es gibt hierfür in der Regel gute Lösungen. Wichtig ist jedoch, dass man den Schimmelpilzbefall niemals unbeachtet lässt, denn die daraus resultierenden Risiken für die eigene Gesundheit sind nicht unbeträchtlich.

Um Schimmelpilz zu vermeiden, sollten zudem wichtige Punkte beachtet werden. So sollten Möbel niemals zu dicht an der Wand stehen. Lüften und regelmäßiges Heizen des Raumes sorgt zudem dafür, dass die Luftfeuchtigkeit entweichen kann.

Darüber hinaus sind Aquarien und Wäscheständer im Schlafzimmer nicht wirklich förderlich. Denn hierüber wird zusätzlich jede Menge Feuchtigkeit in den Raum abgegeben, was zu einer schnelleren Ausbreitung der Schimmelpilzsporen führen kann.

Sind indes bauliche Mängel für den Schimmelpilzbefall als Ursache zu nennen, ist es unbedingt nötig, mit dem Vermieter diese Sache abzuklären und auf eine zügige Behebung der baulichen Mängel zu bestehen. Nachweislich liegt es nämlich nur selten an den Lebensumständen und Verhaltensweisen der Mieter, dass sich gerade in alten Gebäuden vermehrt Schimmel bildet und die Gesundheit gefährdet.

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