Herbstdepression und was Sie dagegen tun können

 

Wenn die Tage wieder länger werden und der Herbst Einzug hält, mehren sich in der Regel auch jene Zeiten, in denen es häufiger regnet oder ein trübgrauer Himmel sich wie Blei auf alles legt. Manche sprechen dann vom Herbstblues, andere nennen es Herbstdepression. Viele Menschen sind davon betroffen, wobei sich nicht alle erklären können, woran es liegt. Doch niemand muss sich mit diesem Zustand zufriedengeben, denn es gibt so einiges, was man dagegen tun kann.

Was versteht man unter einer Herbstdepression?

 

Im Grunde wird damit jene Phase im Leben eines Menschen bezeichnet, in dem sich die Laune nahezu schlagartig verändert und es zu einer depressiven Verstimmung kommt. Die Herbstdepression gehört ebenso wie die Winterdepression zur Saisonal Abhängigen Depression, die kurz SAD genannt wird.

Damit erklärt sich bereits der Name Herbstdepression, da diese Phase eben im Herbst auftritt und nicht im Frühjahr.

Hinweis: Doch nicht jeder, der in den Herbstmonaten an einer Depression erkrankt, leidet automatisch an einer Herbstdepression. Tatsächlich sind es gerade einmal 10 Prozent all jener Menschen, die an depressiven Verstimmungen leiden, die an einer SAD erkranken.

Zudem spricht man erst dann von einer anerkannten Herbstdepression, wenn die Betroffenen mindestens zwei Jahre hintereinander zur etwa gleichen Zeit eindeutige Symptome über einen Zeitraum von etwa 2 Wochen und mehr zeigen.

 

Wie äußert sich eine solche Depression im Herbst?

 

Die Anzeichen für eine solche Herbstdepression sind nicht immer mit denen einer herkömmlichen Depression zu vergleichen, denn bei der SAD können auch etwas untypische Symptome auftreten.

Dazu gehören unter anderem:

  • längere Schlafphasen
  • verstärktes Verlangen nach Süßigkeiten
  • unerklärliche Gewichtszunahme
  • Antriebslosigkeit
  • mangelnde Freude und Interesse an normalen Dingen
  • plötzlich auftretende Magen- oder Rückenschmerzen, für die kein Grund erkennbar ist

Ganz wichtig ist jedoch, dass man die häufig im Herbst auftretende Melancholie oder gelegentlich betrübte Stimmung nicht mit einer SAD oder Depression in Verbindung bringen kann.

Wenn Sie sich dennoch unsicher fühlen, ob Ihre Symptome auf eine solche Herbstdepression hindeuten könnten, empfiehlt sich in jedem Fall die Rücksprache mit einem Arzt Ihres Vertrauens.

 

Wo liegen die Ursachen für die herbstliche Verstimmung?

 

Worin genau die Ursachen für die alljährlich wiederkehrende Herbstdepression liegen, ist noch nicht hinlänglich erforscht. Fest steht jedoch, dass es einen engen Zusammenhang mit den Lichtverhältnissen gibt.

So ist bereits bekannt, dass in südlicheren Ländern weitaus weniger Menschen vom Herbstblues betroffen sind, als die Bewohner im Norden von Europa zum Beispiel. Es kommt also immer darauf an, wie lange es dunkel beziehungsweise hell ist.

Der Hauptgrund scheint darin zu bestehen, dass durch die längere Dunkelheit der Melatonin-Spiegel angehoben wird, was schlussendlich auch die erhöhte Müdigkeit erklärt.  Um den Mangel am Botenstoff Serotonin auszugleichen, werden sehr oft Lichttherapien angeboten.

Doch es gibt noch weitaus mehr, was Sie selbst gegen die Herbstdepression tun können.

 

 

Unterbetten bestellen

 

Was können Sie dagegen tun?

 

Im Grunde sollte immer die Verbesserung der Stimmung im Fokus stehen, wenn man die Herbstdepression in den Griff bekommen will. Ein guter Mix aus vielfältigen Möglichkeiten, die im Übrigen auch gegen das verstärkte Verlangen nach Süßigkeiten wirken können, sollten in den Tagesablauf eingebaut werden.

  1. Sorgen Sie auch im Herbst für ausreichend Bewegung: Vor allem sportliche Bewegung ist ideal, um die miese Stimmung schnell wieder anheben zu können. Neben Joggen oder Walking sind es vor allem Sportarten wie Schwimmen und Radfahren, die genügend unterschiedliche Botenstoffe freisetzen, was eine sehr gute Wirkung auf die Stimmungslage hat. Denn auf diese Weise wandelt sich schlechte Stimmung schnell in eine positive.
  2. Tanken Sie so oft wie möglich Sonnenlicht: Auch in den Herbstmonaten sollten tägliche Spaziergänge oder Bewegung an der frischen Luft auf dem Tagesplan stehen. Selbst wenn es in dieser Jahreszeit häufig wenig Sonnentage gibt, können bereits 15 bis 20 Minuten am Tag genügen, um noch einmal Vitamin D zu tanken. Dieses Vitamin ist nicht nur gut für den Knochenbau, sondern ist ein ganz wichtiger Bestandteil, den die Psyche benötigt.
  3. Tageslicht gibt es nicht nur draußen: Es steht außerfrage, dass die Bewegung im Freien Körper und Geist guttun. Selbst bei schlechtem Wetter kann man dennoch Tageslicht aufnehmen, indem man beispielsweise eine sogenannte Tageslichtlampe nutzt. Dieses Licht mag vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, doch es gibt einen guten Anteil an UV-B ab, sodass die Vitamin D Produktion im Körper nicht gänzlich zum Erliegen kommt.
  4. Strukturieren Sie Ihren Tag nicht neu: Trotz der stärker auftretenden Tagesmüdigkeit vor allem an düsteren Tagen, sollte der übliche Tagesablauf beibehalten werden. So verlockend ein Mittagsschläfchen vielleicht sein mag, wenn es bisher nicht zum Tagesablauf gehörte, sollte das auch so bleiben. Denn jede noch so kleine Veränderung bewährter Gewohnheiten und Abläufe kann gerade im Herbst massiv auf die Stimmung drücken.

Tipp: Sollte die Bettausstattung oder die Schlafumgebung nicht optimal sein, lohnt es sich, hier nachzubessern. Eine neue Matratze, die auf die eigenen Bedürfnisse angepasst ist kann beispielswiese für eine höhere Schlafqualität sorgen. So kann die Tagesmüdigkeit schon ein wenig gemindert werden, denn wer nachts gut schläft, startet auch im Herbst energiegeladener in den Tag.

 

Fazit

 

Eine Herbstdepression ist mit Sicherheit nicht gewollt, aber es gibt vieles, womit man gegen diese Saisonal Abhängige Depression angehen kann oder schon vorbeugend aktiv werden kann. Es ist beileibe kein neues Krankheitsbild, denn den Wechsel der Jahreszeiten haben auch schon unsere Vorfahren erlebt. Da aber in der dunkleren Jahreszeit, die mit dem Herbst beginnt, mehr Melatonin gebildet wird, neigen die Menschen in dieser Jahreszeit unter Umständen zu mehr Müdigkeit und schlechter Stimmung.

Mit viel Licht und viel Bewegung an der frischen Luft kann man die Symptome jedoch gut in den Griff bekommen. Zusammen mit einer gesunden Lebensführung und einer optimalen Bettausstattung legt man eine gute Basis für die Bekämpfung der SAD.

Sollte es jedoch mit den bewährten Möglichkeiten keine Verbesserung geben, empfiehlt sich der Arztbesuch und eine professionelle Lichttherapie, die wirklich wahre Wunder bewirken kann.

 

Foto: © Oksana Churakova #224034261 – stock.adobe.com