Wenn Rückenschmerzen den Schlaf rauben

 

Normalerweise führt das abendliche Zubettgehen schnell zur Entspannung, vor allem, wenn der Tag anstrengend für Körper und Geist gewesen ist. Doch immer mehr Menschen leiden auch im Liegen unter starken Rückenschmerzen, die den Schlaf rauben können, weil sie so gar nicht nachlassen wollen. Nicht immer aber liegen physische Ursachen vor, wenn der Rücken derart schmerzt. Denn die körperlichen Belastungen sind die eine Sache, das seelische Ungleichgewicht die andere.

 

Welche Ursachen führen zu Rückenschmerzen?

 

Typischerweise denkt man bei Rückenschmerzen immer sofort daran, dass irgendetwas im Bewegungsapparat nicht so ganz stimmig ist und es deswegen zu den Schmerzen kommt, die schnell den Schlaf rauben können. Doch Rückenschmerzen können unter anderem auch auf den Alltagsstress oder auf psychische Probleme zurückzuführen sein.

Die häufigsten Ursachen bei Rückenschmerzen sind:

  • Bewegungsmangel
  • Muskelverspannungen
  • Übergewicht
  • Haltungsfehler und Fehlbelastungen
  • monotone Bewegungsabläufe im Alltag

Darüber hinaus können natürlich auch gesundheitliche Beschwerden und Erkrankungen die Rückenschmerzen als Begleiterscheinung hervorbringen. Dazu gehören in erster Linie natürlich Bandscheibenvorfälle im Lenden- und Brustwirbelbereich, Ischiaserkrankungen, Hexenschuss, Bruch der Wirbelkörper bei Osteoporose, Arthrose, Borreliose und Meningitis.

Bei Frauen können die leidigen Rückenschmerzen auch infolge einer Gebärmutterentzündung, einer Eierstockentzündung oder auch durch die Endometrioseerkrankung auftreten.

 

Wie äußern sich die einzelnen Beschwerden?

 

Es ist eigentlich untypisch, dass der gesamte Rückenbereich gleichzeitig schmerzt. In aller Regel sind es einzelne Partien des Rückens, die wehtun. Die einzelnen Symptome können sich durchaus unterscheiden, je nachdem, wo die Rückenschmerzen auftreten:

  1. Schmerzt der obere und untere Rückenbereich beziehungsweise der Nacken, empfindet man häufig einen starken Druckschmerz, eine verhärtete Muskulatur und fühlt sich in der Bewegung eingeschränkt. In diesem Fall ist die Ursache meist in einer massiven Muskelverspannung zu suchen.
  2. Verstärken sich die Rückenschmerzen im unteren Rücken bei der Bewegung und kommt ein kribbelndes Gefühl im Bein oder gar Lähmungserscheinungen hinzu, ist meist ein Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich der Auslöser. Im Brustwirbelbereich kann ein Bandscheibenvorfall hingegen für Nackensteifheit und/oder kalte Hände und Arme beziehungsweise ein Taubheitsgefühl auslösen.
  3. Bei einem Wirbelkörperbruch durch Osteoporose kann es zu schleichenden oder auch zu plötzlich einsetzenden sehr starken Rückenschmerzen kommen, die oftmals auch mit einer Verringerung der Körpergröße und einem Rundrücken einhergehen. Zudem kommt es bei dieser Ursache auch schnell zu Knochenbrüchen, bei denen es keinen großartigen Sturz vorher braucht.
  4. Kommt es vornehmlich bei körperlichen Belastungen zu Rückenschmerzen, die sich im Liegen wieder bessern, liegt die Ursache oft in einer Arthrose-Erkrankung der Wirbelsäule. Die Schmerzen strahlen hier schnell in den Unterbauch, die Leiste oder auch ins Gesäß aus.
  5. Tritt der Schmerz im Rücken unerwartet und sehr stark auf, liegt eine Blockierung der Beweglichkeit vor, die man auf einen Hexenschuss zurückführen kann.
  6. Die Rückenschmerzen bei Frauen, die auf Entzündungen in der Gebärmutter oder in den Eierstöcken sowie auf die Endometriose zurückzuführen sind, sitzen in der Regel sehr tief und treten zusammen mit starken Unterleibsschmerzen und Fieber auf.

Hinweis: Langanhaltende Stresssituationen können ebenfalls Rückenschmerzen auslösen. Denn in diesem Fall versetzen die aktivierten Stresshormone den gesamten Körper förmlich in eine Art Alarmzustand. Nicht selten führt diese Anspannung zu massiven Verspannungen in der Muskulatur. Hier hilft manchmal nicht einmal mehr der entspannende Schlaf, um die Rückenschmerzen zu verringern.

 

Ab wann sollte man mit Rückenschmerzen zum Arzt?

 

Rückenschmerzen zählen zu einer der Volkskrankheiten unserer Zeit. Werden sie nur gelegentlich ausgelöst und rauben vielleicht auch hin und wieder den Schlaf, ist nicht immer sofort ein Besuch beim Arzt notwendig. Denn Gottseidank ist unser Körper darauf ausgerichtet, dass er im Schlaf alle Systeme praktisch neu startet oder sie zumindest so regeneriert, dass sie am nächsten Tag wieder bestens funktionieren.

Doch bei manchen Ursachen der Rückenschmerzen reicht ein herkömmlicher Schlaf auf einer passenden Matratze nicht mehr aus, um die Schmerzen einzudämmen.

Deswegen sollte man immer dann zum Arzt, wenn die Schmerzen:

  • ein Taubheitsgefühl in den Armen auslösen
  • ein lähmendes Gefühl in den Beinen verursachen
  • bis in die Beine und Füße ausstrahlen
  • ein Kribbeln in den Extremitäten verursachen
  • mit Gefühlsstörungen einhergehen

In den meisten Fällen kann zwar schnell Entwarnung gegeben werden, aber eine umfassende Untersuchung ist dennoch sinnvoll, um schwerwiegende Erkrankungen zum Beispiel ausschließen zu können. Zudem bietet eine solche Untersuchung immer den Vorteil, dass man erstens genau weiß, warum man diese Schmerzen hat und zweitens, was man dagegen unternehmen kann.

 

Erste Hilfe gegen Rückenschmerzen

 

Wenn der Rücken schmerzt, ist schnelle Hilfe gefragt. Denn jede Nachtruhe kann zur Tortur werden, wenn sich die Schmerzen im Rücken nicht minimieren, sobald man bequem liegt.

Wir haben für Sie einige Sofortmaßnahmen zusammengestellt:

  • für die akute Behandlung sind Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen eine ideale Maßnahme, um die Schmerzen zu lindern
  • ebenso ist die Einnahme von hochdosiertem Magnesium hilfreich, zumindest wenn Verspannungen der Muskulatur der Auslöser sind
  • sanfte Massagen und leichte Bewegungsübungen können bei Muskelverspannungen ebenfalls eine gute Sofortmaßnahme sein
  • mit Wärme, wie zum Beispiel durch ein Körnerkissen oder bei einem Entspannungsbad, lösen sich in der Regel die Schmerzen und führen zu einer wohltuenden Entspannung der Muskeln

Darüber hinaus ist es natürlich immer wichtig, den Grund für die Rückenschmerzen zu kennen. Dementsprechend kann man auch vorbeugend etwas für die Rückengesundheit tun.

Zu diesen Maßnahmen gehören:

  • ausreichend Bewegung, entsprechend den persönlichen Möglichkeiten
  • auf eine korrekte Haltung achten und Schonhaltungen vermeiden
  • warm und entsprechend der Witterung kleiden, um Unterkühlungen der Muskulatur zu vermeiden
  • für einen regelmäßigen Stressabbau sorgen, damit Stress nicht zum Hauptproblem wird
  • möglichst Übergewicht vermeiden, damit die Gelenke geschont werden können

Tipp: Regelmäßige Gymnastikübungen lassen sich wunderbar mit Entspannungsübungen kombinieren. So sollten Yoga und Mediation zum Beispiel in den Tagesablauf eingebunden werden, da man auf diese Weise nicht nur etwas für den Rücken tut, sondern auch das seelische Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann.

 

Fazit

 

Rückenschmerzen, die auch im Liegen nicht besser werden, können schnell zu einer unruhigen Nacht führen. Von Erholung ist in diesem Fall dann keine Rede mehr. Je nach Ursache gibt es aber zahlreiche Methoden, um die Rückenschmerzen nachhaltig zu behandeln oder ihnen vorzubeugen. Diese Schmerzen sollten aber in keinem Fall hingenommen und über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleiben. Denn der Teufelskreis wird sich dann immer enger ziehen. Besser ist hier die Vorbeugung, die jedoch nicht nur den Körper einbeziehen sollte, sondern immer auch ganzheitlich stattfinden sollte.

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