Restless Legs: Eine kaum beachtete Schlafstörung

 

Gerade in der Einschlafphase spüren immer mehr Menschen das Kribbeln und unkontrollierte Zucken in den Beinen, was Unruhe mit sich bringt. An Schlaf ist dann einfach nicht zu denken, denn das Restless Legs Syndrom tritt meistens am Abend auf und macht die erste Phase des Nachtschlafes zu einer wahren Geduldsprobe, bei der auch schon mal die Nerven blank liegen können.

 

Woran erkennt man, dass man unter Restless Legs leidet?

 

In der Regel kommt es für die meisten Betroffenen völlig überraschend, denn sie legen sich erschöpft vom Tag ins Bett und aus zunächst völlig unerkannter Ursache spüren sie einen enormen Bewegungsdrang in den Beinen. Dieser lässt sich üblicherweise nicht wirklich kontrollieren.

Darüber hinaus stellen sich weitere Symptome ein:

  • unangenehmes, meist stechendes, kribbelndes Gefühl, dass sich schmerzhaft bis zu Krämpfen steigern kann
  • unkontrollierbarer Bewegungsdrang und unangenehme Gefühle verstärken sich, sobald die Ruhephase eintritt und sich der Körper entspannt
  • durch Bewegung mindern sich die kribbelnden, stechenden oder schmerzhaften Gefühle in den Beinen
  • oft fühlen sich die Beine sehr schwer, sehr müde und erschöpft an

Hinweis: In manchen Fällen sind nicht nur die Beine und Füße betroffen, sondern auch Arme und Hände.

Das Restless Legs Syndrom gehört zu den neurologischen Erkrankungen. Häufig verbessern sich die Symptome schon nach kurzer Zeit. Bleiben die Ursachen jedoch unerkannt oder werden nicht behandelt, kann es auch zu länger andauernden Beschwerden kommen. Ist das der Fall, wurde bei sehr vielen Betroffenen bereits tagsüber in den Ruhe- und Entspannungsphasen jene Symptomatik festgestellt, die andere tatsächlich nur abends und in der Einschlafphase haben.

Aufgrund der massiv auftretenden Symptome wird die Einschlafphase massiv gestört, weswegen das Restless Legs Syndrom als Schlafstörung betrachtet wird.

 

Welche Ursachen sind verantwortlich?

 

Auch wenn das Restless Legs Syndrom grundlegend eine neurologische Erkrankung ist, liegen ihre Ursachen durchaus auch in anderen Bereichen. Nicht selten sind die unruhigen Beine auch ein sicheres Indiz darauf, dass eine andere Krankheit oder eine Mangelerscheinung zugrunde liegt.

Mögliche Ursachen für Restless Legs können sein:

  • Nierenschwäche im fortgeschrittenen Stadium
  • Nervenschädigungen, also eine Polyneuropathie
  • Eisenmangel
  • Mangel an Folsäure
  • Vitamin B12 Mangel
  • Schwangerschaft
  • Medikamente, die beispielsweise regelmäßig gegen Depressionen eingenommen werden müssen
  • Erkrankungen der Schilddrüse, insbesondere bei einer Über- oder Unterfunktion dieses Organs
  • Lumbalanästhesie
  • Genetische Veranlagung, bei welcher oftmals eine Störung des Dopamin-Eisen-Stoffwechsels im Gehirn vorliegt
  • Durchblutungsstörungen der Beinarterien
  • Venenschwäche, die chronische Ausmaße angenommen hat
  • Stress

Für schwangere Frauen, bei denen die unruhigen Beine für gestörte Einschlaf- und Erholungsphasen sorgen, ergibt sich meist eine sofortige Verbesserung, wenn die Schwangerschaft nicht mehr besteht. Das bedeutet, dass betroffene Frauen in dieser besonderen Lebensphase nach der Geburt des Kindes wieder völlig beschwerdefrei sein können.

 

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Wie lässt sich das Restless Legs Syndrom behandeln?

 

Nach einer eingehenden Blutuntersuchung, bei der der behandelnde Arzt auch auf Eisen- und Vitaminmangel sowie die Nierenfunktion testet, werden oftmals über den medikamentösen Weg die Symptome sowie die Ursachen behandelt. Oftmals wird im Vorfeld auch eine Polysomnographie im Schlaflabor durchgeführt, um Erkrankungen wie die Schlafapnoe ausschließen zu können.

Hinweis: Um andere schwerwiegende Krankheiten auszuschließen, wird der Arzt zudem eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sowie eine Muskelaktivitäts-Messung vornehmen.

Explizit die Medikamente L-Dopa und Dopaminagonisten sorgen dafür, dass der fehlende Nervenbotenstoff Dopamin im Gehirn ersetzt wird und somit der gestörte Stoffwechsel wieder ausgeglichen wird.

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es jedoch auch viele Möglichkeiten, die jeder Betroffene selbst tun kann, um die unruhigen Beine ein wenig beschwerdefreier zu machen oder das Restless Legs Syndrom gar nicht erst vollständig auftauchen zu lassen.

 

Was kann man selbst und vorbeugend dagegen tun?

 

Es gibt natürlich nicht wirklich ein Patentrezept gegen unruhige Beine, da die effektive Wirksamkeit bei jedem ein wenig anders gelagert ist. Dennoch gibt es einige hilfreiche Tipps, die auf den Erfahrungen von Menschen beruhen, die vom Restless Legs Syndrom betroffen sind.

  1. Versuchen Sie einem Eisenmangel vorzubeugen, indem Sie beispielsweise regelmäßig Vitamin C zu sich nehmen, da dieses Vitamin die Aufnahme von Eisen fördert.
  2. Tägliche Wechselduschen in Kombination mit Bürstenmassagen fördern die Durchblutung und können so die unruhigen Beine ein wenig ruhig stellen. Aber auch entspannende Fußbäder sowie abendliche Gymnastik- und Dehnungsübungen helfen, die Symptome ein wenig zu minimieren.
  3. Bereits einige Stunden vor dem Zubettgehen sollten Sie auf schwere Mahlzeiten, übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsum sowie schwere körperliche Aktivitäten verzichten.
  4. Ebenso sollten Sie Stress vermeiden. Kommt es dennoch im Alltag gehäuft zu Stresssituationen, können Meditation, Yoga oder auch Autogenes Training helfen, Stress abzubauen.
  5. Verzichten Sie möglichst auf das erholsame Mittagsschläfchen, denn das kann die Nachtruhe durchaus negativ beeinflussen.
  6. Gehen Sie erst dann ins Bett, wenn sie tatsächlich müde sind und nutzen Sie das Schlafzimmer wirklich nur zum Schlafen.
  7. Versuchen Sie möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, um einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus zu fördern und zu unterstützen.
  8. Achten Sie nach Beendigung der alltäglichen Aufgaben den Tag langsam ausklingen zu lassen. Gehen Sie also nicht sofort nach der Arbeit ins Bett, sondern bereiten Sie Ihren Organismus langsam auf den Nachtschlaf vor. Hier können abendliche Entspannungstechniken ebenso hilfreich sein wie immer wiederkehrende Schlafrituale.

Ein warmes Bad oder auch ein warmes Getränk kurz vor dem Zubettgehen können zum Beispiel ebenso gut wirken, wie entspannt ein gutes Buch zu lesen.

Tipp: Sich vom Fernseher in den Schlaf wiegen zu lassen ist hingegen kein guter Weg, um dem Restless Legs Syndrom zu entkommen.

 

Fazit

 

Wer unter dem Restless Legs Syndrom leidet, wird schnell bemerken, dass die unruhigen Beine einen ungestörten Schlaf oftmals verhindern. Denn hier kommt es zu Schlafstörungen, die sich hauptsächlich auf die erste Schlafphase beziehen und die dennoch schwerwiegende Folgen haben können.

Denn wer schlecht oder gar nicht einschläft, hat mit den Folgen einer minderwertigen Schlafqualität zu kämpfen.

Gegen das Restless Legs Syndrom, dessen Ursachen sehr unterschiedlich sein können, hilft eine gute Schlafhygiene, optimale Ausstattung des Bettes sowie eine gesunde Lebensführung. Darüber hinaus können mittels spezieller Medikamente die Symptome dieser neurologischen Erkrankung minimiert werden.

 

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