Der Zusammenhang zwischen Migräne und Schlafmangel

 
Rund 15 Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter starken Schmerzattacken, die man Migräne nennt. Sie tritt häufig urplötzlich auf und die Betroffenen leiden dann oftmals nicht nur unter einem unsäglich pochenden Kopfschmerz. Nicht selten wird man auch nachts davon wach, wodurch der gesunde Schlaf massiv gestört wird und am Ende zu einem Schlafdefizit führt. Doch Migräne entsteht oft genug wegen Schlafmangel. Es scheint ein Kreislauf zu sein, aus dem man jedoch ausbrechen kann.

 

Was versteht man eigentlich unter Migräne?

 
Unter einer Migräne versteht man jene Anfälle von starkem Kopfschmerz, die mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder sogar Sehstörungen auftreten.

Die Ursachen können sehr vielseitig sein, wenngleich die meisten Auslöser nicht wirklich bekannt sind.

Allerdings konnte die Wissenschaft bereits nachweisen, dass es sogenannte Trigger braucht, um einen Migräneanfall auszulösen.

Das können sein:

  • Flüssigkeitsmangel
  • Stress
  • Schlafmangel
  • gestörter oder unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • ungesunde Lebensweise
  • Mangelernährung und Fastenzeiten
  • ungünstige Wetterlagen, wie zum Beispiel Föhn oder Tiefdruckgebiete
  • Hormonschwankungen, wie beispielsweise während der Menstruation
  • Reizüberflutung
  • Medikamente, die Nitroverbindungen enthalten
  • übermäßiger Alkohol– und Nikotinkonsum
  • Koffeinentzug

Während die meisten der infrage kommenden Auslöser in den meisten Fällen ausgeschaltet werden können, gibt es eine Ursache, die paradoxerweise zugleich Ursache und Wirkung bei Migräne sein kann.

Gemeint ist hier der Schlafmangel, der sowohl eine Migräne auslösen kann oder aufgrund einer solchen Attacke überhaupt erst entstehen kann.

 

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Warum führt Schlafmangel zu Migräne?

 
Meist tritt die Migräne aufgrund von Schlafmangel dann auf, wenn der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus zu häufig gestört wird oder beispielsweise durch dauerhafte Schichtarbeit förmlich aus dem Takt gerät.

Das bedeutet, dass der menschliche Organismus nicht wie üblich über Nacht vollständig regenerieren kann. Die Folge sind unter anderem Müdigkeit, Leistungsabfall sowie Erschöpfungszustände.

Es ist noch nicht vollständig geklärt, warum ausgerechnet Migräne und Schlafmangel in einer solch engen Wechselwirkung stehen. Doch es gibt Vermutungen, dass das Gehirn durch den Mangel an erholsamen Schlaf eine Migräne auslöst, um die fehlende Ruhe zur Regeneration einzufordern.

Hinweis: In der Regel leiden Migränepatienten nur episodisch unter den starken Kopfschmerzen. Hingegen überwiegen die schmerzfreien Tage. Treten die Migräneattacken jedoch so häufig auf, dass die schmerzfreien Tage nicht mehr überwiegen, sprechen Mediziner von einer chronischen Migräne.

Wissenschaftler der Missouri State University haben zudem herausgefunden, dass eine sehr häufig verkürzte REM-Schlafphase die chronische Migräne fördert.

Denn wer sehr oft an Durchschlafstörungen leidet und somit eine sehr viel kürzere Traumphase erlebt, bei dem bilden sich die Proteine p38, PKA sowie P2X3 sehr viel stärker aus. Diese Proteine aber sind dafür verantwortlich, dass sich chronisch starke Schmerzen über einen längeren Zeitraum halten können.
 

Warum treten die Symptome an freien Tagen stärker auf?

 
Migräne-Patienten wissen es nur zu gut: Endlich frei und schon ist man mit einem Migräneanfall gestraft. Das liegt daran, dass man an seinen freien Tagen, wie beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub einen veränderten Tagesablauf hat.

Ausschlafen, andere Essenszeiten und mehr Ruhe und Entspannung sorgen dafür, dass alles ein wenig aus dem Takt gerät und die nächste Migräne ausgelöst werden kann.

Somit treten Migräneanfälle gehäuft an freien Tagen auf, weil:

  • der übliche Stress abgebaut wird und somit der Stresshormonspiegel absinkt
  • am Wochenende oder an freien Tagen deutlich weniger Kaffee getrunken wird, als an arbeitsreichen Tagen und somit ein Koffeinentzug entsteht
  • gerade in der freien Zeit abends häufig mehr Alkohol konsumiert wird, als unter der Woche

Tipp: Besser ist es, auch an ganz normalen Arbeitstagen immer wieder für ausreichend Entspannung und Stressabbau zu sorgen. Ebenso ist es vorteilhaft, wenn Migränepatienten den Schlaf-Wach-Rhythmus am Wochenende beibehalten oder unter der Woche entsprechend anpassen, damit es zu keiner nennenswerten Störung kommt.

 

Wie entsteht ein Migräneanfall?

 

  1. Sobald ein bestimmter Trigger ausgelöst, wie es beispielsweise durch Schlafmangel der Fall sein kann, kommt es zu einer verstärkten Aktivität der Nervenzellen, wodurch dann Botenstoffe zu schnell in die Blutgefäße gelangen und eine Entzündung ausgelöst wird. Die Blutgefäße verengen sich.
  2. Dadurch kommt es in den Blutgefäßen zu einer verlangsamten Durchblutung im Gehirn, was zu einer Art Kurzschluss führen kann, wodurch die Entzündung der Nervenzellen und Blutgefäße noch verstärkt wird.
  3. Die Wände der Blutgefäße schwellen dabei nicht nur an, sondern können auch beschädigt werden. Durch den ansteigenden Blutdruck drückt es die Gefäße wieder auseinander. Die Gefäßwand selbst wird durch den Entzündungsherd extrem schmerzempfindlich, wodurch die Betroffenen dann jeden einzelnen Pulsschlag schmerzhaft zu spüren bekommen.

 

Was kann man dagegen tun?

 
Zunächst einmal ist es ganz wichtig, ein sogenanntes Migränetagebuch zu führen. Dadurch lassen sich die Trigger besser erkennen, durch die jeder einzelne eine derartige Attacke erleidet.

Immerhin kann das sehr unterschiedlich sein. Während der eine unter Migräne leidet, wenn er beispielsweise am Wochenende zu lange geschlafen hat, kann beim nächsten die Attacke ausgelöst werden, weil man zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen oder zu wenig geschlafen hat.

Sind durch besagtes Tagebuch die individuellen Auslöser bekannt, kann man gezielt darauf Einfluss nehmen, dass eine Verbesserung eintreten kann.

So ist es für Migräne-Patienten hilfreich, wenn sie auf folgende Dinge besonders achten:

  • vorbeugend kann regelmäßiger Ausdauersport helfen
  • eine gesunde Lebensweise hilft
  • regelmäßige Entspannungsübungen lassen das Stresslevel sinken

 

Im akuten Fall einer Migräne ist es zudem ratsam, wenn die Betroffenen:

 

  • sich in einen abgedunkelten und ruhigen Raum zurückziehen, wobei hier auch manchmal ein Abdecken der Augen helfen kann, um Lichteinwirkungen zu minimieren
  • schlafen, um den Migräneanfall abzumildern
  • kühlende Tücher auf Stirn und Augen legen
  • verdünntes Pfefferminzöl oder Teebaumöl auf den Schläfen auftragen

 

Für die Bekämpfung eines akuten Anfalls gibt es auch spezielle Medikamente. Diese sollte man jedoch nur dann einnehmen, wenn man durch die Symptomatik diese von einem Arzt verordnet bekommen hat.

 

Hinweis: Sollte es nicht möglich sein, die Migräneattacken auf ein Minimum zu beschränken oder sollte sich eine chronische Migräne entwickelt haben, ist es in jedem Fall ratsam mit dem behandelten Arzt darüber zu sprechen und gemeinsam eine Therapie zu besprechen.

 

Fazit

 
Schlafmangel kann Migräne erzeugen oder umgekehrt durch die Migräne hervorgerufen werden. In keinem der beiden Fälle ist es angenehm, unter einer Migräneattacke zu leiden. Deswegen ist es durchaus empfehlenswert, die eigene Lebensführung und Schlafhygiene genau unter die Lupe zu nehmen. So lassen sich diese starken Kopfschmerzen meist vorbeugen und umgehen.

 

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