Welche Medikamente können zu Schlafstörungen führen?

 

Schlafstörungen, die aufgrund von Stress, Krankheit, psychischen Belastungen oder auch durch Kummer und Sorgen entstehen, sind nicht wirklich erstrebenswert. Immerhin ist jeder darum bemüht, zu einem erholsamen und gesunden Schlaf zu finden. Doch wenn der Schlaf gestört wird, weil man regelmäßig Medikamente einnehmen muss, ist es oftmals nicht so leicht hinzunehmen. Denn hier kann ein wahrer Teufelskreis beginnen.

 

Gibt es eine medikamentöse Schlafstörung überhaupt?

 

Um es vorwegzunehmen: Ja, es gibt eine medikamentöse Schlafstörung. Denn viele Wirkstoffe in bestimmten Medikamenten wirken sich nachteilig auf den Schlaf-Wach-Rhythmus aus, was schlussendlich zu einer Schlafstörung führen kann.

Vereinfacht ausgedrückt sind Schlafstörungen, die aufgrund von einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme entstehen, nichts anderes als Nebenwirkungen.

Das kann unter Umständen ein wahrer Teufelskreis werden, denn in der Regel werden diese Medikamente eingenommen, weil man beispielsweise dauerhaft den Blutdruck senken muss oder andere Symptome von chronischen Erkrankungen in den Griff bekommen will und muss.

Der Grund liegt hier meist darin, dass bei chronische Erkrankungen dem Körper oftmals antriebssteigernde Wirkstoffe zugeführt werden müssen. Für den Schlaf ist das natürlich sehr nachteilig, denn die nächtliche Unruhe bis hin zu Albträumen bringt nun einmal keinen ruhigen und erholsamen Schlaf mit sich.

 

Wer ist von dieser Art Schlafstörung betroffen?

Betroffen davon sind ältere Menschen und chronisch Kranke, die dauerhaft eine bestimmte Wirkstoffgruppe in Medikamentenform einnehmen müssen. Zudem tritt hier oftmals der Umstand auf, dass es eben nicht nur ein einziges Medikament sein muss, sondern sehr viele Präparate eingenommen werden müssen.

Das können bei manchen Patienten bis zu zwanzig aufeinander abgestimmte Medikamente sein, die natürlich alle ihre Nebenwirkungen aufweisen können.

Die Folgen sind natürlich fatal. Denn langandauernde Schlafstörungen führen unter anderem zu:

  • Tagesmüdigkeit
  • Verlust der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
  • Gedächtnisverlust und Einschränkungen im Erinnerungsvermögen
  • Depressionen

Tipp: In Absprache mit dem Arzt sollten die Medikamente möglichst nicht direkt vor dem Zubettgehen eingenommen werden, um die antriebssteigernde Wirkung ein klein wenig abzumildern.

Welche Wirkstoffe sind es, die den Schlaf beeinträchtigen können?

Viele Wirkstoffe werden in den unterschiedlichsten Arzneien verwendet, weswegen die Liste recht lang ist. Wir haben die wichtigsten und am häufigsten verordneten einmal herausgesucht, bei denen eine Schlafstörung als Nebenwirkung auftreten kann:

  • Medikamente gegen Bluthochdruck
  • Antidepressiva, die eine antriebssteigernde und aufmunterte Wirkung erzeugen sollen
  • Medikamente gegen psychische Störungen, wie zum Beispiel Neuroleptika
  • Asthmamedikamente mit dem Wirkstoff Theophyllin
  • Mittel gegen Parkinson
  • Kortisonhaltige Präparate
  • Entzündungshemmer
  • Malariamittel
  • Medikamente, die den Sulfonamiden zugeordnet werden
  • Antibiotika, welches Gyrase-Hemmer enthält
  • Präparate mit Anticholinergika
  • Statine, wie sie in Arzneien zur Regulation des Fettstoffwechsels vorkommen
  • Appetitzügler
  • Präparate, die mit Hormonen angereichert sind
  • Schmerzmittel
  • Anthistaminika, wie es in Mitteln gegen Juckreiz, Allergien oder Magenbeschwerden vorkommt
  • Koffein, wie es in Schmerzmitteln sowie in Grippe- und Hustenmedizin vorkommt

Zudem sind auch Schlafmittel selbst mit einigen Wirkstoffen versetzt, die eine Schlafstörung erst hervorrufen können. Es ist also tatsächlich ein Irrglaube, dass Schlaftabletten und andere Medikamente dieser Art helfen können, Schlafstörungen zu bekämpfen.

Unabhängig davon, dass man von diesen Mitteln schnell abhängig werden kann, sind es hier vor allem die Wirkstoffe Triazolam in Halcion, Brotizolam im Dormex oder Lendomin, Midazolam in Dormicum, Loprazepam in Dormonoct und Lormetazepam im Noctanid, welche den gesunden Schlaf nachteilig beeinflussen.

 

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Was lässt sich gegen eine medikamentöse Schlafstörung tun?

Sofern ein Medikament daran schuld ist, dass es zu Schlafstörungen kommt, sollte in jedem Fall das Gespräch mit dem behandelnden Arzt gesucht werden. Wer eine wichtige Medizin dauerhaft einnehmen muss, um eine andere Erkrankung zu bekämpfen oder in Balance zu halten, der sollte nicht einfach resignieren und den gestörten Nachtschlaf hinnehmen. Schließlich ist es nicht im Sinne des Erfinders, wenn man aufgrund einer Erkrankung nicht zum Schlaf kommen kann, nur weil man dauerhaft Medikamente einnehmen muss.

Möglicherweise kann der Arzt auf ein alternatives Präparat umstellen, welches nicht den jeweiligen Wirkstoff enthält, der Schlafstörungen verursacht. In manchen Fällen kann es zudem schon genügen, wenn die Dosis etwas verringert oder die Zeit der Einnahme verändert wird.

Hinweis: Medikamente sollten niemals eigenständig abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden. Hier ist immer das Arztgespräch angeraten.

Darüber hinaus kann jeder Betroffene aber auch selbst etwas gegen die schlaflosen Nächte unternehmen.

In vielen Fällen helfen:

  • Atemübungen, Meditation oder Autogenes Training vor dem Schlafengehen
  • feste Zubettgehzeiten
  • der Verzicht auf den Mittagsschlaf oder zumindest nur einen kurzen Mittagsschlaf abhalten
  • eine gesunde Lebensführung, bei welcher der abendliche Alkohol-, Koffein- und Nikotinkonsum eingeschränkt werden sollte, viel Bewegung tagsüber an der frischen Luft stattfinden sollte und schweres Essen am Abend gegen ein leichtes Abendessen ausgetauscht werden sollte
  • abendliche Schlafrituale, die helfen, den Körper besser zu entspannen und auf die Schlafphase vorzubereiten
  • eine optimale und an die eigenen Bedürfnisse angepasste Bettausstattung inklusive der passenden Matratze
  • eine schlaffördernde Umgebung, bei der das Raumklima, die Luftzirkulation und die ruhige, dunkle Atmosphäre eine wichtige Rolle spielt

Diese Faktoren helfen nicht nur bei der medikamentösen Schlafstörung. Zudem sollte auf handelsübliche Schlafmittel verzichtet werden. Nicht nur, weil sie Wirkstoffe enthalten, die ohnehin nicht förderlich sind, sondern auch, weil sie schnell abhängig machen können und der Schlaf deswegen noch lange nicht als erholsam zu bezeichnen ist. Stattdessen sollten hier natürliche Einschlafhilfen und Hausmittel gewählt werden, um besser ein- und durchschlafen zu können.

 

Fazit

 

Fast alle Medikamente weisen Nebenwirkungen auf, doch bei einigen sind es vor allem Schlafstörungen, die als negative Wirkung auftreten und den erholsamen Schlaf verhindern. An dieser Stelle ist man bei chronischen Erkrankungen schnell in einer Zwickmühle, denn ohne das Medikament geht es nicht und mit dem Arzneimittel schläft man nicht gut. Hier bleibt einem nichts anderes übrig, als mit dem behandelnden Arzt zu sprechen, ob es eine Alternative zum verordneten Medikament gibt oder die Dosierung sowie die Einnahmezeit verändert werden kann.

Manche Wirkstoffe, die eigentlich Schlafstörungen verursachen, haben mitunter weniger Negativwirkungen, wenn sie etwas früher am Tag eingenommen werden können.

Unterstützend können bei einer medikamentösen Schlafstörung immer auch eine gute Schlafhygiene, Entspannungstechniken sowie alternative und natürliche Einschlafhilfen helfen, um wieder besser ein- und durchschlafen zu können. Wer dann noch auf eine gesunde Lebensführung achtet, sollte alles in allem weitaus weniger Probleme mit Schlafstörungen haben, die aufgrund der notwendigen Medikamenteneinnahme entstehen.

 

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