Narkolepsie: Symptome, Ursachen und Behandlung

 

Wenn Schlafstörungen für die Betroffenen meist schon sehr negativ und vor allem nervig sind, gehören Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus zu jenen Erfahrungen, die wohl niemand wirklich machen möchte. Narkolepsie ist eine solche Schlaf-Wach-Störung, die besonders dazu beträgt, dass der Alltag negativ beeinflusst wird, denn die betroffenen Menschen werden urplötzlich und zu jeder Tageszeit von Schlafattacken überrascht.

 

Was versteht man unter Narkolepsie?

 

Im Volksmund wird Narkolepsie auch oft als Schlafkrankheit bezeichnet, was auf die starken Symptome zurückzuführen ist. Aus medizinischer Sicht gehört die Narkolepsie zu den neurologischen Krankheitsbildern und wird daher auch Hypersomnie genannt.

Experten machen jedoch Unterschiede bei dieser Erkrankung.

So wird unterschieden nach:

  • klassischer Narkolepsie, bei welcher die Schlaf-Wach-Störung mit einer Muskelerschlaffung, der Kataplexie einhergeht
  • Narkolepsie ohne diese Kataplexie
  • sekundäre Narkolepsie, die aufgrund von Verletzungen am Hirnstamm oder durch eine Tumorerkrankung auftreten kann

Für alle Formen der Narkolepsie gilt jedoch, dass diese selten auftretende neurologische Krankheit nicht heilbar ist. Dennoch und obwohl sie ein Leben lang bleibt, ist sie nicht lebensbedrohlich.

Allerdings gilt es für die Betroffenen, dass sie mit einigen Einschränkungen leben müssen. Denn ein sorgenfreies Autofahren ist nicht wirklich möglich, da die Schlafsucht jederzeit auftreten kann. Ebenso wird es in manchen Berufszweigen unmöglich sein, immer ein gutes Arbeitsergebnis abliefern zu können, denn die Schlafattacken treten meist ohne Vorankündigung auf.

 

Welche Symptome treten dabei auf?

 

Während die ersten Anzeichen und Symptome bereits im Alter von 10 bis 20 Jahren sowie zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auftreten können, wird in der Regel eine Narkolepsie erst sehr viel später diagnostiziert. Das liegt größtenteils daran, dass die Symptome im Grunde nicht so eindeutig zuzuordnen sind und häufig angenommen, wird, dass die zutage tretenden Merkmale andere Ursachen haben könnten.

Zudem müssen die nachfolgend aufgeführten Symptome länger als sechs Monate auftreten, damit überhaupt die Diagnose richtig gestellt werden kann.

Typisch für die Schlafkrankheit sind:

  • extreme Tagesmüdigkeit
  • plötzlich auftretender und übermäßiger Drang nach Schlaf
  • plötzlich auftretende Erschlaffung der Muskeln, also eine Kataplexie
  • sehr leichter Nachtschlaf
  • häufig extrem gestörter Nachtschlaf
  • unerklärliche Schlaflähmungen
  • automatisierte Handlungen, die nicht mehr bewusst gesteuert werden

Darüber hinaus sind Patienten, die an der neurologischen Schlaf-Wach-Störung leiden, oftmals von Kopfschmerzen, Migräneanfällen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, gehäuften Unfällen, Depressionen, Potenzstörungen und Persönlichkeitsveränderungen betroffen.

 

Wo liegen die Ursachen für Narkolepsie?

 

Die Hauptursache für eine Narkolepsie-Erkrankung liegt in einer neurologischen Störung, bei der Regulierung des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus nicht mehr funktioniert. Das ist das, was man von medizinischer Seite aus mit Sicherheit sagen kann.

Woher allerdings diese gestörte Regulation kommt, ist noch nicht hinlänglich erforscht. Denkbar ist hier unter anderem eine Autoimmunkrankheit, bei der sich die körpereigene Abwehr gegen die natürlichen Strukturen und Funktionsweisen des menschlichen Organismus richten.

Aber auch ein Zusammenspiel zwischen genetischen Veranlagungen und Umwelteinflüssen ist durchaus denkbar.

In der Forschung hat man jedoch bereits herausgefunden, dass der überwiegende Teil der Narkolepsie-Patienten weniger Hypocretin produzieren. Dieser Botenstoff agiert im Gehirn als Neurotransmitter und regelt den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Kommt es hier also zu einer Störung, kann der menschliche Körper den natürlichen Rhythmus nicht beibehalten und das plötzlich auftretende Schlafbedürfnis wird so übermäßig groß, dass die Betroffenen sofort und in jeder Lebenslage einschlafen.

Stress zählt zwar bei der Schlafkrankheit nicht unbedingt als entscheidende Ursache. Allerdings können dauerhafte Stresssituationen oder anhaltender Stress auf psychologischer Ebene durchaus förderlich für eine Narkolepsie-Erkrankung sein beziehungsweise wie ein Multiplikator wirken.

Noch nicht vollständig als Ursache für Narkolepsie bewiesen sind jedoch Tumor-Erkrankungen und dergleichen. Selbst wenn Mediziner diesen Punkt in die Unterscheidungsform einbeziehen. Doch dabei gehen sie von einer Verletzung am Hirnstamm aus. Da jedoch Tumore und andere Krebszellen nicht immer alle am Hirnstamm zu finden sind, konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass diese Erkrankungen grundsätzlich zu einer Narkolepsie führen können.

 

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Wie lässt sich Narkolepsie behandeln?

 

Obwohl die Erkrankung selbst nicht heilbar ist, kann sie dennoch gut behandelt werden. Durch eine gezielte Behandlung können die Symptome so stark abgeschwächt werden, dass der Einfluss durch die Erkrankung auf die Lebensumstände deutlich abnimmt.

In erster Linie wird eine Schlafkrankheit mittels Medikamenten behandelt. Diese nutzt man, um die Tagesmüdigkeit dahingehend abzuschütteln, indem man Stimulanzen einsetzt. Ebenso werden Medikamente eingesetzt, um die plötzliche Muskelerschlaffung, Depressionen, Schlaflähmungen sowie Halluzinationen kontrollierbarer zu machen.

 

Kann man vorbeugend selbst etwas tun?

 

Neben der medikamentösen Behandlung durch einen entsprechend geschulten Spezialisten, können Betroffene auch selbst etwas gegen die Schlafsucht unternehmen.

  1. Der Versuch, den Schlaf-Wach-Rhythmus ein wenig zu normalisieren: Dafür ist es ganz wichtig, möglichst immer gleiche Zubettgeh- und Aufstehzeiten einzuhalten.
  2. Das plötzlich übergroße Bedürfnis nach Schlaf regulieren: Hierfür ist es sinnvoll, tagsüber ein – oder zweimal kurze Nickerchen zu halten. Denn die kann man eher steuern, als wenn es plötzlich auftritt.
  3. Den Alltag mit einem Zeitplan regulieren: Durch den Zeitplan ist es sehr viel einfacher, genau jene Zeiten abzupassen, an denen am wenigsten die Gefahr eines Unfalls bestehen kann. So lässt sich der Alltag ein klein wenig entzerren und ungefährlicher gestalten, ohne dass man gleich auf alles verzichten muss.
  4. Das soziale Umfeld muss Bescheid wissen: Freunde, Verwandte und Kollegen sollten informiert werden, damit es aufgrund der plötzlich auftretenden Müdigkeit und Schlafattacken nicht zu Missverständnissen kommt. Das erhöht die Akzeptanz und kann durchaus eine große Hilfe für das eigene Selbstbewusstsein sein.

 

Fazit

 

Die Narkolepsie wird im Volksmund auch gern Schlafkrankheit oder Schlafsucht genannt. Das liegt an den plötzlich auftretenden Schlafattacken, die der Betroffene selten vorher bemerkt oder die er in irgendeiner Form beeinflussen kann.

Tritt die neurologische Erkrankung zusätzlich mit der Kataplexie auf, kommt es zudem zu einem Zusammensinken des gesamten Körpers, denn dabei erschlaffen die Muskeln des Betroffenen urplötzlich und komplett.

Heilbar ist die Krankheit nicht, dennoch hat sie im Normalfall keine lebensbedrohlichen Auswirkungen. Es sei denn, die Schlafattacke überfällt den Betroffenen beim Autofahren, wodurch er einen tödlichen Unfall erleidet.

Mit Medikamenten behandelt, können die Symptome doch soweit eingedämmt werden, dass ein normales Leben mit Einschränkungen geführt werden kann. Die Krankheit beginnt bei manchen Patienten schleichend und bei anderen tritt sie sozusagen von einem Tag auf den anderen auf. Die richtige Diagnose kann jedoch erst nach gut sechs Monaten gestellt werden, in denen die typischen Symptome nahezu ununterbrochen auftreten.

 

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