Was tun, wenn Kinder Albträume haben?

 
Für jeden von uns sind Albträume etwas Unschönes, denn wer will schon mit rasendem Herz und schweißgebadet aus dem Schlaf hochschrecken? Doch wenn Kinder von Albträumen geplagt sind, stehen viele Eltern erst einmal unsicher dem Problem gegenüber. Sofern diese jedoch nicht mehr als einmal pro Woche auftreten, besteht noch kein Grund zur Sorge. Dennoch wird es hilfreich sein, wenn Sie wissen was Sie tun können, wenn Kinder Albträume haben.

 

Welche Ursachen können die kindlichen Albträume haben?

 

Träume, die in uns besonders negative Gefühle wie Panik und Ängste hervorrufen und uns aus dem Schlaf hochschrecken lassen, nennt man Albträume.

Doch gerade bei Kindern gibt es durchaus Unterschiede. Denn der Nachtschreck, der hauptsächlich bei jüngeren Kindern auftritt, die den eigenen Realitätssinn noch nicht vollständig ausgebildet haben, ist dem Albtraum nicht unähnlich.

Während Kinder von diesem Nachtschreck nach dem Aufwachen meist nichts mehr wissen und sich häufig einfach wieder hinlegen und weiterschlafen, wird der Albtraum auch im Wachzustand noch als bedrohlich empfunden.

Hinweis: Albträume treten immer in der REM-Phase und meistens in der zweiten Nachthälfte auf.

Die Ursachen für kindliche Albträume können ganz ähnlich jenen sein, die wir als Erwachsene auch haben.

So sind die folgenden Gründe dafür verantwortlich, dass Kinder nachts aus einem Albtraum hochschrecken:

  • genetische Veranlagung
  • enormer Leistungsdruck in der Schule
  • traumatische Erlebnisse
  • übermäßiger Konsum von Medien, in denen Gewalt und Terror beinhaltet und nicht kindgerecht sind
  • körperliche Ursachen, wie beispielsweise schwere Erkrankungen
  • Stress

Hinweis: Gerade der unkontrollierte Medienkonsum kann bei Kindern sehr viel häufiger einen Albtraum nach sich ziehen, da diese Altersgruppe sich in der Regel weitaus intensiver in gewalttätige Handlungen auf dem Bildschirm hineinversetzen.

 

In welchem Zusammenhang steht das Alter der Kinder mit den Albträumen?

 

Albträume treten bei Kindern weitaus häufiger auf, als bei erwachsenen Menschen. Im Alter zwischen 5 und 10 Jahren sind, Studien zufolge, zwischen 70 und 90 Prozent der Kinder davon betroffen.

Zudem fand man in zahlreichen Untersuchungen heraus, dass Kinder offenbar erst ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr dazu in der Lage sind, einen Traum als solchen wahrzunehmen. Das bedeutet also, dass Kinder erst eine gewisse Fähigkeit erlernen müssen, um Traum von Wirklichkeit unterscheiden zu können.

Daraus resultiert auch der Zusammenhang, dass Kinder im Grundschulalter sehr viel häufiger nächtliche Albträume erleben. Denn in dieser Altersstufe ist der Realitätssinn weitestgehend ausgeprägt. Obwohl es hierzu noch keine umfassenden Studien gibt, scheint sich dennoch herauszukristallisieren, dass der Leistungsdruck für Kinder in diesem Alter offenbar recht hoch ist und als die häufigste Ursache gelten könnte.

Im Alter von etwa 10 Jahren nimmt die Intensität der Albträume häufig wieder ab. Jedoch treten sie im jugendlichen Alter oftmals in eine neue Stufe, denn Jugendliche in der Pubertät berichten öfter von der Schlafparalyse, anstatt von Albträumen.

 

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Mit welchen Methoden kann man Albträume bei Kindern verhindern?

 

In erster Linie werden kindgerechte Schlafrituale und gesunde Lebensumstände sehr hilfreich sein, um die Kleinen vor Albträumen zu bewahren. Zusammen mit der verständnisvollen Liebe von Mama und Papa sowie einem harmonischen Umfeld, lässt sich da einiges zum Guten bewirken.

Nachfolgend haben wir einige Tipps für Sie, die Ihnen und Ihren Kindern helfen werden, wenn Albträume wieder einmal die Nachtruhe gestört haben:

  • nehmen Sie das Kind in den Arm und beruhigen Sie es
  • ermuntern Sie es, darüber zu sprechen
  • ein sanftes Nachtlicht vertreibt Ängste bei kleinen Kindern
  • schaffen Sie auch tagsüber eine liebevolle und harmonische Umgebung, in der sich das Kind wohlfühlt
  • nehmen Sie sich tagsüber die Zeit, mit ihren Kindern Sorgen und Nöte zu besprechen
  • lassen Sie Ihr Kind niemals allein mit medialen Inhalten, die Ängste auslösen können
  • kreieren Sie abendliche Rituale, damit Kinder keine Angst vorm Einschlafen haben
  • schreiben Sie mit Ihrem Kind ein Traumdrehbuch

Mitunter sind es fantasievolle Gute-Nacht-Geschichten oder gemeinsame Entspannungsübungen vor dem Zubettgehen, die wahre Wunder wirken können. Denn diese bringen nicht nur den Körper in die benötigte Ruhe vor dem Schlafen, sondern auch den Geist.

Hatte Ihr Kind in der Nacht einen Albtraum, nehmen Sie sich die Zeit am nächsten Morgen, um noch einmal bei Tageslicht mit ihm darüber zu sprechen.

Zudem sollten Sie versuchen, die Ursache herauszufinden. Vor allem dann, wenn es häufiger zu Albträumen kommt oder ein bestimmter böser Traum immer wiederkehrt. Sofern keine genetische Veranlagung oder eine Stresssituation in der Familie vorliegt, können auch schulische Probleme für die Albträume verantwortlich sein.

Tipp: Durch das „Darüber-Reden“ können Sie Ihrem Kind oftmals schon sehr viel von dem Schrecken der Nacht nehmen. Denn auf diese Weise beginnt das Kind sich mit dem Albtraum auseinanderzusetzen und die Angst wird allein dadurch schon kleiner.

 

Was hat es mit dem Traumdrehbuch auf sich?

 

Vermutlich kennen einige von Ihnen bereits die Methode, sich Träume zu notieren, um der Angst den Schrecken zu nehmen. Doch mit Kindern muss man an diesem Punkt ein wenig anders vorgehen, da die meisten einfach aufgrund der kindlichen Entwicklung noch nicht allein in der Lage sind, bewusst auf ihre Träume einzuwirken.

So haben Traumforscher von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe vor allem Kinder zusammen mit ihren Eltern die beängstigenden Träume in eine andere Richtung schieben können.

Gemeint ist das sogenannte Traumdrehbuch. Dieses können Sie mit Ihrem Kind aufschreiben oder Sie lassen das Kind entsprechende Bilder dazu malen.

So funktioniert es:

  • am Anfang steht der böse Albtraum à notieren Sie den Inhalt, wie Ihr Kind es Ihnen erzählt hat
  • versuchen Sie im 2. Schritt mit dem Kind gemeinsam eine Stelle zu finden, wo etwas besser hätte laufen können à manchmal würde hier auch ein Held gut wirken, denn der kann die bösen Monster in die Flucht schlagen
  • am Ende kann man dieses Traumdrehbuch mit einem guten und positiven Ausgang dem Kind vorlesen

Hinweis: Dieses Traumdrehbuch funktioniert im Übrigen auch bei älteren Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen, die z.B. wegen Corona schlechte Träume haben.

 

Fazit

 

Kinder sind jene Altersgruppe, die besonders häufig einen Albtraum erlebt. Sofern dieser höchstens einmal in der Woche auftritt, ist er noch kein Problem, denn daraus entwickelt sich normalerweise keine Angst- oder Schlafstörung. Doch Eltern sollten die Ängste der Kinder ernst nehmen und liebevoll sowie mit Verständnis darauf reagieren. Nur so werden Kinder auch lernen, über schlechte Träume zu reden und so die Angst irgendwann selbst eindämmen können.

 

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