Ist Kaffee morgens gesund?

 

Der als morgendlicher Muntermachender geltende Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Zumindest, wenn es nach zahlreichen Studien und Statistiken geht. Mittlerweile ist man auch davon abgekommen, das koffeinhaltige Heißgetränk als generell ungesund zu verteufeln. Doch es stellt sich dennoch die Frage: Ist Kaffee morgens gesund? Wir sind dieser Frage einmal auf den Grund gegangen.

Welche Wirkungen verursacht Kaffee?

 

Wohl kaum einer der vielen Kaffeeliebhaber hierzulande läßt es sich nehmen, morgens eine oder zwei Tassen Kaffee zu trinken, bevor sie in ihren Alltag starten. Genuss ist dabei das eine, doch welche Wirkungen verursacht Kaffee ganz allgemein im menschlichen Körper?

Um es vorwegzunehmen: eine Tasse Kaffee wirkt bei jedem Menschen ein klein wenig anders. Zu den Wirkungen von Kaffee gehören zu den gesundheitsfördernden ebenso jene, die nicht so optimal für die Gesundheit sind.

Wir haben alle Auswirkungen und Eigenschaften des Kaffeegenusses auf den menschlichen Organismus einmal zusammengestellt:

  • Kaffee ohne Kuhmilch wirkt entschlackend, denn die Inhaltsstoffe befreien die Leber- und Herzzellen von dort abgelagerten schädlichen Stoffen, was schlussendlich vor allem in der Leber das Risiko verringert, an Leberzirrhose oder Leberkrebs sowie Hepatitis C zu erkranken.
  • Der Verdauungsprozess wird durch das Koffein und die Röstaromen angeregt, wodurch es schneller zu Ausscheidungen kommt und dadurch das Darmkrebsrisiko herabgesenkt wird
  • Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee fördern die Schlafstörungen, denn durch ihren Genuss wird die Durchblutung des Gehirns ebenso gesteigert wie die Konzentration, die Aufnahmebereitschaft und die Reaktionsgeschwindigkeit
  • Je nach Röststufe kann sich Kaffee auch auf die Magenverträglichkeit auswirken, denn die Bitterstoffe sind nicht immer etwas für empfindliche Mägen.
  • Kaffee ist ein regelrechter Räuber von Eisen. Das heißt, er hemmt die Aufnahme von Eisen, welches eigentlich über die Nahrung zugeführt wird.
  • Andere Wirkkomponenten im Kaffee verringern das Risiko, an Diabetes Typ2 zu erkranken. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass dies auch bei entkoffeiniertem Kaffee der Fall ist.
  • Erste Studien geben Hinweise darauf, dass Kaffee das Risiko an Darm-, Prostata-, Mundraum- und Blasenkrebs oder Hirntumoren zu erkranken herabsetzt.
  • Koffein kann wirksam gegen Depressionen sein
  • Regelmäßiger Kaffee- und damit Koffeingenuss kann das Langzeitgedächtnis stärken. In ersten Studien ergeben sich Hinweise darauf, dass das Demenz-Risiko verringert werden kann.
  • Die entkrampfende Wirkung von Koffein kann das Risiko von Asthmaanfällen mindern, denn die Bronchien werden hier erweitert und die Flimmerhärchen in der Lunge aktiviert.
  • Kaffee regt zudem den Kreislauf an und kann das Schlaganfallrisiko senken. Natürlich kommt es hier auf die Zubereitungsart und die Tagesmenge an.
  • Für den Körper dient der Kaffee als wichtiger Basenlieferant, da er sauer wirkende Lebensmittel wie Schokolade oder Fleisch teilweise kompensieren kann.

Doch ist Kaffee nun tatsächlich auch morgens so gesund oder sollte man sich hier etwas einschränken?

 

 

Bettwaren bestellen

 

Wann ist Kaffee tatsächlich der Wachmacher, den wir wollen?

 

Zunächst einmal muss man wissen, dass unser Körper direkt nach dem Aufstehen gar keinen Kaffee braucht. Denn die Meinung, dass wir das Koffeingetränk am Morgen brauchen, um richtig wach zu werden, stimmt schlichtweg so nicht. Eine kalte Dusche wirkt da definitiv effektiver.

Das liegt daran, dass das im Kaffee enthaltene Koffein gleich nach dem Aufstehen vom Körper noch gar nicht aufgenommen werden kann. Somit macht der Kaffee am Morgen erst einmal wieder müde, anstatt wach. Schuld daran ist das Hormon Cortisol, das unser Organismus in der zweiten Schlafphase bildet.

Wie ein natürlicher Wecker kurbelt das Cortisol den Stoffwechsel an, sobald der Körper morgens dem hellen Tageslicht oder auch der Beleuchtung ausgesetzt wird. Erst wenn sich dieses wieder abgebaut hat, kann der Kaffee auch seine volle Wirkung entfalten.

 

Der Zeitpunkt ist entscheidend

 

Um die volle Wirkung des Kaffees als Wachmacher genießen und nutzen zu können, kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Während es nach dem Aufstehen ungefähr zwei Stunden braucht, bis das stoffwechselankurbelnde Cortisol abgebaut ist, wirkt Kaffee auch über den Rest des Tages am besten dann, wenn dieses Hormon nicht gebildet wird.

In der Regel ist das gegen Mittag und gegen 17 Uhr. Dann braucht man also keinen Koffeinschub, denn der würde in diesen Phasen wenig bringen, um wieder fit und wach zu werden. Hier können kurze Dehnungsübungen oder auch ein wenig Frischluft sehr viel effektiver gegen die aufkommende Tagesmüdigkeit wirken.

Hinweis: Forscher haben bereits nachgewiesen, dass man die Wirkung des Hormons Cortisol nicht steigern kann, indem man Kaffee trinkt. Vielmehr ist es hier so, dass die Wirkung des Koffeins mit der Zeit nachlässt, trinkt man trotzdem regelmäßig vor dem Abbau des Cortisols seinen Kaffee.

Zudem muss man wissen, dass die Wirkung des Kaffees etwa eine halbe Stunde später erst einsetzt. Will man sich also im Büro einen kleinen Energieschub holen, sollte diese halbe Stunde eingeplant werden. Deswegen macht es beispielsweise gar nichts, wenn man eine Tasse Kaffee trinkt und dann das kurze Powernapping durchführt. Denn bis die Kaffeewirkung einsetzt, ist dieses Mittagsnickerchen ohnehin beendet.

Tipp: In Kombination mit Süßem kann der Kaffee im Übrigen weitaus müder machen, als wenn man ihn ohne Naschwerk konsumiert. Denn der Zuckergehalt im Kuchen oder im Schokoriegel treibt den Insulinspiegel in die Höhe, wodurch der Blutzuckerspiegel absinkt. Da wirkt dann auch der Kaffee eher wie ein Schlafmittel, weil der Körper generell schneller ermüdet.

 

Fazit

 

Grundsätzlich kann man sagen, dass Kaffee morgens zwar nicht unbedingt ungesund ist, aber er ist schlicht und ergreifend nicht notwendig. Denn aufgrund des im Körper noch vorhandenen Hormons Cortisol kann er seine Wirkung nicht voll entfalten, weswegen es am Morgen wohl eher die Macht der Gewohnheit und des Genusses ist, die Kaffeetrinker an die Tassen holt.

Es könnte aber durchaus mit der Zeit kontraproduktiv werden. Denn es hat sich erwiesen, dass das morgendliche Kaffeetrinken direkt nach dem Aufstehen dazu führt, dass die Koffeinwirkung generell nachlässt.

Wer indes das koffeinhaltige Heißgetränk am Morgen tatsächlich aus Muntermacher trinken will, sollte tatsächlich mindestens eine Stunde warten, bis er die erste Tasse Kaffee zum Munde führt. Die verschiedenen Wirkweisen sollten zudem ebenfalls mit einbezogen werden, wenn man sich die Frage stellt, ob Kaffee am Morgen nun gesund ist oder nicht. So haben vor allem Menschen mit einem akuten Eisenmangel durchaus den Nachteil, dass der Morgenkaffee für sie eher unliebsame Nebenwirkungen haben kann.

Foto: © BillionPhotos.com #215634668 adobe.stock.com