Coronakrise: Wenn guter Schlaf zum Luxus wird

 

Es klingt paradox: Doch guter Schlaf ist schon lange vor der Coronakrise zum Luxusproblem geworden. Denn in unserer schnelllebigen und leistungsbezogenen Gesellschaft wird die Nachtruhe immer noch als uneffektive Lebenszeit betrachtet. Welch fataler Fehler! In der jetzigen Corona-Pandemie aber wird selbst die Schlafqualität auf eine harte Probe gestellt, denn nun nehmen sich viele zwar die Zeit zum Schlafen, können aber wegen der äußeren Einflüsse nicht gut schlafen. Ein wahrer Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

 

Was macht einen guten Schlaf aus?

 

Natürlich ist die Bewertung, ob der Nachtschlaf gut oder schlecht war, eher subjektiv. Am Ende aber werden es die daraus resultierenden Folgen sein, die darüber entscheiden, von welcher Qualität der Schlaf war.

Am schnellsten merkt man das am eigenen Verhalten und Leistungsvermögen am nächsten Tag. Denn wer gut und ausreichend geschlafen hat, wird einige positiven Veränderungen bei sich erkennen können.

Wenn Ihr Schlaf in der letzten Nacht gut war, werden Sie:

  • von allein aufwachen und sich gut fühlen
  • nicht unter Tagesmüdigkeit leiden
  • sich auf alle anstehenden Aufgaben konzentrieren können
  • nicht unter körperlichen Auswirkungen wie Kopfschmerzen leiden
  • im Spiegel ein Gesicht erblicken, dessen Haut frisch und rosig aussieht
  • voller Energie stecken und kraftvoller sein
  • Tagesaufgaben weitaus schneller erledigen können
  • eine sehr viel höhere Leistung erbringen können
  • nicht so schnell wieder ermüden
  • weniger unter schlechter Laune leiden
  • schwungvoller in den Tag starten

Hinweis: Dauerhaft guter Schlaf wird zu einem sehr stark verbesserten Wohlbefinden beitragen und das Immunsystem nachhaltig stärken.

Der gute Schlaf ist in jeder Lebensphase wichtig. Dazu gehört natürlich auch, dass er bei einem Erwachsenen zwischen 7 und 9 Stunden liegen sollte.

Es ist zudem keine vertane Lebenszeit, diese Anzahl von Stunden zu verschlafen. Denn es ist genau jene Zeitspanne in der unser Organismus das Regenerationsprogramm der Zellen ablaufen lässt.

So wie jeder Hochleistungscomputer seine Pause und das Reinigungsprogramm braucht, um wieder voll leistungsfähig zu sein, braucht das auch unser Körper und Geist.

 

Warum ist guter Schlaf gerade in der Corona-Krise so wichtig?

 

In der Corona-Krise verstärken sich bei vielen Menschen die Ein- und Durchschlafprobleme. Denn es kommt zu Ängsten, Unsicherheiten und vermehrt zu einem unstrukturierten Tagesablauf mit akutem Bewegungsmangel.

Ausgangsbeschränkungen, Kontaktsperren oder gar häusliche Quarantäne sind der Grund für diese Auslöser von Schlafstörungen.

Doch gerade in der Corona-Pandemie, wo eine gut funktionierende Abwehr unabdingbar ist, um sich vor Covid-19 zu schützen, ist der gute Schlaf genau jener Baustein, der besonders wichtig für uns ist.

Zudem kann sich in einer ausreichenden Schlafphase die Psyche von den stressigen Belastungen erholen. Überbelastungen wären für die mentale Gesundheit derzeit besonders schädlich.

 

Topper bestellen

 

Was kann man für einen guten Schlaf in Corona-Zeiten tun?

 

Was vielleicht dem einen oder anderen auch vor der Corona-Krise schon in Fleisch und Blut übergegangen war, sollte nun nicht wieder verändert werden.

Auch wenn die bisher selbstverständliche Tagesstruktur völlig weggebrochen ist, sollte es dennoch Struktur und Rituale in Ihrem Leben geben. Denn für einen guten Schlaf in Corona-Zeiten sind der Tagesablauf und die Beibehaltung von einer optimalen Schlafhygiene sowie abendliche Rituale ausschlaggebend.

Folgende Tipps eignen sich besonders gut, in den schweren Corona-Zeiten trotzdem zu einem guten und erholsamen Schlaf zu gelangen:

  1. Gewohnheiten für die innere Uhr: Um einer Störung des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus vorzubeugen und die innere Uhr nicht aus dem Takt geraten zu lassen, sollten bisherige Gewohnheiten unbedingt beibehalten werden. Dazu gehören auch die Aufstehzeiten und Zubettgehzeiten.
  2. Geregelter Tagesablauf: Wenngleich man derzeit vielleicht nicht ins Büro und zur Arbeit muss oder die Kinder nicht zu einer festen Zeit für die Schule oder den Kindergarten aufstehen müssen, sollte dem Alltag Struktur und Regelmäßigkeit gegeben werden. Nichts erzeugt mehr innere Unruhe, als ein chaotisches Leben, bei dem nichts mehr in geregelten Bahnen verläuft.
  3. Gute Schlafhygiene: Sie ist nach wie vor das A und O, wenn es um den gesunden Schlaf geht. Das bedeutet eben auch, dass das Bett auch in der Corona-Krise wirklich nur zum Schlafen genutzt werden sollte. Ebenso ist es derzeit immer noch wichtig, keine Störgeräusche oder Lichteinflüsse im Schlafzimmer zu akzeptieren. Denn das hindert uns daran, gut und erholsam zu schlafen. Dunkle Räume, die gut durchlüftet sind und dazu noch die am besten geeignete Bettausstattung bereithalten, sind besser geeignet, für eine hohe Schlafqualität zu sorgen.
  4. Rituale: Gerade am Abend sind nach wie vor Entspannungsrituale wichtig, um Körper und Geist auf den bevorstehenden Nachtschlaf vorzubereiten. Besonders das gedankliche Karussell im Kopf und der Stress lassen sich mit Atemübungen oder Meditation wunderbar abbauen und ausschalten.
  5. Gesunde Lebensweise: Es ist besonders während der Krise im Augenblick sehr wichtig, auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Im Hinblick auf den gesunden Schlaf und ein gestärktes Immunsystem nimmt dieser Aspekt eine Schlüsselrolle ein. Denn Schlaf und die körpereigene Abwehrfunktion müssen problemlos laufen, um sich am besten vor einer Infektion mit Covid-19 schützen zu können. Zudem darf hier die Bewegung an der frischen Luft nicht vergessen werden. Denn es gilt derzeit, einem akuten Bewegungsmangel mit all seinen negativen Auswirkungen auf Körper und Geist vorzubeugen.

 

Fazit

 

Guter Schlaf sollte weder in der Corona-Krise noch zu anderen Zeiten zum Luxus werden. Denn eigentlich ist er die natürlichste Sache der Welt und sollte sich weder in der Dauer noch in der Qualität irgendwelchen gesellschaftlichen Richtlinien unterordnen.

Wer gut schläft, wird zudem sehr viel mehr für ein starkes Immunsystem tun, als derjenige, der sich mit Nahrungsergänzungsmitteln vollstopft und damit am Ende nur sein gewissen beruhigt.

Die enorme Belastungsprobe, in der wir uns alle derzeit befinden, darf nicht mit zu wenig oder zu schlechtem Schlaf einhergehen. Denn ohne den nötigen Schlaf mit einem idealen Qualitätsmerkmal wird aus der Belastung zu schnell eine Überlastung, die sich massiv auf der geistigen Ebene auswirken wird.

Aber auch körperliche Folgeerkrankungen könnten möglich sein. Deswegen sollte gelten: Lieber gut geschlafen, als im Homeoffice alle Zusatzaufgaben vorzeitig erfüllt zu haben. Gönnen Sie sich und Ihrem Körper eine Pause.

Foto: © Gorodenkoff #278490052 stock.adobe.com