Was ist gesünder? Auf dem Bauch oder dem Rücken zu schlafen?

 

Die individuelle Schlafposition ist bei jedem ein bisschen anders. Hier gilt grundsätzlich erst einmal: So wie es gefällt und guttut. Doch die Position, in der man überwiegend schläft, hat zum Teil erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Deswegen stellen sich viele Menschen die Frage, welcher dieser Positionen nun gesünder ist. Bauch- oder Rückenlage?

 

Was hat die Schlafposition mit der Schlafqualität zu tun?

 

Die Schlafqualität richtet sich nach vielen Faktoren. Da wäre zunächst die optimale Bettausstattung inklusive der passenden Matratze. Hinzu kommen der eigene Schlaf-Wach-Rhythmus, die Lebensführung, die Schlafhygiene und die Schlafumgebung.

Doch auch die Schlafposition nimmt wesentlichen Einfluss darauf, ob man gut oder weniger gut schlafen kann. Denn die Nachtruhe soll schlussendlich der Erholung, Regeneration und Entgiftung dienen. Demnach kann es einen großen Unterschied machen, in welcher Position man schläft.

Bei den Schlafpositionen unterscheidet man nach:

  • Bauchlage -> rund 17 Prozent schlafen so
  • Rückenlage -> circa 7 Prozent schlafen auf dem Rücken
  • Seitenlage -> etwa 68 Prozent der Menschen sind Seitenschläfer

Weitere 8 Prozent sind nicht auf eine einzige Schlafposition fixiert. Das bedeutet für die individuelle Bettausstattung, dass man sich in diesem Fall danach richten sollte, welche Position man tendenziell am häufigsten einnimmt.

Wer sich daran orientiert, wird das passende Lattenrost, die optimalste Matratze sowie ein geeignetes Kopfkissen finden, um die Bettausstattung auf höchstem Niveau zu optimieren.

Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Manche nachteiligen Auswirkungen kann man über eine sinnvolle und angepasste Bettausstattung ein wenig ausgleichen. Denn hier können die Matratze und das richtige Lattenrost bereits viel gegensteuern. Doch auch Kopfkissen können Nachteile zusätzlich forcieren oder die Schlafposition vorteilhafter werden lassen.

Neben den angeführten Schlafpositionen gibt es zudem auch die sogenannte Embyonalhaltung. Dabei rollt man sich in der Seitenlage zusammen, was gerade für Schwangere in der Regel eine sehr entspannende Haltung sein kann, da hier vor allem die Wirbelsäule sehr gut entlastet wird.

Jedoch wird in dieser Schlafhaltung die Zwerchfellatmung und der Brustkorb recht stark eingeengt. Nimmt man diese Position zudem in einer sehr stark eingerollten Form ein, können außerdem Gelenkschmerzen und arthritische Beschwerden sehr viel stärker in Erscheinung treten. Deswegen raten Mediziner bei dieser Schlafposition dazu, den Körper doch besser ein wenig mehr zu strecken, um die Nachteile dieser Haltung zu minimieren.

Tipp: Die eigene Schlafposition lässt sich im Übrigen ganz einfach herausfinden. Achten Sie einfach einmal darauf, in welcher Position sie liegen, wenn sie aufwachen.

 

Was sind die Vor- und Nachteile für Bauchschläfer?

 

Rund 17 Prozent der Menschen schlafen bevorzugt auf dem Bauch. Dafür liegt man in der Regel ganz flach und hat die Arme weit ausgestreckt oder unter dem Kopf gelagert. Weiche Matratzen sind bei den Bauchschläfern eher ungern gesehen, denn in dieser Haltung liegt es sich besser auf einem härteren Untergrund.

Für Bauchschläfer wird diese Schlafposition aus medizinischer und gesundheitlicher Sicht mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringen.

Denn in diese Schlafhaltung kommt es sehr viel häufiger zu:

  • Schmerzen im Lendenwirbelbereich, da die Wirbelsäule in dieser Haltung die natürliche S-Form nicht beibehalten kann und stark abgeflacht wird
  • Druckbeschwerden auf Gelenken und Muskeln
  • Überstreckung der Halswirbelsäule
  • Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich
  • Nervenreizungen, was zu Schmerzen, Taubheit und Kribbeln bis hin zu Durchblutungsstörungen führt
  • Halswirbelbelastungen, da der Kopf in einer sehr unnatürlichen Haltung zur Seite gedreht werden muss, um die Atmung aufrechtzuerhalten

Jedoch sind bei dieser Schlafposition ein Schnarchen sowie das Schlafapnoe-Syndrom eher unwahrscheinlich, da die oberen Atemwege gut frei sind und somit nichts bei der Atmung behindert. Zudem wird diese Bauchlage bei Verdauungsbeschwerden recht hilfreich sein.

Hinweis: In der Bauchlage sollte es vermieden werden, mehr als ein dünnes Kopfkissen zu benutzen. Am besten gar keins. Um die Muskulatur und die Gelenke der Hüfte zu entlasten, kann hier ein zusätzliches Kissen unter diesem Bereich sehr hilfreich sein.

Wo liegen die Vor- und Nachteile für Rückenschläfer?

 

Nur etwa 7 Prozent der Menschen schlafen bevorzugt auf dem Rücken. In der Regel sind es meist ruhige Schläfer, denn sie wachen fast immer in der gleichen Position auf, wie sie eingeschlafen sind.

Jedoch brauchen sie eher eine weiche Matratze, bei der der Körper optimal einsinken kann und die Gelenke und Muskeln gestützt werden. Punktelastische Qualitätsmatratzen mit einem variablen Härtegrad sind bei dieser Schlafposition am besten, da es hier nicht zu einem Durchhängen der Wirbelsäule kommen kann.

Wer bevorzugt auf dem Rücken schläft, wird weitaus mehr Vorteile als Nachteile spüren.

Denn in dieser Position:

  • sind Hals, Kopf und Rücken einer nahezu neutralen Position
  • sind die Muskeln in der Regel sehr entspannt
  • gibt es weder unschöne Kissenabdrücke im Gesicht
  • sabbert man nicht unbemerkt auf Kissen oder Laken
  • wird saures Aufstoßen oder Sodbrennen verhindert, da der Magen und die Speiseröhre in einer natürlichen Haltung zueinander liegen

Allerdings kann sich in dieser Schlafposition das Schlafapnoe-Syndrom verschlimmern und selbst normales Schnarchen weitaus lauter und intensiver werden kann. Dennoch gilt diese Position für viele Schlafmediziner als die gesündeste.

Hinweis: Eine stark erhöhte Liegeposition durch zu viele und zu dicke Kissen kann das Atmen erschweren. Besser ist hier entweder nur ein weiches Kopfkissen oder ein flaches. Zudem kann ein zusätzliches Kissen unter dem Bereich der Lendenwirbelsäule für eine angenehme Stützfunktion sorgen.

 

Fazit

 

Aus medizinischer Sicht ist die Rückenlage wohl am gesündesten, da sie die wenigsten Nachteile für den Körper aufweist. Doch wer seine Bettausstattung optimal an seine bevorzugte Schlafposition anpasst, wird auch als Bauchschläfer nachteilige Auswirkungen minimieren können und einen gesunden Schlaf erleben dürfen. Deswegen ist es niemals verkehrt, die richtige Matratze den eigenen Schlafbedürfnissen auch hinsichtlich der Schlafposition anzupassen beziehungsweise auszuwählen.

Schließlich soll der Schlaf nicht nur gesund und erholsam werden, sondern der Schlafkomfort ebenso bedient werden. Ärzte empfehlen auch, dass man die Schlafposition hin und wieder wechseln sollte, um die jeweiligen Nachteile nicht dauerhaft zu spüren zu bekommen.

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