Schlafen wir bei Vollmond wirklich schlechter?

 

Es sind nicht gerade wenige Menschen, die in Vollmondnächten deutlich schlechter schlafen. Dennoch scheinen sich an der Frage, ob wir bei Vollmond wirklich schlechter schlafen, die Geister zu scheiden. Denn auch die Wissenschaft hat hier offenbar keine einheitliche Meinung und schon gar keine einheitlichen Studienergebnisse. Dennoch ist es eine Tatsache, dass viele Menschen in hellen Vollmondnächten entweder sehr viel intensiver träumen oder auch sehr viel leichter wach werden und sich unruhig im Bett umherwälzen.

 

Wodurch werden Schlafstörungen üblicherweise ausgelöst?

 

Es gibt hin und wieder Nächte im Leben eines jeden Menschen, in denen die Nachtruhe längst nicht so erholsam ist, wie man es sonst gewohnt ist. In der Regel sind gelegentliche Schlafstörungen nicht weiter beunruhigend.

Erst wenn sich diese häufen und mehr als dreimal in der Woche über einen Zeitraum von insgesamt vier Wochen auftritt, sprechen Mediziner von einer echten Schlafstörung.

Doch natürlich hat jede mehr oder weniger durchwachte Nacht irgendwo ihre Ursache.

So können die nachfolgend aufgeführten Gründe eine Schlafstörung auslösen:

  • zu helle und zu laute Schlafumgebung
  • zu warme Raumtemperatur
  • ungünstige Bettausstattung inklusive der Matratze
  • die Nebenwirkungen mancher Medikamente, welche dauerhaft eingenommen werden müssen
  • übermäßiger Koffein-, Tabak- oder Alkoholkonsum
  • zu viel und zu fettiges Essen kurz vor dem Zubettgehen
  • hungriges Zubettgehen
  • persönliche oder berufliche Stresssituationen und Konflikte
  • psychische Belastung durch bevorstehende Stresssituationen
  • psychische oder physische Erkrankungen
  • falsche Schlafgewohnheiten
  • ungesunde Lebensführung
  • ausgedehnter Mittagsschlaf
  • unregelmäßige Schlafens- und Zubettgehzeiten
  • genetische Veranlagung
  • fortgeschrittenes Lebensalter
  • Schichtarbeit

Die Liste der Ursachen für eine Schlafstörung ist lang, doch häufig sind es nur kleine Dinge, die man ändern müsste, um eine Verbesserung herbeizuführen. Kommt jedoch eine Vollmondnacht als Grund in Frage, wird es eher schwer, diese Ursache auszuschalten.

 

Welche Folgen bringt eine gestörte Nachtruhe mit sich?

 

Fast jeder kennt es: Die Folgen einer gestörten Nachtruhe führt schnell zu Tagesmüdigkeit, verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder auch depressiver Verstimmung, um nur einige zu nennen.

Während man bei gelegentlichen Schlafstörungen diese Unannehmlichkeiten jedoch schnell wieder in die richtige Bahn lenken kann, stellt es für Menschen im Schichtdienst mitunter eine dauerhafte Belastungsprobe dar, die krankmachen kann.

Denn wer dauerhaft zu wenig oder zu schlecht schläft, leidet oftmals schnell an einer ausgewachsenen Depression oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Was hat der Vollmond nun mit der Schlafqualität zu tun?

 

Die Schlafforschung hierzu ist zum Teil veraltet und auf der anderen Seite noch nicht soweit fortgeschritten, dass man hier eine eindeutige Antwort geben kann.

Richtig ist jedoch, dass es ganz offensichtlich ein subjektives Empfinden gibt, was das Schlafen bei Vollmond angeht. Während es Menschen gibt, die sich so gar nicht von dieser Mondphase beeindrucken lassen, spüren andere eine große Unruhe und berichten vom ständigen Aufwachen in der Nacht. Es ist ganz logisch, dass die Menschen dann am nächsten Tag abgespannt und müde sind.

Unter anderem wird auch angenommen, dass die schlechtere Schlafqualität in Vollmondnächten ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten ist. So könnte dieser circalunare Rhythmus durchaus natürlichen Ursprungs sein und auf unsere Verhaltensmuster Einfluss nehmen.

Allerdings wurde auch festgestellt, dass bereits der Gedanke an den nächtlichen Vollmond bei manchen Menschen eine Art Stress heraufbeschwört, durch den sie dann tatsächlich schlechter schlafen.

In verschiedenen Studien haben Wissenschaftler getestet, ob man wirklich schlechter schläft. Dabei sind die Ergebnisse so unterschiedlich, wie die Meinungen über diese Thematik.

So fand der Schweizer Chronobiologe in seiner Studie heraus, dass die Probanden in einer Vollmondnacht weitaus länger zum Einschlafen brauchten und in der Nacht weitaus häufiger wach wurden. Zudem stellte er bei ihnen einen sehr viel niedrigeren Melatoninspiegel fest. Insgesamt kamen die Studienteilnehmer auf rund 20 Minuten weniger Schlaf.

Eine ähnlich gelagerte Studie konnte diese Ergebnisse jedoch nicht bestätigen. Zumal dabei auch weitere Nächte mit bewertet wurden, in denen die Probanden ähnlich schlecht schliefen, obwohl kein Vollmond war.

 

Matratze bestellen

 

Was kann man gegen die Schlaflosigkeit bei Vollmond tun?

 

Wer das Gefühl hat, in einer Vollmondnacht weitaus schlechter zu schlafen, als üblich, der sollte sich die folgenden Tipps zu Herzen nehmen:

  1. Nach dem abendlichen Durchlüften die Raumtemperatur auf maximal 16 bis 18 Grad Celsius einstellen.
  2. Das Zimmer so gut wie möglich abdunkeln, damit das helle Mondlicht nicht die Melatoninproduktion stoppt.
  3. Bereits im Vorfeld auf abendliche Schlafrituale achten, damit Körper und Geist schon vor dem Zubettgehen zur Ruhe kommen und das Einschlafen leichter gelingt.
  4. Auf eine gesunde Lebensführung Dazu gehört unter anderem tagsüber ausreichend Bewegung an der frischen Luft und der Verzicht auf übermäßigen Alkohol-, Nikotin- und Koffeingenuss. Ebenso sollte man weder hungrig noch völlig übersättigt ins Bett gehen.
  5. Die Schlafumgebung so gestalten, dass eine optimale Entspannung stattfinden Zu viele Schränke, zu viel Dekorationen und andere Utensilien im Schlafzimmer können beengend wirken und den Schlaf stören.
  6. Im Schlafzimmer sollte es nicht nur so dunkel wie möglich sein, sondern auch so leise wie möglich. Das bedeutet, dass eingeschaltete Geräte wie Fernseher, Laptop oder Smartphone nichts in diesem Raum verloren haben.
  7. Regelmäßige Zubettgehzeiten sorgen für einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus und bereiten Körper und Geist bereits vorher darauf vor, dass nun die Nachtruhe anbricht.
  8. Vor dem Zubettgehen möglichst mit dem Tagesgeschehen abschließen. Das beinhaltet auch das Verschieben von Problembewältigungen auf den nächsten Tag. Eine To-do-Liste für den kommenden Tag ist dabei sehr hilfreich.
  9. Entspannungsübungen, Atemübungen, Yoga oder Meditation helfen vor dem Schlafen, tatsächlich Körper und Geist in einen entspannten Ruhemodus zu bekommen.
  10. Fußbäder, warme Milch mit Honig oder auch ein Buch lesen gehören zu den ältesten Hausmitteln, die ein ruhiges Ein- und Durchschlafen begünstigen können.

 

Fazit

 

Es ist nicht eindeutig bewiesen, dass wir in Vollmondnächten tatsächlich schlechter schlafen. Ebenso ist es auch nicht komplett widerlegt, dass dem wirklich so ist.

Was auch immer die Wissenschaft zu diesem Thema sagt, fest steht: Viele Menschen schlafen wirklich nicht so gut, wenn der Mond voll und rund am Himmel steht. Hier hilft im Grunde nur eins: Das Schlafzimmer soweit es geht abdunkeln, damit das helle Mondlicht die Melationproduktion nicht stört. Ansonsten können die üblichen Hausmittel, eine gesunde Lebensführung sowie eine optimale Schlafhygiene hilfreich sein, um die Schlafstörungen bei Vollmond wenigstens einzugrenzen.

 

Foto:  © realstock1 #162909828 stock.adobe.com