Was tun gegen Husten in der Nacht?

 

Es muss nicht immer eine Erkältung dafür verantwortlich sein, dass man nachts so stark husten muss, dass man davon wach wird und nicht wieder einschlafen kann. Experten nennen ihn Reizhusten, weil ein Reiz den Hustenanfall auslöst und den Schlaf stört. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein, die Folgen hingegen gleichen sich nahezu identisch. Doch es gibt einiges, was man gegen Husten in der Nacht tun kann, damit der Schlaf wieder so erholsam wird, wie man ihn braucht.

 

Was versteht man unter Reizhusten?

 

Husten in der Nacht hat nicht in jedem Fall mit einer starken Erkältung zu tun. Sehr viel häufiger tritt dieser Reizhusten als Symptom auf, der auf andere Krankheiten hinweist. So können Asthma oder Allergien von einem solchen Hustenreiz begleitet werden.

Im Gegensatz zum normalen Husten wird kein Schleim gebildet, der dann abgehustet werden kann. Stattdessen ist es ein trockenes Husten ohne Auswurf, wie die Mediziner es immer nennen. Da aber kein Schleim abgehustet wird, wodurch sich das Atmen wieder verbessert, kann ein solcher Hustenreiz gerade in der Nacht zum großen Problem ausweiten.

Denn solange jener Reiz noch da ist, der diesen unproduktiven Husten auslöst, wird sich an der Situation meist nicht viel ändern. Betroffene quälen sich dann oft sehr lange und können nicht schlafen.

Hinweis: In der Regel merkt man es an den gereizten Schleimhäuten, die sich nach einer solchen Hustenattacke förmlich wie ein Reibeisen anfühlen und leicht brennen, dass es sich um einen Reizhusten handelt.

 

Welche Ursachen hat der Husten in der Nacht?

 

Neben Erkrankungen der oberen Atemwege, Erkältungen oder einer Grippe gibt es für den nächtlichen Husten auch noch andere Ursachen, die sowohl psychischer als auch physischer Natur sein können.

Dazu gehören unter anderem:

  • entzündliche Erkrankungen des Kehlkopfes oder der Luftröhre
  • eingedrungene Fremdkörper oder Schadstoffe
  • Tumorerkrankungen
  • chronische Herzinsuffizienz
  • Rippenfellentzündung
  • Lungenfibrose
  • Asthma
  • Reflux-Erkrankung
  • psychosomatischer Husten, der vor allem bei nervlicher Überbelastung und unter starker psychischer Anspannung anfallartig auftritt

Darüber hinaus kann der störende Reizhusten auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten. Schmerz- und Rheuma-Medikamente oder ACE-Hemmer bei Bluthochdruck sowie Betablocker lösen oftmals jenen Husten aus, der uns nachts aus zunächst unerfindlichen Gründen am Schlafen hindert oder den Schlaf unterbricht.

Hinweis: Trockene Luft, wie sie vor allem in der kalten Jahreszeit durch die Heizung in den Räumlichkeiten vorherrscht, kann ebenso diesen lästigen Reizhusten auslösen.

 

Welche Folgen bringt ein nächtlicher Reizhusten mit sich?

 

Ähnlich wie jede andere Schlafstörung kann der nächtliche Husten dafür sorgen, dass wir uns am nächsten Tag müde und schlapp fühlen. Das ist völlig normal, denn wer nachts von einem solchen Reizhusten wach wird, kann oftmals nicht einfach so wieder einschlafen. Die Folgen sind demnach nahezu mit denen identisch, die sich bei anderen bekannten Schlafstörungen bemerkbar machen.

Zudem kann sich aus häufigen Hustenanfällen dieser Art in den oberen Atemwegen durchaus eine Entzündung herausbilden, die dann wiederum erneut Reizhusten erzeugen kann.

 

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Warum wird der Husten in der Nacht schlimmer?

 

Beim Schlafen wird im Prinzip der gesamte Organismus auf ein Minimum heruntergefahren. Einzig die jeweiligen Regenerationsprozesse und in manchen Schlafphase einige Gehirnaktivitäten laufen auf Hochtouren. So wird während unserer Nachtruhe weitaus weniger Schleim im Hals und Rachenraum gebildet, was den Reizhusten auslösen kann. Denn durch die verminderte Schleimbildung werden die Hustenrezeptoren aktiviert, wodurch sie Signale an den Bereich im Hirnstamm senden, der als Hustenzentrum bezeichnet wird.

Im Grunde ist der nächtliche Husten also eine Art Schutzmechanismus, der uns in anderen Fällen durchaus davor bewahrt, gesundheitlichen Schaden zu nehmen, weil wir beispielsweise etwas in die Luftröhre bekommen haben.

 

Was kann man dagegen tun?

 

Zunächst einmal ist es wichtig, herauszufinden, wo die Ursachen liegen. Liegen dem nächtlichen Husten Erkrankungen zugrunde oder wird er infolge von Medikamenten ausgelöst, sollte das im Gespräch mit dem Arzt und der entsprechenden Behandlung schnell behoben werden können.

In der Regel sollte jeder Husten, egal durch welche Ursache er entstanden ist, innerhalb von etwa zwei Wochen abgeklungen sein.

Doch so mancher Reizhusten kommt immer wieder. Wer damit zu kämpfen hat, kann die folgenden Tipps nutzen, um nachts wieder besser und ungestörter schlafen zu können:

  • viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten à insbesondere Wasser sowie Malven- und Salbeitee helfen, eine gute Schutzschicht auf der Schleimhaut zu bilden
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen à hier können Luftbefeuchter oder aufgestellte Wasserschalen gerade in der Heizperiode für Abhilfe in puncto Reizhusten sorgen und das Raumklima deutlich verbessern
  • Schlafzimmer nicht zu stark beheizen à auch im Winter sollte die Raumtemperatur nicht sehr viel höher als 18 Grad liegen
  • erhöhte Schlafposition einnehmen à wird der Kopf etwas höher gelagert, sind die Atemwege weitaus weniger blockiert und es kommt seltener zu Hustenanfällen in der Nacht

Anders als einem Husten, den man während einer Erkältung oder bei einer Bronchitis beispielsweise hat, braucht es beim nächtlichen Reizhusten einen Hustenstiller. Denn in diesem Fall geht es nicht darum, dass festsitzender Schleim möglichst abgehustet werden soll. Vielmehr sollen sich die gereizten und überreizten Atemwege beruhigen, was mit einem hustenstillenden Medikament in der Regel gut gelingt.

Hinweis: Hält der nächtliche Husten länger als acht Wochen an, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Denn dieser Reizhusten kann auf eine sehr ernste Erkrankung hinweisen, die schnellstens behandelt werden sollte. Ebenso ist der Arzt aufzusuchen, wenn der Reizhusten über drei Wochen ständig auftritt und sich Auswurf hinzugesellt.

Als besonders hilfreich hat sich unter anderem ein altes Hausmittel bewährt, bei dem auf einen Zuckerwürfel etwas Öl gegeben wird, das man dann langsam im Mund zergehen lässt. Ganz klassisch hilft aber auch eine warme Milch mit Honig oder Zuckerwasser.

 

Fazit

 

Der nächtliche Husten hat nicht zwangsläufig etwas mit einer Grippeerkrankung zu tun. Sehr viel häufiger tritt er beispielsweise aus psychischen Ursachen oder infolge einer Herzerkrankung auf. Um die Atemwege wieder zu beruhigen und den nächtlichen Hustenanfall zu beenden, helfen hustenstillende Substanzen ebenso wie Hausmittel, welche die natürliche Schleimbildung auf den Schleimhäuten anregt. Denn sind diese gut feucht, kommt es seltener zum nächtlichen Husten, der den gesunden Schlaf massiv beeinträchtigen kann.

 

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