Ob Kaffee oder Handy, Helligkeit oder ein falscher Schlaf-Wachrhythmus. Schlafstörungen haben Ursachen. Experten und Forscher warnen seit langem vor unruhigem und zu kurzem Schlaf. Für den Körper und die Psyche ist gesunder Schlaf immens notwendig. Wir geben hilfreiche Tipps und wertvolle Hinweise, die Nachtruhe positiv zu beeinflussen.

Jeder Mensch, gerade in den Industrienationen, kennt das matte Gefühl nicht ausgeschlafen zu sein. Sowohl unsere Leistungsfähigkeit als auch unser Seelenheil hängt stark von der Qualität des Schlafes ab.

Wer durch Handy und Fernseher, Alkohol und Zigaretten, aber auch zu hoher Wärme im Schlafzimmer die Schlafzyklen torpediert, läuft Gefahr, dass sich Schlafstörungen chronisch entwickeln.

Gesunder Schlaf nur durch Einhaltung aller Handlungsempfehlungen möglich

Im ersten Teil gaben wir bereits viele Handlungsempfehlungen für einen gesunden und gesundheitsfördernden Schlaf. Und doch ist, wie auch bei den folgenden Tipps, klar, dass nur die Beseitigung aller Störfaktoren zur ultimativen Ruhe führen.

Die Deutschen, wie auch die meisten Gesellschaften in den Industrienationen, kämpfen einen ungerechten Kampf. Durch Überstunden, Schichtarbeit, die selbst geschaffene Sommer- und Winterzeit und diverse Störfaktoren kommt unser natürlicher Bio-Rhythmus durcheinander.

Zwar gibt es unterschiedliche Schlaftypen, so Forscher, aber der normale Tag-Nacht-Wechsel und die Jahreszeiten bestimmen längst nicht mehr unser Schlafverhalten.

Umso wichtiger und gesundheitsfördernder ist die Einhaltung aller von uns dargestellten Tipps. Nur auf das nächtliche Fernsehprogramm oder das Handy zu verzichten ist kaum wirkungsvoll für unseren Schlaf, wenn man den Gute-Nacht-Tee mit Espresso verwechselt.

Weitere Handlungsempfehlungen für gesunden Schlaf

Schlaftablette contra Schlaftee

Wenn nicht ärztlich verordnet und bei chronisch kranken Patienten nicht anders möglich, sollte auf Schlaftabletten verzichtet werden. Hilfreich sind Kräuter- und Einschlaftees, die den Einschlafprozess erhöhen und für die nötige innere Ruhe sorgen. Gut eine Stunde vorher eingenommen wird die Nachtruhe auch nicht durch den Toilettengang unterbrochen.

TV und Handy vor dem Schlafen ist tabu

Nachweißlich wirkt sich die vom Fernseher und Handy ausgehende Strahlung negativ auf den gesamten Schlafzyklus aus. Wer meint, dass Fernsehen schauen beim Einschlafen hilft, unterliegt wissenschaftlich einem Irrtum und auch Handystrahlung sollte man vor und während der Nachtruhe vermeiden. Denn die emotionalen und zusätzlichen Eindrücke muss die Psyche verarbeiten und so hat unser Gehirn gerade in der REM-Phase unnötig mehr zu tun.

 

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 Den Schlaf-Wach-Rhythmus beachten

Es ist hilfreich auf den Zeitpunkt des Schlafengehens zu achten. Dieser sollte täglich derselbe sein. Auch am Wochenende sollte man, wenn möglich, diese Zeiten beibehalten. Nur so gewöhnt sich unser Körper an einen gleichbleibenden und gesundheitsfördernden Schlaf-Wach-Rhythmus.

Aber: wer nicht schläfrig und müde ist, sollte nicht zwanghaft versuchen zu schlafen. Man muss auf seinen Körper hören und die Signale zum Schlaftypus beachten.

Belastende Emotionen führen zu Schlafstörungen

Nicht jeder Tag läuft nach dem Friede-Freude-Eierkuchen-Prinzip. Belastende Emotionen des Tages sollten nie im Bett verarbeitet werden, sondern auf der Couch. Die Psyche verbindet Emotionen mit Orten und die innere Einkehr und Verarbeitung von teils kritischen Erlebnissen gehören nicht ins Schlafzimmer.

Schlafrituale helfen. Das ist wissenschaftlich bewiesen

Im besten Falle sollten Menschen mit Schlafstörungen oder Einschlafschwierigkeiten Einschlafrituale entwickeln. Ein gutes, aber nicht zu aufregendes Buch bei Dämmerlicht oder ein kleiner Spaziergang eine Stunde vor dem Zubettgehen, helfen der Psyche und sorgen für mehr Müdigkeit.

Auch ein Glas warmes Wasser oder Tee, dass jeden Abend vor dem Einschlafen getrunken wird, oder leise Musik, können ein schlafförderndes Ritual sein. 

Einschlafschwierigkeiten? Dann sofort aufstehen!

Nichts bringt uns mehr um ein schnelles Einschlafen als eine nicht vorhandene Müdigkeit. Jeder kennt es, das Gefühl, nicht einschlafen zu können und so bleibt man im Bett und wartet teils ein oder zwei Stunden, bis man ins Nirvana fällt. Falsch. Stehen sie auf und warten Sie auf die Müdigkeit. Denn nicht einschlafen können produziert Stresshormone im Körper und dieser Druck wiegt schwer.

Ganz wichtig: Bitte nicht andauernd zur Uhr schauen. Experten konnten beweisen, dass dies ebenfalls einen inneren Druck aufbaut und so die Einschlafphase verzögert.

Zu lange schlafen ist ungesund

Ja, richtig gelesen. Schlaf ist ein immens wichtiger Prozess für unseren Körper. Aber wer länger als acht Stunden schläft, ist am Folgetag weniger belastbar und inaktiver. Auch ein Im-Bett-bleiben sollte nicht in die Länge gezogen werden, selbst am Wochenende nicht.

Zwar kann der Körper Schlaf nachholen. Und das sollte man im Zweifel auch tun. Aber der Schlaf-Wach-Rhythmus sollte eingehalten werden.

Wer sich gut bettet, schläft gesünder und ruhiger

Neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit und einem gemütlichen und dunklem Schlafzimmer ist das Bett, also Matratze und Lattenrost, wie auch die Bettwäsche für den guten Schlaf entscheidend.

Matratze und Lattenrost sollten stets dem Gewicht und dem Schlafverhalten individuell angepasst sein. Auch die Bettwäsche ist wichtig. Im Winter kann sie wärmender sein, im Sommer dafür leichter. Selbst Matratzenschoner können helfen. Sie reduzieren Verschmutzungen, teils die Vermehrung von Milben.

Eine Matratze ist flach, eckig und weiß. Aber sowohl die Härtegrade als auch spezielle Druckzonen wirken sich positiv auf das Schlafverhalten, ergo auf die Gesundheit und die Psyche aus.

Bettenkäufer sind leider Beratungsmuffel. Die European Bedding Industries Association fand heraus, dass ein Drittel der Matratzenkäufer mit ihrer Wahl unzufrieden sind und 50 Prozent der Käufer würden sich beim nächsten Mal für eine andere Schlafunterlage entscheiden.

Wie heißt es so schön: Wie man sich bettet, so schläft man. Na dann, gute Nacht.

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