Schlafmangel und die gefährlichen Folgen

 

Sicher haben Sie das auch schon einmal erlebt: Man war am Abend länger wach oder sogar aus und steht am nächsten Morgen recht müde auf, um in die Arbeit zu gehen. Dabei fühlt man sich nicht wirklich fit und schon gar nicht erholt. Wenn das hin und wieder und aus besagten Gründen geschieht, ist es wohl zu verschmerzen. Doch leidet man ständig unter Schlafmangel, kann das wirklich verheerende Folgen für die Gesundheit haben. Was Sie dagegen tun können? Wir erklären es Ihnen.

 

Woher weiß man, dass man einen Schlafmangel hat?

 

Bereits dann, wenn Sie nur eine Nacht etwas weniger Schlaf bekommen haben, werden Sie es deutlich spüren. Denn schon der nächste Morgen wird Sie und Ihren Körper nicht im Unklaren darüber lassen, dass sie schlicht und ergreifend viel zu wenig geschlafen haben.

Dann fühlen Sie sich nämlich in aller Regel:

  • müde
  • abgespannt
  • unkonzentriert
  • leistungsschwach
  • unmotiviert
  • schlechtgelaunt

Diese Symptome sind aber im Falle einer durchwachten Nacht zwar durchaus negativ zu bewerten, aber dennoch von absehbarer Dauer. Denn schon die kommende Nacht, in der man wieder ausreichend schläft, lässt diese Begleiterscheinungen wieder verschwinden.

Sehr viel drastischer zeigen sich die Folgen aber, wenn man generell zu wenig schläft. Sei es durch eine langanhaltende Schlaflosigkeit oder auch bei Ein- und Durchschlafproblemen. Forscher haben hier herausgefunden, dass jeder dritte Deutsche zu schlecht schläft und jeder vierte Deutsche eindeutig zu wenig.

Bereits 2 Stunden Schlafdefizit genügt, um schwerwiegende Folgen in Kauf nehmen zu müssen. Denn die eingangs beschriebenen Symptome werden dann nicht nur einmalig auftreten, sondern ständig und sehr viel stärker. Das bringt dann zudem schwere Beeinträchtigungen im täglichen Leben mit sich, die niemand gern mag und die auch keiner auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Hinweis: Der englische Schlafforscher Jim Horn hat übrigens herausgefunden, dass das Reaktionsvermögen nach 16 Stunden Wachsein einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille entspricht. Bei 22 Stunden reagiert der Körper dann schon wie bei einem Alkoholgehalt von 1 Promille im Blut.

 

Was sind die häufigsten Ursachen für den Schlafmangel?

 

Die Ursachen für einen ausgedehnten oder langfristigen Schlafmangel sind sehr vielfältig. Stress, familiäre oder berufliche Probleme und selbst das himmlische Gefühl, verliebt zu sein, können zu einem Schlafmangel führen. Wer jetzt diese Dinge allein in Richtung Schlafstörung schiebt, liegt nicht ganz so verkehrt.

Denn aus einem anfänglichen und länger andauernden Schlafmangel ergibt sich unter Umständen aus den gleichen Ursachen eine ausgeprägte Schlafstörung.

Schlafmangel hat auch nicht immer nur etwas mit jenen Tagen beziehungsweise Nächten zu tun, in denen einmal gefeiert wird oder gar nicht geschlafen wird. Viel häufiger tritt der Mangel an erholsamen Schlaf nämlich auf, weil man eindeutig zu wenig schläft. Wer also permanent eine oder zwei Stunden zu wenig schläft, leidet unter einem akuten Schlafmangel. Daran können folgende Gründe und Ursachen schuld sein:

  • Unterschätzung des Schlafes an sich: wer das Chatten, die eigenen Hobbys oder das Treffen mit Freunden dem Schlaf vorzieht, unterschätzt die erholsame Wirkung des Schlafes ganz gewaltig
  • laufende Fernseher oder aktive Smartphones in Bettnähe: neben den Geräuschen und der elektromagnetischen Strahlung sind es vor allem die Blaulichtanteile der Bildschirme, die uns daran hindern, genügend Schlaf zu bekommen, denn sie unterdrücken die Melatonin-Produktion im Körper
  • keine optimale Bettausstattung: wessen Matratze zum Beispiel nicht den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen angepasst ist oder wer sich mit Bettwaren umgibt, die nicht dem eigenen Schlaftyp entsprechen, wird sich schwer tun, effektiv schlafen zu können
  • unakzeptable Schlafumgebung: sowohl die Temperatur als auch die Helligkeit oder Dunkelheit sind zum Teil nicht optimal für einen gesunden und erholsamen Schlaf
  • unausgewogene Schlafhygiene: zu spätes und zu schweres Essen können hier ebenso dem wohlverdienten Schlaf entgegenwirken, wie es anstrengender Powersport am Abend oder übermäßiger Alkoholgenuss tun kann, denn damit kommen Körper und Geist einfach nicht zur Ruhe

 

Welche Folgen hat ein Schlafmangel?

 

Einmal abgesehen von der Tagesmüdigkeit und der verminderten Konzentrations- und Leistungsfähigkeit kann ein ständiger Schlafmangel zu weitaus schlimmeren Folgen führen. An erster Stelle ist hier der gefürchtete Sekundenschlaf hinter dem Steuer zu nennen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es weitaus mehr Verkehrsunfälle durch Schlafmangel gibt, als durch Alkohol. Schon eine Stunde Schlafdefizit führt beispielsweise dazu, dass die Aufmerksamkeit und die Reaktionsschnelligkeit derart stark nachlassen, dass es öfter zu Unfällen kommt.

Darüber hinaus sind Menschen, die unter Schlafmangel leiden, sehr viel häufiger anfällig gegenüber Infektions- und Erkältungskrankheiten. Denn das Immunsystem wird durch zu wenig Schlaf stark geschwächt. Jeder zweite entwickelt eine Erkältung, wenn er nur 14 Tage zu wenig Schlaf bekommt.

Bei zu wenig Schlaf neigt man dazu, übergewichtig zu werden. Das liegt häufig daran, dass der Hormonhaushalt durcheinandergerät und die Regeneration des Körpers nicht optimal ablaufen kann in der Nacht. Zudem steigt hier das Diabetes-Risiko ziemlich stark an. Doch auch das Herz-Kreislauf-System wird stark in Mitleidenschaft gezogen.

Zu guter Letzt sind als Folgen bei Schlafmangel auch psychische Erkrankungen zu nennen. Denn wer schlecht oder zu wenig schläft, wird sehr viel häufiger depressiv als andere Menschen.

 

Wie kann man Schlafmangel vermeiden?

 

Zunächst einmal sollte man versuchen, alle stressrelevanten Aspekte abzubauen oder zumindest einzudämmen. Dazu gehört es auch, dass man sich einen festen Zeitpunkt setzt, an dem man Feierabend macht. Ist der Alltag anstrengend und fordert alles, dann sollte ruhig auch einmal auf das Treffen mit Freunden oder auf das nächtliche Internetsurfen verzichtet werden.

Zudem sollten Schlafumgebung und Bettausstattung unter die Lupe genommen werden. Liegt hier etwas im Argen, sollte es rasch behoben werden.

Tipp: Setzen Sie sich feste Zubettgehzeiten unter der Woche. Das wirkt am Ende wie ein Einschlafritual und Sie können zudem sicherstellen, dass Sie genügend Schlaf bekommen. Vor allem dann, wenn an ein Ausschlafen aus beruflichen Gründen nicht zu denken ist.

 

Fazit

 

Die Schlafdauer sollte niemals leichtfertig unterschätzt werden. Auch wenn es hier Unterschiede gibt, denn nicht jeder Erwachsene braucht die empfohlenen 7 bis 8 Stunden Schlaf, um fit und ausgeruht in den nächsten Tag zu starten.

Sobald sich jedoch ständig Müdigkeit und Abgespanntheit einstellen, sollte diese individuelle Schlafdauer überdacht werden. Schon eine Stunde zu wenig Schlaf kann nämlich fatale Folgen auch für die Gesundheit haben.

 

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