Welche Hormone beeinflussen den Schlaf?

 

Jeder ist sich darüber bewusst, dass ein gesunder Schlaf lebensnotwendig für den gesamten Organismus ist. Denn es wird nicht nur die profane Müdigkeit mit ausreichend Schlaf vertrieben und die Leistungsfähigkeit gesteigert, sondern der ganze Körper durchläuft in der Nacht eine umfangreiche Regenerationsphase. Zumindest wenn das mit dem Nachtschlaf auf optimale Weise klappt. Doch nur die wenigsten sind sich darüber im Klaren, wie stark manche Hormone den Schlaf beeinflussen können – und das sowohl in positiver, als auch negativer Weise.

 

Was hat der gesunde Schlaf mit dem Hormonhaushalt zu tun?

 

Um es kurz zu machen: Sehr viel! Denn der Schlaf und der individuelle Hormonhaushalt stehen in einer ständigen Wechselwirkung, die oft genug völlig unterschätzt wird.

 

Nicht selten sind viele der Probleme beim Ein- und Durchschlafen auf den hormonellen Haushalt im Körper zurückzuführen. Wenn also bereits dort keine gute Balance besteht, kann der gesunde Schlaf eigentlich nicht wirklich funktionieren.

 

Auf der anderen Seite werden die lebensnotwendigen Hormone zum Teil erst dann gebildet beziehungsweise ausgeschüttet, wenn der menschliche Körper zur Ruhe kommt und ausreichend schläft. Kommt es hier zu einer ständigen Schlafunterbrechung oder einer permanenten Unterversorgung fehlen dem Organismus am Ende die sehr wichtigen biochemischen Botenstoffe.

 

Das klingt natürlich nach einem Teufelskreis, doch wer weiß, welche Hormone den Schlaf beeinflussen oder mit ihm in einer wechselseitigen Beziehung stehen, kann diesem Dilemma entkommen.

 

6 Hormone beeinflussen den Schlaf maßgeblich

 

Insgesamt stehen maßgeblich 6 Hormone mit dem Schlaf in einer ständigen Wechselwirkung. Sie haben alle andere Auswirkungen beziehungsweise eine andere Aufgabe im menschlichen Organismus.

 

  1. Melatonin – dieses Hormon ist in erster Linie dafür wichtig, dass man überhaupt müde wird und schlafen kann. Es wird in der Zirbeldrüse im Gehirn und bei ausreichend Dunkelheit gebildet. So wie dieses Hormon den Schlaf-Wach-Rhythmus mitsteuert, ist Melatonin auf den Tag-Nacht-Wechsel in der Lichtbeeinflussung angewiesen.
  2. Serotonin – es nimmt zwar nur indirekt Einfluss auf den Schlaf, ist aber dennoch unerlässlich. Denn das Schlafhormon Melatonin benötigt ausreichend Serotonin, das auch als Glückshormon bekannt ist. Als Neutransmitter ist dieses Hormon für das Herz-Kreislauf-System, das Zentralnervensystem sowie den Magen-Darm-Trakt wichtig und wird morgens in einer besonders hohen Dosis ausgeschüttet.
  3. Cortisol – auch als Gegenspieler zum Melatonin bekannt, sorgt es dafür, dass wir morgens wieder aufwachen, um es vereinfacht auszudrücken. Als Stresshormon wirkt es appetitanregend und wird hauptsächlich in der zweiten Nachthälfte gebildet. Ist direkt vor dem Schlafen zu viel von diesem Hormon im Körper, funktioniert die Einschlafphase meist nicht, denn der Körper und vor allem der Kopf kommen nicht zur Ruhe beziehungsweise können nicht wirklich entspannen.
  4. Somatotropin – dieses Hormon ist den meisten als Wachstumshormon bekannt, weil es vornehmlich bei Kindern und Jugendlichen während der Schlafphase für das natürliche Wachstum von Muskeln und Knochen sorgt. Der Körper produziert dieses Hormon während der Tiefschlafphase. Kommt es zu einer Verkürzung dieser Schlafphase, wird nicht genügend dieses Hormons ausgeschüttet. Doch auch bei Erwachsenen hat dieses Hormon noch eine wichtige Aufgabe, denn es fördert den optimalen Blutkreislauf, beeinflusst den Fettabbau und sorgt für den Aufbau von Muskeln.
  5. Leptinbeeinflusst nur indirekt den Schlaf, wirkt aber appetitzügelnd, sodass das Hungergefühl nicht zu stark auftritt, wenn man schläft. Das bedeutet außerdem, dass das Einschlafen mit genügend Leptin im Körper sehr viel schneller gelingt, denn es sorgt für ein gutes Sättigungsgefühl.
  6. Ghrelin – ähnlich wie Cortisol hat dieses Hormon eine appetitanregende Wirkung. Es beeinflusst den Schlaf also ebenso nur indirekt, doch steht mit der Aufwachphase im Zusammenhang.

 

Was passiert, wenn der Hormonhaushalt unausgeglichen ist?

 

Immer wieder gibt es im Leben Zeiten, in denen der individuelle Hormonhaushalt etwas aus den Fugen gerät. Vor allem Frauen sind in der Menopause oder während dem Monatszyklus vermehrt von Schlafproblemen betroffen. Hormonelle Schwankungen sind dabei keine Seltenheit.

 

Als Ursache ist hierbei die Absenkung der weiblichen Hormone zu sehen, wodurch die Serotonin-Synthese nicht immer optimal stimuliert wird, was zu einer geringeren Ausschüttung an diesem Hormon führt.

 

Doch auch Jugendliche haben mitunter sehr große Probleme mit dem Hormonhaushalt. Bei ihnen bezeichnet man das als prämenstruelles Syndrom. Denn während der Pubertät kommt es zu ähnlichen Schwankungen wie es bei Frauen während der Menstruation oder in der Menopause der Fall ist. Hinzu kommt bei den jungen Heranwachsenden das erhöhte Schlafbedürfnis, welches allerdings in diesem Lebensalter ausgerechnet die Tiefschlafphase massiv verkürzt.

 

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Es wird in beiden Fällen zu einem unausgeglichenen Hormonhaushalt kommen, der schlussendlich immer wieder zu Schlafproblemen und Schlafstörungen führt. Hier wird sehr deutlich, wie eng die Hormone mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen können.

 

Gibt es natürliche Ausgleichsmöglichkeiten?

 

Selbst wenn die Schlafprobleme für eine gewisse Zeit dauerhaft auftreten oder sich auf die Alltagssituationen auswirken, sollte möglichst auf Schlafmittel verzichtet werden. Die sehr viel besser und natürliche Alternativen bieten da weitaus gesündere Vorteile.

 

Zum einen sollte die eigene Schlafhygiene, Schlafumgebung und Bettausstattung sowie bestimmte Lebensgewohnheiten überprüft werden.

 

Um den Hormonhaushalt ein wenig auszugleichen empfiehlt zudem die Zufuhr von L-Tryptophan. Denn diese Aminosäure kann das Verhältnis zwischen Melatonin und Serotonin weitestgehend ausgleichen und wieder auf eine gesunde ausbalancierte Stufe stellen. Dann wird sich auch der Schlaf-Wach-Rhythmus wieder auf die innere Uhr einpendeln und Schlafstörungen werden minimiert.

 

Fazit

 

Hormone wie Melatonin, Serotonin, Cortisol oder auch Somatotropin beeinflussen den Schlaf oder werden erst durch den Schlaf produziert und ausgeschüttet. Es ist also nicht nur wichtig, einen ausgewogenen Hormonhaushalt zu haben, um gut schlafen zu können, sondern der ausreichende und ungestörte Schlaf ist wichtig, damit diese für den Körper so wichtigen Botenstoffe überhaupt ausgeschüttet werden können.

 

Ebenso wie Stress oder Erkrankungen zu einer negativen Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus führen können, werden Hormone die Schlafqualität entweder verbessern oder verringern.

 

Im Normalfall reichen eine gute Schlafhygiene, eine optimale Schlafumgebung, eine angepasste Bettausstattung und eine gesunde Lebensweise vollkommen aus, um den individuellen Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Ist dieser jedoch aus den Fugen geraten, kann die Aminosäure L-Tryptophan als natürlicher Regler wieder für einen Ausgleich sorgen.

 

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