Bewegen sich die Augen während des Schlafes?

 

Ein gesunder Schlaf ist für unseren gesamten Organismus gut, sorgt er doch für jene Erholung, die wir brauchen. Kein Organ, keine Zelle und keine Körperpartie sind davon ausgenommen. Doch wie ist es mit den Augen? Bewegen diese sich wirklich oder sind es nur unkontrollierte Zuckungen, die aufgrund der ganzkörperlichen Entspannung zustande kommen?

 

Wo liegen die Ursachen für die Augenbewegungen im Schlaf?

 

Im Allgemeinen schläft die menschliche Gattung mit geschlossenen Augenlidern. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Augenbewegungen im Schlaf gibt.

Wer schon einmal sein Kind oder seinen Partner beim Schlafen beobachtet hat, wird genau das festgestellt haben. Doch die Augenbewegungen sind in den einzelnen Schlafphasen unterschiedlich stark oder gar nicht vorhanden.

  1. Phase = Einschlafphase: Der Körper entspannt sich und fällt in einen leichten Schlaf. Dabei wird die Muskelaktivität stark verlangsamt, die Herzfrequenz verlangsamt, die Körpertemperatur abgesenkt und auch die Augen bewegen sich zunehmend langsamer.
  2. Phase = Leichtschlafphase: Die Aktivitäten des Gehirns nehmen ab und die Augenbewegungen hören ganz auf.
  3. Phase = Tiefschlafphase: Hier gibt es fast keine Muskelaktivitäten oder Augenbewegungen.
  4. Phase = REM-Phase: Sobald der Mensch in die Traumphase gelangt, wird die Atmung schneller, unregelmäßiger und flacher. Die Augenbewegungen nehmen zu und schnell, während die Muskeln gelähmt werden.
  5. Phase = Aufwachphase: Die Körpertemperatur steigt wieder an, ebenso wie der Kortisolspiegel im Blut. Je wacher wir werden, umso mehr beginnen auch die Augen sich wieder zu bewegen, aber dieses Mal in der Regel nicht so schnell hin und her huschend wie in der REM-Phase.

Die Ursachen für die schnellen Augenbewegungen im Schlaf liegen an den Sinneseindrücken, die wir im Traum wahrnehmen. So wie wir im Wachzustand das Gesehene in uns aufnehmen und an unser Gehirn weiterleiten, geschieht das auch in der Traumphase.

So sind die Augenbewegungen also keine unkontrollierten Zuckungen, sondern tatsächlich eine Reaktion auf das, was wir im Traum sehen.

Demnach verarbeitet unser Gehirn auch im Schlaf, das, was unsere Augen sehen.

Hinweis: Ausreichend Schlaf sorgt immer auch dafür, dass die Augen sich ausreichend entspannen können. Trockene, müde oder gereizte Augen werden sich demnach über Nacht gut erholen können.

 

Was ist die REM-Phase und welche Merkmale besitzt sie?

 

Mit der REM-Phase ist die Traumphase gemeint. Dabei steht das REM für Rapid Eye Movement. Übersetzt bedeutet das schnelle Augenbewegungen. Daraus resultiert die Antwort auf die Frage, ob sich die Augen während des Schlafes bewegen. Diese ist eindeutig mit Ja zu beantworten.Die REM-Phase unterscheidet sich jedoch nicht nur in der Bezeichnung von den anderen Schlafphasen.

Sie ist zusätzlich durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • die Muskulatur erschlafft vollständig und ist faktisch gelähmt
  • die Pulsfrequenz ist erhöht
  • der Blutdruck steigt an
  • die Hirnstromaktivität liegt zwischen 4 und 8 Hz
  • die Augen bewegen sich schnell und ruckartig hin und her

Wer sich nun darüber wundert, dass in der REM-Phase die gesamte übrige Muskulatur außer den Augen vollkommen erschlafft und regelrecht gelähmt wird, muss nicht irritiert sein. Denn dabei handelt es sich um einen Schutzmechanismus, den uns Mutter Natur mit auf den Weg gegeben hat.

Im Zusammenhang mit den Träumen dürfte jedem klar sein, dass wir uns im Traum auch bewegen. Würde jedoch die Muskulatur in diesen Momenten dementsprechend beweglich sein, bestünde die Gefahr, dass wir Handlungen und Bewegungen tatsächlich ausführen würden. Jedoch würde das oftmals zu Verletzungen und Unfällen führen.

Der Traumphase kommt aber noch auf andere Weise eine besondere Rolle zu. So haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass man auch in anderen Schlafphasen träumt. Doch dort sind sie weniger intensiv und man kann sich meist nicht mehr an das Traumgeschehen erinnern, wenn man wach wird.

Das liegt daran, dass die Hirnströme in der REM-Phase besonders aktiv sind. Ist das Gehirn jedoch aktiver, werden Eindrücke besser und schneller abgespeichert.

Hinweis: Ausreichend Schlaf ist im Übrigen auch für die Augen selbst sehr wichtig. Denn sie sind praktisch immer im Einsatz, wenn wir uns im Wachzustand befinden.

 

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Was tun, wenn die REM-Phase durch eine Verhaltensauffälligkeit gestört ist?

 

Eng mit der REM-Phase verbunden ist die Parasomnie RBD. Damit ist „Rapid Eye Movement sleep behavior disorder“ gemeint, bei der die Muskulatur nicht vollständig gelähmt wird. So werden Betroffene, die unter dieser Verhaltensauffälligkeit leiden, in der Traumphase wild um sich schlagen und schreien.

Verursacht wird diese Verhaltensauffälligkeit während der REM-Phase vermutlich durch eine Ablagerung von Synecluin am Hirnstamm, wodurch ausgerechnet jene Prozesse gehemmt werden, die eigentlich für dafür zuständig sind, die Motorik im Schlaf einzustellen.

Der natürliche Schutzmechanismus der Muskelerschlaffung funktioniert also hierbei nicht und es kommt immer wieder zu sehr starken Bewegungsabläufen durch das Traumgeschehen.

Forscher vermuten zudem, dass eine genetische Veranlagung für diese Fehlfunktion verantwortlich sein könnte oder es ein erstes Anzeichen für eine beginnende Parkinson-Erkrankung ist.

In der Regel kann diese Verhaltensauffälligkeit nur durch fachlich geschulte Ärzte therapiert werden.

Doch diese Behandlungen lassen sich von jedem selbst sehr gut unterstützen, indem man:

  • tägliche Entspannungsübungen macht, um Stress abzubauen
  • die Umgebung des Bettes sicher gestaltet, um das Verletzungsrisiko zu minimieren
  • eventuell für getrennte Betten sorgt, denn der Betroffene kann auch leicht den Partner im Schlaf verletzen

Tipp: Sollte die Vermutung naheliegen, dass eine solche Verhaltensauffälligkeit vorliegt, empfiehlt sich ein Arztbesuch. In diesem Zusammenhang kann zudem abgeklärt werden, ob eine Parkinson-Erkrankung der Auslöser ist.

 

Fazit

 

Die Bewegung unserer Augen ist völlig normal, auch wenn sie in den unterschiedlichen Schlafphasen verschieden stark auftritt. Wissenschaftler sind sich mittlerweile ziemlich sicher, dass es mit dem zu tun hat, was wir im Traum sehen.

In diesem Zusammenhang sind sich Schlafforscher auch einig, dass die Traumbilder wahrgenommen und die damit im Zusammenhang stehenden Informationen ans Gehirn weitergeleitet werden. Vermutlich resultiert daraus auch die Tatsache, dass wir uns an die intensiven Träume aus der REM-Phase immer besonders gut und deutlich erinnern können.

 

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