Bettwanzen: Tipps, wie Sie den Parasiten erkennen und bekämpfen

 

Es hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, wenn man von Bettwanzen geplagt wird. Doch im Gegensatz zu Hausstaubmilben, die sich sehr gern in den Matratzen selbst aufhalten und Allergien auslösen, kann man einen Bettwanzenbefall durchaus umgehen und dem ganzen Übel vorbeugen. Denn die Bettwanzen sind sozusagen Zugereiste, die man nicht als Untermieter dulden muss.

 

Wo kommen die Bettwanzen her?

 

Bei Bettwanzen handelt es sich um Parasiten, die auch gern Blutsauger genannt werden. Denn genau das tun sie, wenn sie nachts über die schlafenden Körper herfallen.

Diese Parasiten gehören aus wissenschaftlicher Sicht zu den Insekten und werden dort der Gattung der Plattwanzen zugeordnet. Ganz einfach aus dem Grund, dass sie platt wie hauchdünne Papierblättchen sind, wenn sie längere Zeit keine Nahrung aufnehmen konnten.

Das mag vielleicht den Biologen faszinieren, bei alle anderen Menschen ruft es eher Ekel und Abscheu hervor. Im ausgewachsenen Zustand sind die kleinen Blutsauger etwa 5 bis 6 Millimeter lang.

Haben sie sich am Blut des Schläfers ausreichend gütlich getan, können sie auch eine Größe von 9 bis 10 Millimeter erreichen.

Woher sie kommen, kann indes ganz unterschiedlich sein. Es gibt viele Möglichkeiten, wie diese Parasiten ungewollt in die eigenen vier Wände, nicht nur allein ins Bett, gelangen können:

  • als „Mitbringsel“ aus dem Urlaub, wo sie sich in der Kleidung, im Rucksack und im Koffer verstecken
  • durch den Kauf alter Möbel, Gegenstände und Kleidung auf dem Flohmarkt
  • durch Vogelnester, wo sich Bettwanzen sehr wohl fühlen und dann über die Hauswand ins Innere der Wohnung gelangen können
  • durch Ritzen in Wänden, Böden und Decken, wenn diese sehr lange Zeit nicht gründlich gereinigt wurden
  • durch den Hausstaub vom Dachboden, der dann unter Umständen an den Sohlen festhängt und die Parasiten anschließend gleichmäßig in der Wohnung verteilt

Auch wenn sie allgemeinhin als Bettwanze bezeichnet werden, sind die schädlichen Insekten nicht allein dort anzutreffen. Deswegen genügt es nicht, nur im Bett nachzuschauen.

 

Welche Anzeichen deuten auf einen solchen Parasitenbefall hin?

 

Bettwanzen und ihre Brut können faktisch überall sein. Zwar bevorzugen sie Betten und Matratzen, lieben aber ebenso sehr kleine Ritzen oder auch Spalten, wo es dunkel und trocken ist.

In der Regel suchen sie sich bei stärkerem Befall in Bettnähe Ausweichmöglichkeiten. Das alte Nachttischchen vom Trödelmarkt oder die Stelle hinter der Tapete oder hinter der Fußbodenleiste sind dabei ideale Lebensräume.

Angelockt durch den Geruch und die Wärme eines menschlichen Körpers, begeben sie sich nachts auf Nahrungssuche. Die Betroffenen merken es erst dann, mit wem sie ihr Bett und ihr Haus teilen, wenn die Wanzen gebissen haben, um Blut zu saugen.

Doch es gibt noch mehr Anzeichen, die auf einen Bettwanzenbefall hinweisen:

 

  1. Das deutlichste Anzeichen ist die sogenannte Wanzenstraße. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Weg, auf dem unzählig viele Wanzen entlangwandern, sondern um die Anordnung der Bisse auf der Haut. Diese befinden sich nämlich wie in einer Reihe angeordnet und wird deswegen Wanzenstraße genannt.
  2. Im Zusammenhang mit dem Wanzenbiss kommt es zu kleinen Blutflecken auf dem Bettlaken oder auch der sonstigen Bettwäsche.
  3. Auf dem Bettlaken oder anderswo sind kleine Kotspuren sichtbar, die sich möglicherweise etwas schwer ausmachen lassen. Dennoch kann man die Hinterlassenschaften der Parasiten als kleine schwarze Punkte ausmachen.
  4. Mitunter lassen sich auch tote Bettwanzen oder abgestorbene Nymphenhäute finden, die ein sehr deutliches Anzeichen für einen solchen Parasitenbefall sind. Die Wanzen haben eine Lebenserwartung von etwa sechs bis zwölf Monate, wobei sie ohne Nahrung durchaus ebenso lange leben können. Nur sind sie dann platt.

Hinweis: Bettwanzen können selbst dann für mehrere Monate überleben, wenn Räume sehr lange Zeit unbewohnt und anschließend nicht fachgerecht saniert wurden. Nur weil man also in ein leerstehendes Gebäude einzieht, in dem die Wanzen einige Wochen und Monate keine Nahrung finden konnten, heißt das nicht, dass man diese Plagegeister nicht mehr zu befürchten hat.

 
 

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Was kann man gegen Bettwanzen tun?

 

Da sich Bettwanzen möglicherweise nicht allein im Bett oder im Urlaubskoffer aufhalten können, ist es immer ratsam, einen professionellen Schädlingsbekämpfer mit der Suche nach diesen Parasiten zu beauftragen. Schließlich können sie wirklich überall sein. Zumal die ausgewachsenen Tiere nur ein Teil des Problems darstellen. Sehr viel schwieriger ist es die, abgelegte Eier rechtszeitig aufzuspüren, um sie zu entfernen.

In der Regel gehen Schädlingsbekämpfer mit Insektiziden an das Übel, wobei auch bei den Bettwanzen mittlerweile eine gewisse Resistenz festgestellt wurde.

Deswegen fahren die meisten Profis zweigleisig und wenden zusätzlich noch die Temperaturmethode an. Dazu lassen sie in den befallenen Raum sehr heiße Luft ein, die etwa um die 50 Grad Celsius beträgt. Der Nachteil bei dieser Methode besteht jedoch gerade bei sehr alten Gebäuden, dass es zu Bauschäden kommen kann und diese Möglichkeit für bewohnte Räume nicht in Betracht kommt.

Allerdings gibt es auch Varianten bei einem leichten Befall oder bei nur einer begrenzten Ausbreitung, die man versuchen kann, um Bettwanzen wieder loszuwerden:

  • gründliches Aufräumen, damit die Parasiten so wenig wie möglich verstecke finden können, um Eier abzulegen oder sich tagsüber zurückzuziehen
  • gründliches Staubsaugen, bei dem auch keine Polster oder Ritzen an den Fußbodenleisten beziehungsweise Steckdosen vergessen werden sollten
  • Kleidung und Textilien, die entweder mit im Urlaub waren oder an denen Hinterlassenschaften von Bettwanzen gefunden wurden, sollten gründlich bei mindestens 50 °C gewaschen werden
  • Schränke und andere Gegenstände, die nicht waschbar sind, sollten gründlich ausgewischt werden oder am besten mit heißem Wasserdampf behandelt werden, sofern es möglich ist
  • Kieselgur als umweltverträgliches Pulver hilft gut, denn es kann in Ritzen, Löcher oder andere Öffnungen verteilt werden

Tipp: Die Behandlung mit einem Dampfreiniger kann zudem für tiefere Reinheit bei allem sorgen. Zudem sollten Möbelstücke von der Wand abgerückt werden, um auch dahinter gründlich zu putzen.

 

Fazit

 

Bettwanzen gehören neben den Flöhen zu jenen Parasiten, die kein Mensch haben will und die dennoch gar nicht mal so selten zum Problem werden können.

Viele gelangen von der Urlaubsreise mit in die Wohnung oder werden über gebrauchte Gegenstände und Textilien vom Flohmarkt mit nach Hause genommen.

Sofern der Befall noch nicht allzu groß ist, können eigene Maßnahmen für Abhilfe schaffen. Hat sich die Population bereits auch auf andere Räume ausgebreitet, empfiehlt sich, professionelle Hilfe von einem Schädlingsbekämpfer in Anspruch zu nehmen.

 

Foto: © M.Dörr & M.Frommherz #69754167, © fotohansel #164618154 – stock.adobe.com