Corona: Wie Sie die Bettwaren virenfrei bekommen

 

Wer denkt, dass Corona seit den Lockerungsmaßnahmen nicht mehr existent ist, dürfte sich täuschen. Auch wenn die Infektionszahlen stark gesunken sind und es bei Weitem nicht mehr so viele Intensivpatienten aufgrund einer COVID-19-Erkrankung gibt, ist der Virus durchaus noch sehr aktiv. Aus diesem Grund sollte niemand darin nachlassen, die Hygienemaßnahmen weiterhin einzuhalten. Neben dem häufigen und gründlichen Händewaschen gehört auch die optimale Reinigung der Bettwaren dazu, um diese virenfrei zu bekommen und das Ansteckungsrisiko in den eigenen vier Wänden so niedrig wie möglich zu halten.

 

Welche Gefahr besteht, sich über Bettwaren mit Corona zu infizieren?

 

Der Corona-Virus ist unsichtbar, dafür aber in seinen Auswirkungen bei manchen Menschen wirklich gnadenlos. Nicht umsonst war unser Leben in den letzten Wochen und Monaten teilweise arg eingeschränkt. Schließlich gibt es immer noch kein effektives Medikament gegen den Virus, da auch nach dieser recht langen Zeit längst noch nicht alle Fakten über COVID-19 bekannt sind.

Während es manche unter uns sehr viel schneller und bedeutend stärker betrifft, spüren andere noch nicht einmal irgendwelche Symptome. Dennoch können selbst diese Menschen den Virus weiterverbreiten und damit dann vielleicht jemanden anstecken, der aufgrund von Vorerkrankungen beispielsweise davon sehr viel stärker betroffen sein wird.

Immer noch sind nicht nur bei Forschern, Medizinern und Wissenschaftlern viele Fragen offen. Doch Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste, weswegen es sicher nicht schaden kann, auch im Bereich des eigenen Schlafzimmers und explizit bei der Bettausstattung ein höheres Augenmerk auf Hygiene zu legen.

Dazu gehört auch die richtige Reinigung von Bettwaren während der Corona-Pandemie. Allerdings stellt sich hier für viele zunächst die Frage, wie gefährlich kann uns die eigene Bettausstattung werden?

Bisher ist allen Beteiligten nur bekannt, dass man sich über Tröpfcheninfektion mit dem Virus anstecken kann. Doch wie verhält es sich bei Textilien? Hierzu gibt es derzeit noch keine belegbaren Studienergebnisse.

Dennoch trifft das Bundesinstitut für Risikobewertung, kurz BfR, zu diesem Thema folgende Aussagen:

  • unbewiesen, aber denkbar – eine Schmierinfektion
  • wie lange Corona-Viren auf Textilien überleben können, ist bisher nicht bekannt
  • bei trockenen und glatten Oberflächen können Viren zwischen wenigen Stunden und einigen Tagen aktiv, und damit ansteckend bleiben
  • die Luftfeuchtigkeit ist entscheidend für die Überlebenschance von Viren auf trockenen und glatten Oberflächen

Generell geht man jedoch davon aus, dass Corona-Viren ähnlich wie herkömmliche Grippeviren sich auch im Gewebe der Bettwaren festsetzen können.

Daher die Empfehlung, in Corona-Zeiten bei der Hygiene das eigene Bett nicht zu vernachlässigen.

Immerhin muss man sich an dieser Stelle vor Augen führen, dass man beim Schlafen einen direkten Kontakt zur Matratze, zu den Bettwaren und zur Bettwäsche hat.

Hinzu kommen die nächtlichen Schlafbewegungen, bei denen sich immer kleine Hautpartikel und Haare lösen und im Textilgewebe verhaften.

Darüber hinaus schwitzt man häufig beim Schlafen, was sich ebenfalls in den Bettwaren absetzen kann. Von daher ist es durchaus sinnvoll, wenn man sich darum bemüht, Bettwaren virenfrei zu bekommen.

 

Wie sollte man Bettwaren in Coronazeiten reinigen?

 

Zunächst einmal gilt auch in Coronazeiten, dass Bettwäsche regelmäßig gewechselt und gereinigt werden sollte.

Hat man zudem den Verdacht, dass sich jemand in der Familie mit dem Virus infiziert haben könnte, ist es unabdingbar, auf eine optimale Reinigung der Bettwaren zu achten.

Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Bettwäsche regelmäßig wechseln und bei mindestens 60° waschen
  • Vollwaschmittel verwenden
  • Bettwaren und Bettwäsche gründlich und vollständig trocknen lassen

Hinweis: Wer sich nicht sicher sein kann, dass es vielleicht zu einer symptomfreien Ansteckung in der Familie kam, sollte die Bettwaren und Wäsche immer separat waschen.

Für die Matratze empfiehlt sich generell ein entsprechend wasserdichter Matratzenbezug, da dieser im Notfall auch mit einem Desinfektionsmittel gereinigt werden kann.

Unter normalen Umständen ist es jedoch nicht unbedingt notwendig, dass man die Bettwaren zu Hause einer professionellen Desinfektion unterzieht.

Ebenso braucht es im Regelfall keine zusätzlichen Hygienespüler mit desinfizierenden Eigenschaften. Denn das Erbgut der Corona-Viren ist von einer Lipidschicht, also einer Fettschicht, umgeben, die sich mit einem Waschmittel auf der Basis fettlösender Tenside auflösen lassen.
 

Von daher reicht ein Waschgang mit einem guten Vollwaschmittel und der entsprechend hohen Temperatur, um Bettwaren virenfrei zu bekommen.

 

Worauf sollte man noch achten?

 

Insbesondere dann, wenn sich ein Haushaltsmitglied mit dem Virus infiziert hat, sollte bei der Reinigung der Bettwaren auf folgende Dinge geachtet werden:

  • lagern der Bettwäsche und Bettwaren bis zum tatsächlichen Waschgang in einem gut verschlossenen Sack oder ähnlichem, sodass andere Kleidungsstücke nicht damit in Kontakt kommen können
  • Bettwäsche und Bettdecken dürfen in keinem Fall geschüttelt werden, bevor sie nicht optimal gereinigt wurden
  • nach jeder Berührung mit der möglicherweise kontaminierten Wäsche oder Bettwaren immer gründlich die Hände waschen
  • Bettwaren und Bettwäsche immer separat waschen
  • niemals Kurzwaschprogramme nutzen, da hier die Waschdauer und unter Umständen die Waschtemperatur zu niedrig ist
  • Waschmaschine regelmäßig säubern und wenigstens einmal pro Woche in einem Waschprogramm von mindestens 60° laufen lassen

Bei wem der Verdacht einer Corona-Infektion besteht oder das Reinigen der Bettwaren als vorbeugende Hygienemaßnahme angedacht ist, sollte derzeit möglichst auf zu viele Dekokissen und andere Dinge dieser Art im Schlafzimmer verzichten.

Außerdem sollte man weder im Schlafzimmer noch in anderen Räumen vergessen, jeden Tag ausreichend zu lüften. Denn auf diese Weise können sich keine virenbefallenen Aerosole über die Raumluft verteilen und womöglich erneut in Textilien oder auf Oberflächen absetzen.

Hinweis: Wer Bettwaren virenfrei bekommen will und dementsprechend alles wäscht und reinigt, sollte nicht das Bettgestell und die Matratze vergessen.

 

Fazit

 

Vorbeugen macht auch in Zeiten der Corona-Pandemie einen Sinn. Selbst wenn man unter Umständen selbst noch nichts von einer COVID-19-Infektion weiß, diese vielleicht auch schon überstanden hat oder einfach nur auf Nummer sicher gehen will. Dazu gehört neben all den anderen Hygienemaßnahmen auch das optimale Reinigen von Bettwaren. Denn nur so kann man einen Virenbefall in den eigenen vier Wänden vermeiden.

Auch wenn es bisher noch keine Erkenntnisse darüber gibt, wie und ob der Corona-Virus sich auf Decken und Kissen dauerhaft hält oder von dort aus einen Menschen anstecken kann: Warum ein Risiko eingehen, wenn uns doch Sauberkeit und Hygiene ohnehin am Herzen liegen und es verhältnismäßig einfach ist, Bettwaren virenfrei zu bekommen.

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