Kann Akupunktur bei Schlafstörungen helfen?

 

Ein gestörter Schlaf bringt jeden Betroffenen schnell an seine Leistungsgrenzen. Tagesmüdigkeit, wenig Konzentration und ein vermindertes Leistungsvermögen sind dann an der Tagesordnung. Doch Schlaftabletten sind keine Lösung, denn sie bringen nur scheinbar eine Verbesserung, führen aber oftmals zum nächsten Level der Schlafprobleme. Immer mehr Menschen vertrauen deshalb auf die Akupunktur, die auch bei Schlafstörungen helfen kann. Wir verraten, wie das funktioniert.

 

Woher kommen Schlafstörungen eigentlich?

 

Die Ursachen für Schlafstörungen können recht unterschiedlich sein. Als auslösende Faktoren werden hier unter anderem angesehen:

  • Stress und Überbelastungen jeglicher Art
  • seelische Probleme, Sorgen und Ängste
  • dauerhafte Medikamenteneinnahme
  • Krankheiten
  • Schichtdienst
  • ungünstige Lebensumstände bis hin zu ungesunden Lebensführungen
  • wenig optimale Raum- und Bettausstattung
  • schlechte Temperatur-, Licht-, Geräusch- und Luftverhältnisse im Schlafzimmer

Während die äußeren Umstände oftmals nur ein paar kleine und größere Veränderungen benötigen, um wieder zu einem guten und erholsamen Schlaf zu kommen, braucht es bei anderen Ursachen schon ein wenig mehr. Nicht selten mit Hilfe eines erfahrenen Arztes.

Denn wer krank ist, sollte zunächst die Krankheit in den Griff bekommen und Probleme oder Ängste entwickelt hat, muss diese erst beseitigen. Nicht immer geht das von heute auf morgen und oftmals ist es durchaus ratsam, sich hier professionelle Hilfe zu holen.

Wessen Schlafstörungen indes aufgrund einer Arbeit in Schichten entstanden sind, wird es etwas schwer haben, denn nicht immer ist ein Jobwechsel schnell und einfach vollzogen. Ebenso wenig lassen sich bei chronischen Erkrankungen bestimmte Medikamente umgehen. Doch hier könnte beispielsweise ein ehrliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt helfen, um nach Alternativen zu schauen oder vielleicht an der Dosis oder der Einnahmezeit eine Veränderung vorzunehmen.

Hinweis: Schlafmittel und Co sind dabei keine Alternativen, um Schlafstörungen zu beseitigen, denn diese verdecken das Problem nur und verschlechtern zudem die Schlafqualität in fast jedem Fall.

 

Wie funktioniert die Akupunktur bei Schlafproblemen?

 

Die Akupunktur ist eine seit Jahrtausenden bewährte Behandlungsmethode der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei geht man davon aus, dass der menschliche Körper von unterschiedlichen Energiebahnen durchzogen ist, auf denen einzelne Punkte liegen, die jeweils mit den verschiedenen Organen in Verbindung stehen. Kommt es auf diesen Meridianen zu einer Blockierung, entstehen nicht nur Schmerzen, sondern es werden auch ganz natürliche Prozesse und Abläufe gestört.

Um bei Schlafproblemen mit einer Akupunktur-Anwendung helfen zu können, wird der Therapeut nach der Lehre der 5 Elemente folgendes tun:

  • entweder sticht er mit den speziellen Nadeln in genau die Punkte entlang der Meridiane, die mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus in Verbindung stehen
  • oder er erwärmt diese Reizpunkte, damit sich Blockaden lösen können
  • oder er nutzt die Akupressur, bei welcher die Reizpunkte durch leichten bis starken Druck massiert werden, um Blockaden zu lösen

Speziell bei der Behandlung von Schlafstörungen werden von erfahrenen Therapeuten bei der Akupunktur jene Reizpunkte an den Ohren genutzt, die für Entspannung und das Relaxen zuständig sind.

Hinweis: Tatsächlich hilft bei einer Schlafstörung nur dann eine Akupunktur, wenn diese einen chronischen Verlauf angenommen hat. Besteht der gestörte Schlaf-Wach-Rhythmus also nur während einer Krankheitsphase, macht diese Therapie wenig Sinn.

 

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Gibt es Nebenwirkungen?

 

Grundsätzlich ist eine Akupunktur-Behandlung nebenwirkungsfrei. Ganz im Gegensatz zu Schlafmitteln kommt es hier also nicht zu unangenehmen Begleiterscheinungen. Jedoch können bei der Behandlung mit Nadeln durchaus für kurze Zeit Symptome auftreten, die man im weitesten Sinne als Nebenwirkung bezeichnen könnte.

Bei einem verschwindend geringen Prozentsatz der Betroffenen kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Schmerzen, die beim Einstechen der Nadeln auftreten, jedoch recht schnell wieder abklingen
  • leicht blutende Einstichstellen und/oder blaue Flecke an diesen Punkten
  • kurzzeitige Kreislaufschwäche, Übelkeit, Schwindelgefühl, Hitzewallungen

Hin und wieder kommt es auch zu Entzündungen im Bereich der Einstichstellen. Doch in aller Regel kommt es dazu nur bei unsauberen Nadeln oder jenen, die nicht aus Edelstahl bestehen, was bei einem erfahrenen Therapeuten hierzulande eher unwahrscheinlich ist. Ebenso kann es dazu kommen, dass Nadeln vergessen werden, was ebenso unangenehm für den Betroffenen sein kann.

 

Auf welche Weise kann man diese Behandlung selbst unterstützen?

 

Die Behandlung selbst kann man vielleicht nicht unterstützen, wohl aber die Wirkung, die sie erzielen soll: Nämlich die chronischen Schlafstörungen einzudämmen oder wenn möglich ganz auszuschalten. Deswegen sollte immer sehr viel Wert auf die Schlafumgebung, die Bettausstattung, die gesunde Lebensführung sowie auf die Schlafhygiene gelegt werden.

So hilft gegen Schlafstörungen neben der therapeutischen Akupunktur-Behandlung:

  • die Matratze sollte nicht nur neu und bequem sein, sondern immer auch den persönlichen Bedürfnissen angepasst sein
  • das Bett selbst sollte niemals zu klein sein, erst recht nicht, wenn es sich um ein Doppelbett handelt
  • das Schlafzimmer sollte so eingerichtet sein, dass es immer ein Ort der Entspannung ist und das eigene Wohlempfinden unterstützt
  • der Schlafraum sollte immer gut gelüftet und temperiert sein
  • im Schlafzimmer sollten niemals technische Geräte aktiv sein
  • störende Licht- und Geräuschquellen sollten ausgeschalten sein
  • auf zu schwere und zu späte Abendessen sollte verzichtet werden
  • übermäßiger Alkohol-, Nikotin- oder Koffeingenuss sollte gerade kurz vor dem Schlafen weggelassen werden
  • zu viel und zu anstrengender Sport sollte niemals kurz vor der Schlafenszeit gemacht werden
  • auf Schlafmittel und Co sollte tunlichst verzichtet werden
  • das Bett sollte immer nur zum Schlafen benutzt werden
  • die Zubettgehzeiten sollten nach Möglichkeit immer zur gleichen Zeit eingehalten werden

Stattdessen sollten lieber Hausmittel benutzt werden, um die Nerven zu beruhigen. Ebenso helfen Entspannungsübungen oder Schlafrituale, um sich auf den Schlaf vorzubereiten und Stress abzubauen. Zudem ist es immer ratsam, tagsüber auf ausgedehnte Mittagsschläfchen zu verzichten, dafür aber recht viel Bewegung an der frischen Luft zu suchen.

 

Fazit

 

Akupunktur kann auch gegen Schlafstörungen helfen. Doch nur gegen jene Formen, die Schlafmediziner als chronisch bezeichnen. Eine echte Schlafstörung liegt zum Beispiel dann vor, wenn es über einen langen Zeitraum an mehr als drei Tagen in der Woche zu einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus kommt. Wichtig ist vor der Akupunktur-Behandlung, dass man eventuell krankheitsbedingte Ursachen für die Schlafstörung ausschließt und sich in eine dementsprechende Behandlung begibt.

Für die Akupunktur-Therapie bei Schlafstörungen werden in erster Linie jene Reizpunkte stimuliert, die sich im Ohr befinden und die für Entspannung zuständig sind. Auf diese Weise fällt das relaxen am Abend leichter und die Nachtruhe kann wieder die Erholung bieten, die man sich von einem gesunden Schlaf erwarten kann.

 

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